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Was du von Lukas Podolski lernen kannst

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
LUKAS PODOLSKI
Getty
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Er ist ein netter Kerl, der Lukas. Ich mag ihn. Da spricht kein glattgeb├╝gelter, medientrainierter Superstar in die Mikrofone, sondern ein Junge von nebenan, den es in die Welt des Profifu├čballs verschlagen hat. Er ist der Kumpel, den man sich w├╝nscht, weil auf ihn immer Verlass ist. Podolski, der bei der WM diesen besonderen Teamgeist Ausdruck verliehen hat, obwohl er kaum auf dem Spielfeld war. Ihm nimmt man die Spontanit├Ąt seines Selfies mit der Kanzlerin ohne Probleme ab. Kalk├╝l traut man ihm nicht zu. Und dennoch tut er mir leid.

Gefangen in der fremden Welt. Nun h├Ąngt er da in London herum, unser Lukas. Die Vorstellung, dass er irgendwo anders als in K├Âln spielen k├Ânnte, fand ich schon immer merkw├╝rdig. In M├╝nchen hat es dann ja auch nicht so gut mit ihm geklappt. Und jetzt in London sieht es nicht besser aus. Er kommt kaum zum Einsatz und lieb├Ąugelt wieder ├Âffentlich mit einem Wechsel. Vielleicht sogar nach K├Âln. Reichen seine Qualit├Ąten als Fu├čballer nicht mehr, um bei den ganz Gro├čen mitzuspielen? Ich glaube das nicht, auch wenn ich auf diesem Gebiet keine Fachfrau bin. Mir kommt es vor, dass da ein Typ Mensch nicht f├╝r eine Welt geschaffen ist, in die er unbedingt m├Âchte.

Wenn der Kampf zur Gefahr wird. Es muss schrecklich sein. Man hat eine Menge erreicht und steht kurz davor, die entscheidende H├╝rde zu nehmen. Und mit einmal wird diese H├╝rde gr├Â├čer und gr├Â├čer, bis sie schlie├člich un├╝berwindbar ist. Schlie├člich gef├Ąhrdet jeder weitere Versuch das Erreichte. Wenn man jetzt nicht rechtzeitig gegensteuert, riskiert man alles zu verlieren. Nicht nur Lukas Podolski unterliegt einer solchen Gefahr. Der Versuch, Tr├Ąume zu realisieren, geh├Ârt vermutlich zum Leben vieler Menschen. Zu meinem Leben auf jeden Fall. Aber schlagen wir dabei nicht manchmal die falsche Richtung ein?

Herausforderung oder Widerstand. Die Kunst besteht darin, zu erkennen, ob der Traum, den man hegt, noch zu mir passt und, ob er sich auch tats├Ąchlich realisieren l├Ąsst. Auf dem Weg zum Ziel begegnet man oft Widerst├Ąnden. Als aufstrebende Autorin geh├Ârt dies fast zu meinem t├Ąglichen Brot. Ich glaube, es kommt drauf an, ob ich diese Widerst├Ąnde als Herausforderung, die mich wachsen oder als Hindernisse, die mich verzweifeln lassen, erkenne. Dazu bedarf es einer gesunden Selbsterkenntnis und der Grat dazwischen ist schmal. Ich hoffe f├╝r Lukas Podolski, dass er diese Selbsterkenntnis besitzt und den richtigen Weg w├Ąhlt, seine Tr├Ąume wahrwerden zulassen oder, sie neu zu definieren.


Denn wenn dein Traum nicht zu dir passt, ├Ąndere ihn! Tweet: Wenn dein Traum nicht zu dir passt, ├Ąndere ihn!

Wenn es partout nicht weitergeht. Wer kennt nicht den Moment, an dem es einfach nicht weitergehen will. Wobei dies nat├╝rlich auch von der Erwartung abh├Ąngt. Manchmal m├Âchte man auch einfach zu viel zu schnell. Doch wie merkt man, ob man einfach nur zu ungeduldig ist oder ob es Widerst├Ąnde gibt, die einem zu denken geben sollten? Der Werdegang von Lukas Podolski zeigt mir, wie ich dem Problem eines ÔÇ×Stillstands" begegnen kann. Hier sind meine Erkenntnisse:

Wenn es nicht weitergeht, dann

  • achte darauf, ob nicht jeder weitere Versuch das bereits Erreichte zerst├Ârt.
  • umgebe dich mit Freunden, die rein gar nichts mit meinem Traum zu tun haben und denen du als Mensch wichtig bist.
  • stelle dir vor, ein tragischer Umstand w├╝rde dich fortan daran hindern, deinen Traum zu realisieren. Was w├╝rdest du tun?
  • sei dir immer bewusst, dass in dir mehr als nur ein Talent schlummert.
  • ├╝berlege, ob du nicht nur mehr willst, weil andere es von dir erwarten.
  • visualisiere die Dinge, die deinen Traum f├╝r dich so verlockend machen. Gibt es auch andere Wege, diese Dinge zu erreichen?
Letztlich bedarf es eines geh├Ârigen Ma├čes an Selbsterkenntnis, um diese Dinge ehrlich betrachten zu k├Ânnen. Aber sp├Ątestens, wenn sich die F├Ąlle h├Ąufen, an denen man sich blaue Flecken holt, sollte dies zu denken geben. Es mag sein, dass es vielleicht keine Schicksalsboten sind, wie in meinen B├╝chern, die Zeichen geben, aber feststeht, dass einem das Leben Signale sendet. Wir m├╝ssen sie nur verstehen.

Ich kann Lukas Podolski nur das Beste w├╝nschen und hoffe, dass er seinen Weg findet. Ich w├╝rde mich freuen, wenn uns seine nat├╝rliche Art auch weiter erhalten bleibt und nicht im Businessbetrieb des Profifu├čballs zerst├Ârt wird.

Auf jeden Fall hilft mir sein Werdegang dabei, mir immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass ich mich gelegentlich hinterfragen muss, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin, wenn es mal wieder schwer wird.

Hast du dich schon mal von der Verwirklichung eines Traumes verabschieden m├╝ssen? Wie hast du es erkannt?


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