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Fahrradstraßen für Bochum

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Bisher gibt es in Bochum und Wattenscheid keine einzige Fahrradstraße. Bereits als die Stadt im August 2016 Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der fußgänger- und fahrradfreundlichen Städte in NRW (AGFS) geworden ist, wurde darauf hingewiesen, dass an dieser Stelle Nachholbedarf besteht.

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Foto: Karl-Ludwig Poggemann

Eine Fahrradstraße ist eine dem Radverkehr vorbehaltene Straße. Sie darf auch mit anderen Fahrzeugen benutzt werden, wenn dies durch ein entsprechendes zusätzliches Verkehrszeichen erlaubt wird. Häufig wird das Befahren durch andere Fahrzeuge für Anlieger zugelassen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt für alle Fahrzeuge 30 km/h. Das Nebeneinanderfahren mit Fahrrädern ist erlaubt. Autofahrer müssen im Verkehr auf der Straße den Radfahrern Vorrang gewähren.

Daher ist eine Umwidmung von Straßen in Radstraßen dort sinnvoll, wo Straßen, nicht als Durchgangsstraßen, sondern dem Anwohnerverkehr dienen. Die Umwidmung ist kostengünstig, es muss eine entsprechende Beschilderung erfolgen. Häufig sind zudem Markierungen auf der Straße sinvoll, die die Beschilderung verdeutlichen.

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Die STADTGESTALTER schlagen nun folgende Straßen vor, die zu Fahrradstraßen umgewandelt werden könnten und auch bereits als solche teilweise diskutiert wurden:

Rottstraße/ Humboldtstraße: Diese Straßen dienen Radfahrern schon heute als Alternativroute, damit sie nicht über Allestraße, West-und Südring sowie die Viktoriastraße fahren zu müssen. Über Rott- und Humboldtstraße erfolgt eine direkt Verbindung zwischen Bermuda3-Eck und Westpark. Am Südring müssten beide Straßen mit einem beidseitig befahrbaren Radweg verbunden werden.

Glockengarten/ Düppelstraße: Diese Fahrradstraße dient insbesondere als Alternativroute für die Wittener Straße die teilweise zu schmal ist für die Anlage eines Radstreifens. Sie verbindet auch den Springorumradweg direkt mit dem zukünftigen Radschnellweg (RS1) und dem Hauptbahnhof. Die Verbindung von Düppelstraße und am Glockengarten und über den Steinring müsste so umgebaut werden, das eine direkte, schnelle und sichere Querung des Steinrings in beide Richtungen möglich ist.

Saladin-Schmitt-Straße/ Knepperstraße: Über diese beiden Straßen wird eine gute Radverbindung vom Beginn der Königsallee und Hattingerstraße am Schauspielhaus bis zur Universitätsstraße und dem Sprigorumradweg geschaffen. Am Ende der Knepperstraße müsste dazu noch eine direkte Aufleitung auf die Springorum-Trasse geschaffen werden sowie eine schnelle Ableitung auf die Universitätsstraße.

Alle drei von den STADTGESTALTERN vorgeschlagenen Fahrradstraßen ermöglichen den Radfahrern sichere und schnelle Verbindungen zwischen wichtigen Punkten in der Stadt. Es werden Straßen zu Fahrradstraßen umgewandelt, die bisher nur als Anwohnerstraßen dienen sollen. Alle Straßen weisen schon heute tendenziell wenig Verkehr auf. Durchgangsverkehr ist auf den Straßen ohnehin unerwünscht. Auf allen vorgeschlagenen Fahrradstraßen sollte das Befahren durch Anwohner mit dem Auto zugelassen werden.

Bochum hat sich im ADFC-Fahrradklimatest 2016 zwar verbessert, belegt aber immer noch nur einen bescheidenen 23. Platz unter den deutschen Großstädten (Auswertung Bochum). Die Einrichtung von Fahrradstraßen wird bei relativ geringen Kosten die Stadt bei dem Ziel eine fahrradfreundliche Stadt zu werden weiter nach vorne bringen.