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Verena Grönbeck Headshot

Ich hatte einen Körper, von dem viele träumen - dann bekam ich drei Kinder

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AFTER BABY BODY
Stillzwerg
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16 months after my twin pregnancy. 30 kilograms get and lost in the shortest time. My mother´s body has made three children and two births. An caesarean section, excess skin, pregnancy strips and muscles that have pulled apart, rektusdiastase. That´s me. The miracle of life. The body of life. - schrieb ich gestern auf Instagram.

Wenn ich mich im Spiegel betrachte, sehe ich eine Frau, die dreifaches Leben geschaffen hat. Die überschüssige Haut und die Kaiserschnittnarbe stören mich nicht. Auch nicht die Schwangerschaftsstreifen oder die Tatsache, dass der Bauch nicht mehr fest ist, sondern sehr weich, warm, anschmiegsam und kuschelig.

Einzig und allein die Rektusdiastase (die mittleren Bauchmuskeln haben sich während der Zwillingsschwangerschaft auseinandergezogen, dazwischen ist ein Loch/Spalt) stört mich sehr oft. Man kann sich dies nicht vorstellen, wenn man es selbst nicht hat.

Die Bauchmuskeln sind so weit auseinander, dass der Bauch ziemlich weit nach vorne rausschaut, eine ganze Zeit lang zeichneten sich Organe von mir ab und man sieht heute noch durch die Wölbung des Darms, wenn ich etwas gegessen habe. Der Bauch nimmt dann stark an Volumen zu.

Wenn ich auf dem Rücken liege, sieht man den Spalt sehr deutlich und die überschüssige Haut zieht sich in diesen Spalt hinein - beim Anspannen der Bauchmuskeln sowieso.

Nach dem ersten Kind sah mein Körper innerhalb kürzester Zeit wieder genauso aus wie vor der Schwangerschaft, wenige sehr helle Dehnungsstreifen am Bauch, die man kaum sah, aber sonst sah man mir nicht an, dass ich bereits Mutter bin.

Ich bin soweit zufrieden mit meinem Körper mit drei Kindern

Überwindung hat es mich nicht gekostet, mich auf den Bildern zu zeigen. Schwerer fällt es mir im Schwimmbad. Gerade weil ich drei Kinder geboren habe, zeige ich mich im Bikini.

Ja, die Blicke anderer Mütter verunsichern mich oft und ich sehe auch die flachen, kaum ersichtlich, wunderschön und perfekten anderen Mutterbäuche, doch wenn ich dann an mir herunterblicke denke ich: Mein Bauch ist ebenfalls genauso wunderschön! Anders, aber genauso schön. Ich trage ihn mit Stolz.

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Verändert hat sich, dass ich nicht mehr allzu gerne enge Oberteile trage, einfach weil der sich Bauch aufgrund der Rektusdiastase immer nach vorne wölbt und abzeichnet. Mein Mutterkörper ist nicht mehr ganz so straff und fest, wie er vor den drei Kindern war, aber das muss er auch nicht.

Ich bin nicht mehr 22 Jahre jung. Ich war nie trainiert oder muskulös, aber immer sehr sehr schlank und ohne ein Fettpölsterchen. Ja, wahrscheinlich hatte ich einen dieser Körper, von dem die meisten Frauen träumen und Größe XS, aber mich störte dies sehr oft.

Damals verunsicherte mich mein Körper. Heute fühle ich mich ganz wohl in Größe 34 und traue mich endlich auch kurze Hosen zu tragen. Mein gesamtes Körpergefühl hat sich mit und durch meine drei Kinder positiv verändert und mein Mann liebte meinen Mutterbauch lange bevor ich ihn lieben gelernt habe.

Das ist mein Mutterkörper 16 Monate nach meiner Zwillingsschwangerschaft

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30 Kilogramm nahm ich während der Schwangerschaft zu und innerhalb kürzester Zeit auch wieder ab. Der Bauch dehnte sich extrem und wieder zurück - zurück blieb viel überschüssige Haut, Dehnung- und Schwangerschaftsstreifen, eine Kaiserschnittnarbe, Muskeln die sich auseinandergezogen haben und bis heute nicht wieder an Ort und Stelle sind, auch Rektusdiastase genannt.

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Mein Mutterkörper hat drei Kinder getragen und zwei Geburten gemeistert. Er hat Höchstleistungen vollbracht und dafür bin ich dankbar. Wahnsinn, wenn man sich dies vorstellt und jetzt die Bilder bzw. meinen Mutterbauch betrachtet.

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In mir entstand Leben. In mir entstanden Wunder. Und das sieht man meinem Körper auch an. Das Zusätzliche Gewicht, welches ich in der Schwangerschaft zunahm, verschwand schnell, wahrscheinlich auch aufgrund des Stillens. Was blieb, ist ein Mutterbauch, der Leben in sich trug und ganz viel Liebe.

Das bin ich, das ist mein Körper. Das Wunder des Lebens!

Alles liebe,

Verena

Der Beitrag erschien zuerst auf Der Stillzwerg.

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