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Startup Economy - Integration durch Entrepreneurship

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
YOUNG ENTREPRENEUR
Bloomberg via Getty Images
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Wirtschaftswachstum ist in aller Munde. Politik, Gesellschaft und Wirtschaft w├╝nschen es sich, jedoch gestaltet es sich schwieriger als gedacht. Eine neue ÔÇ×Startup Economy" k├Ânnte ein Teil der L├Âsung sein und gleichzeitig Potential der Zuwanderung nutzen sowie Integration f├Ârdern. Eine klassische Win-Win Situation.

Mehr als 60% aller Arbeitspl├Ątze entstehen nicht in Beh├Ârden und b├Ârsennotierten Firmen, sondern durch Existenzgr├╝ndungen sowie durch wachsende, mittelst├Ąndische Unternehmen.

Schenkt man den Langzeitstudien aus den USA und Europa Glauben, so wird die Wichtigkeit des Wachstumsmotors ÔÇ×Entrepreneurship" sichtbar. Ebenso gibt es akademische Studien und Praxisbeispiele, wie das Gr├╝ndungszentrum in Hamburg von Unternehmer ohne Grenzen e.V., die zeigen, dass Integration durch Entrepreneurship erfolgsversprechend ist.

Startup Economy Deutschland - Die Vision

Die Zukunft birgt beruflich Ungewissheiten und noch mehr Chancen, da Technologien wie K├╝nstliche Intelligenz, Quanten Computer, Sensorik, Robotik, 3D-Druck und synthetische Biologie den Arbeitsmarkt gravierend ver├Ąndern werden.

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Deutschland kann sich jedoch neu definieren und zu einem Gr├╝ndungsland werden - nicht auf dem Papier, sondern in der Praxis. Der Schl├╝ssel zum Erfolg sind Gr├╝ndungsf├Ârderungen in Schulen sowie Universit├Ąten, leicht zug├Ąngliche F├Ârderungsprogramme f├╝r Jedermann und ein gesellschaftliches Umdenken in Bezug auf unternehmerischem Erfolg sowie Misserfolg.

Dazu bedarf es tausender Startup-affiner Menschen - Zuwanderung kann eine L├Âsung sein.

In England wurde dies bereits erkannt, weshalb Startups nach Erhalt eines Sponsoren-Zertifikats Mitgr├╝nder und Angestellte aus aller Welt ins Vereinigte K├Ânigreich holen d├╝rfen. Die Haftung ├╝bernimmt dabei nicht der Staat, sondern das Unternehmen.

Deutschland - Eine Momentaufnahme

Auch in Deutschland wurde das Potential vom Unternehmertum entdeckt. Es gibt bereits viele gute Wettbewerbe und F├Ârderprogramme, insbesondere f├╝r Studenten und Sch├╝ler. Universit├Ąre Inkubatoren, Lean Startup F├Ârderung und praxisbezogener Unterricht w├Ąren aber noch ausbauf├Ąhig.

Auch das Thema ÔÇ×Gr├╝ndung durch Migranten" wird vom Bundesamt f├╝r Wirtschaft und Energie thematisiert. Das Bundesamt f├╝r Migration und Fl├╝chtlinge bietet Hilfestellung, wenn man in Deutschland arbeiten m├Âchte, jedoch ist dies leider noch nicht ausreichend.

Es gibt also gute Ans├Ątze von Seiten der Regierung. Um die F├Ârderung jedoch effektiver zu machen bedarf es mehr praktische Betreuung und zeitgem├Ą├če, zug├Ąngliche und vielf├Ąltige Programme.


Zuwanderung - Chance & Herausforderung

Auch wenn das Thema Migration und Asyl in den Medien unterschiedlich behandelt wird, und die damit verbundenen Meinungen emotional behaftet sind, ist es rein objektiv betrachtet Chance und Herausforderung zugleich.

Einerseits steht die Solidargemeinschaft der Europ├Ąischen Union, aber auch der wirtschaftliche Zusammenhalt der globalisierten Welt, auf dem Pr├╝fstand. Anderseits muss die Politik dynamischer werden, um neuankommende Menschen schneller zu integrieren. Dabei ist dieser Prozess nicht einseitig, sondern muss im Miteinander von B├╝rgern und Einwanderern erfolgen. Politik und Gesellschaft k├Ânnen und m├╝ssen hier Hilfestellung bieten.

Integration durch Entrepreneurship k├Ânnte eine L├Âsung sein, die im ersten Schritt ├Âkonomische Unabh├Ąngigkeit und somit sozio-├Âkonomische Inklusion erm├Âglicht - eine Voraussetzung, um sich ├╝berhaupt integrieren zu k├Ânnen. Bei 441.899 Erstantr├Ągen im Jahr 2015, die das Bundesamt f├╝r Migration und Fl├╝chtlinge ver├Âffentlichte, bietet sich ein schier unendlicher Pool an motivierten, talentierten und kreativen Menschen, die Deutschland mit ihren Ideen und Konzepten begeistern k├Ânnen - wenn man sie nur lie├če.

Startup Economy - Der Weg zum Erfolg

Es bedarf also nicht mehr Sozialleistungen, sondern mehr Sprachkurse und Anlaufstellen f├╝r gr├╝ndungsaffine Migranten und Fl├╝chtlinge mit Arbeitserlaubnis. Generell sollte eine Arbeitserlaubnis schnell erfolgen, da vielleicht das n├Ąchste Google oder Facebook im Verborgenen schlummert. Dieser Prozess sollte nicht in den b├╝rokratischen M├╝hlen zerm├╝rbt und im Keim erstickt werden, sondern auf dem ÔÇ×Kurzen Dienstweg" erfolgen.

Unsere neuen Mitb├╝rger sollten fr├╝hzeitig ├╝ber besondere F├Ârderprogramme und Sprachkurse f├╝r Gr├╝nder informiert werden, sodass sich diese unkonventionell an eine spezielle Beh├Ârde f├╝r Existenzgr├╝ndung wenden k├Ânnten. Die Beamten dieser Beh├Ârde sollten jedoch nicht f├╝r die Beurteilung der Gesch├Ąftsidee verantwortlich sein, sondern durch ein Netzwerk von sozial engagierten Gr├╝ndern und Investoren unterst├╝tzt werden.

Forschung und Praxis haben gezeigt, dass divers zusammengesetzte Startup-Teams ├╝berdurchschnittlich erfolgreich sind. Darauf kann man aufbauen und multinationale Teams besser f├Ârdern.

Auch sollten etablierte Unternehmen nicht durch langwierige, b├╝rokratische Verfahren in der Anstellung von Migranten und Geflohenen behindert, sondern gef├Ârdert werden.

Durch das gemeinsame Realisieren von Projekten k├Ânnen Vorurteile und Fehlwahrnehmungen leichter abgebaut werden als durch soziale sowie ├Âkonomische Exklusion und Ghettoisierung in Problemvierteln oder ├╝berf├╝llten Fl├╝chtlingsunterk├╝nften.

Es geht nicht darum, eine Startup Economy zu beschw├Âren, die als Arbeitsbeschaffungsma├čnahme gesehen wird. Es geht vielmehr darum, Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. Integration w├Ąre neben der ├Âkonomischen Unabh├Ąngigkeit ein mittelfristiges ÔÇ×Nebenprodukt", das nicht durch Integrationskurse gef├Ârdert werden m├╝sste. Insbesondere Frauen k├Ânnen sich durch die eigene Selbstst├Ąndigkeit emanzipieren und sollten dabei unterst├╝tzt werden.

H├╝rden auf dem Weg zum Erfolg

Insbesondere ┬ž21 Aufenthaltsgesetz sollte ├╝berarbeitet werden, da dieser implizit unterstellt, dass akademische Ausbildung und unternehmerischer Erfolg korrelieren w├╝rden. Da die Erfolgsforschung bei Startups jedoch weitaus mehr Faktoren ber├╝cksichtigt, sollte diese Betrachtungsweise ├╝berdacht werden. Ebenso werden gr├╝ndungswillige Menschen mit einem Lebensalter von ├╝ber 45 Jahren unverh├Ąltnism├Ą├čig ausgebremst, da dazu eine Verm├Âgensuntergrenze verlangt wird, die insbesondere bei Flucht oder der Abstammung aus Entwicklungs- sowie Schwellenl├Ąndern utopisch ist. Auch ┬ž16 Aufenthaltsgesetz bremst Unternehmensgr├╝ndung aus der Universit├Ąt oder Schule heraus und ist nicht mehr zeitgem├Ą├č.

Ein Startup ist eben kein statisches Gebilde, welches eine mehrj├Ąhrige Planung, Niederschrift im Business Plan und eine prognostizierte Kapitalbedarfsrechnung f├╝r die n├Ąchsten zehn Jahre bedarf, sondern kann iterativ und kosteng├╝nstig getestet sowie umgesetzt werden.

Gerade staatliche Institutionen vertreten diese Meinung besonders, und dies ist ein Grund mehr, erfahrende Gr├╝nder und Investoren ins Boot zu holen.


Fazit - Wir schaffen das

Kreativit├Ąt, Ideenreichtum, Flei├č und Intelligenz kennen weder Geschlecht, Religion noch soziale Herkunft, weshalb das Potential der Startup-Economy mit jeder neu ankommenden Person in Deutschland w├Ąchst.

Es liegt jedoch an Politik, Gesellschaft und Wirtschaft dieses Potential zu nutzen und zu f├Ârdern. Wir sollten alles daran setzen gr├╝ndungswilligen Menschen keine Steine in den Weg zu legen, sondern sie so gut wie m├Âglich zu f├Ârdern. Integration durch Entrepreneurship ist kein Luftschloss. Es kann funktionieren.

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