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So schlimm steht es um Syriens Kinder

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IDLIB CHILDREN
IDLIB, SYRIA - DECEMBER 19: Children are seen at new tent city established by Turkish Red Crescent, AFAD (Disaster and Emergency Management Presidency of Turkey) and IHH (Humanitarian Relief Foundation) at Kommune region in Idlib, Syria on December 19, 2016. (Photo by Serhat Cagdas/Anadolu Agency/Getty Images) | Anadolu Agency via Getty Images
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Der schon seit sechs Jahren andauernde Krieg in Syrien hat schlimme Spuren hinterlassen - nicht nur auf dem Schlachtfeld Aleppo, sondern vor allem in den Seelen der Kinder. Andreas Papp, der Leiter der Nothilfe-Programme der SOS-Kinderdörfer, reiste Anfang März nach Damaskus und Aleppo, um sich einen Überblick über die aktuelle Lage zu verschaffen.

Im Interview spricht er über die größte Not der Menschen vor Ort und die nötigen Maßnahmen, um vor allem den vom Krieg traumatisierten Kindern zu helfen.

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Sie waren kürzlich in Syrien: Wie ist die Lage in Aleppo?

Im Ost-Teil gibt es nichts: Keinen Strom oder Wasser, alle Häuser sind zerstört und unbewohnbar. Die wenigen Menschen, die man hier trifft, versuchen ihr Hab und Gut, das sich noch in den Ruinen befindet, vor Dieben zu schützen.

Sie wünschen sich, ihre Häuser wieder aufbauen und bewohnen zu können. Aber ich habe leider kein einziges Gebäude gesehen, das wiederaufbaufähig erschien. Außerdem besteht weiterhin die Gefahr, dass nicht gezündete Bomben explodieren.

Welche Eindrücke haben Sie in besonderer Erinnerung?

Ich werde niemals vergessen, wie wir aus dem vollkommen verlassenen und zerstörten Ost-Teil der Stadt in den Westen Aleppos fuhren und sich plötzlich eine neue Welt auftat: Es gab Geschäfte und eine Schule, aus der Kinder hinausliefen und die Dinge taten, die Kinder eben normalerweise tun - sie lachten und spielten.

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In dieser Stadt, die wenige Straßen weiter tot erschien, herrschte plötzlich Leben! Und genau an dieser Stelle müssen wir ansetzen, wenn wir nicht noch eine Generation verlieren wollen. Die Kinder brauchen Bildung und Unterstützung, um die Grausamkeiten des Krieges zu verarbeiten. Erhalten sie diese Hilfe nicht, könnten lebenslange Seelenqualen die Folge sein!

Wie geht es den Kindern, denen Sie in Syrien begegnet sind?

Schrecklich! Vor allem die Kinder in Aleppo haben durch die Kämpfe furchtbar gelitten. Viele von ihnen saßen während der Belagerung fest. Als sie endlich frei waren, sahen sie zum ersten Mal das gesamte Ausmaß der Zerstörung ihrer Heimat.

Die Kinder, die zu uns kommen, haben Schreckliches erlebt. Ihre Geschichten sind schockierend und zu viel für eine Kinderseele! Viele mussten mit ansehen, wie ihre Eltern ermordet wurden, oder haben deren toten Körper in den Trümmern gefunden.

Was macht das mit den Kindern?

Sie sind schwer traumatisiert - mindestens 85 Prozent der rund zehn Millionen Minderjährigen Syriens haben Traumata. Sie sehen dich mit leeren, traurigen Augen an. Deshalb müssen wir uns auch umgehend um sie kümmern, damit sie das Erlebte verarbeiten können.

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Unsere Traumatherapie unterstützt die Kinder nicht nur psychologisch und emotional, sondern bringt sie auch durch spielerische und musikalische Aktivitäten wieder langsam zurück ins Leben.

Was brauchen die Kinder in den Notunterkünften noch?

Wenn man die Kinder fragt, was sie brauchen, dann sagen sie: Spielsachen wie beispielsweise einen Fußball. Spricht man mit ihren Müttern, dann bitten sie primär um Nahrung, Medizin sowie Kleidung - vor allem Sommersachen für die kommenden warmen Monate und Schuhe. Außerdem benötigen sie Schulsachen.

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Aber dafür muss es erstmal Schulen geben. Viele wurden ja in den sechs Jahren Syrien-Krieg zerstört...

Ja, vor allem in Aleppo ist das der Fall. Deshalb sind wir gerade dabei, Schulen wieder aufzubauen, damit die Kinder Unterricht erhalten und ihre Eltern währenddessen Geld verdienen können. Außerdem müssen wir die Kinder von der Straße holen, um sie vor Ausbeutung zu schützen!

Vor allem in Aleppo, wo viele Familien bei null anfangen müssen, ist das Risiko, dass Minderjährige als Kinderarbeiter eingesetzt werden, groß. Schlichtweg weil ihre Eltern das Zusatzeinkommen brauchen, um zu überleben.

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