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├ťber diese besondere Art von Depression spricht kaum jemand - dabei sollten wir es tun

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DEPRESSION
Pexels/Freestocks.org
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Von au├čen betrachtet f├╝hrt die College-Studentin Amanda Leventhal, die an der University of Missouri studiert, ein perfektes Leben. Sie hat hervorragende Noten, einen guten Freundeskreis und sie ist Mitglied im Uni-Chor. Man w├╝rde sie keinesfalls als "depressiv" beschreiben.

Und dennoch leidet auch sie an der Krankheit. Ihren Freunden wurde erst dann bewusst, dass mit ihr etwas nicht stimmte, als sie einen Blogbeitrag ├╝ber ihren geheimen Kampf gegen ihre Angstzust├Ąnde und Depressionen ver├Âffentlichte.

Durch Werbeanzeigen f├╝r Antidepressiva und die Art, wie Depressionen in der Popkultur dargestellt werden, wird ein einseitiges Bild der Krankheit gezeichnet: die Betroffenen ziehen sich von ihren Freunden zur├╝ck und vernachl├Ąssigen ihre Hobbys. Au├čerdem schlafen sie schlecht und weinen viel.

All dies sind zwar typische Symptome von Depressionen, das Problem dabei ist jedoch, dass die Krankheit viele verschiedene Gesichter haben kann. Auch Menschen wie Kristen Bell k├Ânnen davon betroffen sein. Ebenso die Olympia-Schwimmerin Allison Schmitt. Dein Kollege, der gerade bef├Ârdert wurde, kann genauso an Depressionen leiden wie dein Freund, der sich gerade verlobt hat.

Sie alle geh├Âren zu der wachsenden Gruppe von Menschen, die an einer sogenannten hochfunktionalen Depression leiden. Und da nach wie vor ein Stigma auf der Krankheit lastet, verstecken viele Betroffene ihre Traurigkeit, damit niemand erf├Ąhrt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Manche warten sogar so lange, bis es zu sp├Ąt ist.

Weiterhin gut zu funktionieren ist immer besser

Betroffene von hochfunktionalen Depressionen haben nach au├čen hin ihr Leben zwar im Griff, doch innerlich leiden sie unter extremer Traurigkeit. Carol Landau, Ph.D., ist klinische Professorin f├╝r Psychiatrie, menschliches Verhalten und Medizin an der Brown University. Ihrer Ansicht nach sind vor allem Frauen mit einem Hang zum Perfektionismus von hochfunktionalen Depressionen betroffen.

Und das sind genau die Kollegen und Freunde, die ein beneidenswertes Leben f├╝hren und zumeist auch pers├Ânlich schon viel erreicht haben.

"Ich h├Âre oft, dass es besser sei, 'weiterhin gut zu funktionieren' als 'nicht mehr richtig zu funktionieren'. Das stimmt jedoch nicht, denn eigentlich ist es nur wichtig, dass depressive Menschen Hilfe bekommen - und Menschen, die trotz ihrer Depressionen gut funktionieren, nehmen meist keine Hilfe in Anspruch", so Landau.

Ein offensichtlicher Kampf, der dennoch nicht wahrgenommen wird

Leventhal brauchte mehrere Jahre, bis sie es schaffte, ihren Blogbeitrag ├╝ber ihre inneren K├Ąmpfe zu ver├Âffentlichen. "Ich hatte bereits sehr lange dar├╝ber nachgedacht", erz├Ąhlt sie. "Eines Nachts lag ich lange wach und konnte nicht schlafen. Irgendwann beschloss ich, all meine Gedanken der vergangenen Jahre in Worte zu fassen."

Sie erz├Ąhlt, dass ihre Freunde schockiert auf den Post reagiert h├Ątten. Inzwischen traut sie sich immer h├Ąufiger, mit anderen ├╝ber ihre Depressionen zu sprechen: "Ich erw├Ąhne ganz beil├Ąufig, dass ich einen Termin bei meinem Therapeuten habe. Genau so, als w├╝rde ich von einem Zahnarzttermin erz├Ąhlen." Aus Angst vor negativen Reaktionen spricht sie jedoch noch immer relativ selten ├╝ber das Thema.

Nach Aussage von Landau ist dies ein typisches Verhalten von Frauen. "Wir sehen uns noch immer in der Rolle der Versorgerinnen und dazu geh├Ârt es auch, dass wir selbst nur ungern zugeben, dass wir Hilfe brauchen", so Landau.

"Das ist jedoch ein gro├čes Problem. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind Depressionen der Hauptgrund f├╝r pers├Ânliche Einschr├Ąnkungen. Diese Einsch├Ątzung ber├╝cksichtigt die Tatsache, dass Betroffene h├Ąufig Fehltage in der Arbeit aufweisen, dass sie ihrem Alltag nicht mehr uneingeschr├Ąnkt nachgehen k├Ânnen und dass sie [m├Âglicherweise Gefahr laufen,] andere Krankheiten wie Diabetes zu entwickeln", so Landau weiter.

"Sobald man sich Freunden anvertraut, erh├Ąlt man oft ├Ąhnliche Reaktionen, wie: 'Ich leide auch daran' oder 'meine Schwester hat das auch' oder 'das kenn ich von meiner Mutter' oder 'unserer anderen Freundin geht es genauso.'"

Auch das sind Anzeichen f├╝r Depressionen

Leventhal kann sich nicht mit den tr├╝bsinnig dreinblickenden Frauen aus Anzeigen f├╝r Antidepressiva identifizieren. Ihre Symptome ├Ąu├čern sich auf eine andere Art. "Ich war st├Ąndig gereizt", erkl├Ąrt sie. Nach Aussage von Landau ist dies v├Âllig normal.

"Wenn man eine Freundin hat, die st├Ąndig schlecht gelaunt ist oder als 'Zicke' gilt, kann es gut sein, dass sie eigentlich heftige innere K├Ąmpfe austr├Ągt. Es gibt noch eine weitere Verhaltensweise, die einen hellh├Ârig werden lassen sollte: n├Ąmlich wenn jemand st├Ąndig ironische oder missmutige Kommentare von sich gibt, obwohl dieses Verhalten eigentlich gar nicht zu der betroffenen Person passt und oft fehl am Platz wirkt.

Wie sollte man also mit einer Freundin umgehen, bei der man den Eindruck hat, dass sie ihre Depression zu verstecken versucht? Landau empfiehlt, dass man seine Freundin einfach fragen sollte, ob bei ihr alles in Ordnung ist und dass man ihr sagen sollte, dass sie in letzter Zeit nicht sie selbst ist.

Leventhal sieht das ├Ąhnlich: "Das k├Ânnen kleine Gesten sein, zum Beispiel, dass man einfach mal fragt: 'Wie geht es dir?' Sei einfach da und h├Âre deiner Freundin zu. Und frag sie, was sie braucht. Denn jeder braucht etwas anderes."

Nach Aussage von Landau w├Ąre es gut, wenn man sich bereits im Vorfeld des Gespr├Ąchs eine L├Âsungsm├Âglichkeit ausdenkt. Man k├Ânnte seiner Freundin vielleicht einen guten Therapeuten oder eine Meditations-App wie Headspace empfehlen.

"Es gibt eine Vielzahl an Therapeuten, Medikamenten, Apps und anderen Hilfsmitteln", so Landau. "Und gerade deshalb ist es ja auch so schade, dass so viele Menschen sich keine Hilfe holen."

Dieser Blog erschien urspr├╝nglich bei der Huffington Post USA und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen ├╝bersetzt.

(juk)