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Hölle von Nizza

Veröffentlicht: Aktualisiert:
NIZZA
Reuters
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Nach den Pariser Attentaten vom vorjährigen 13. November mit seinen 130 Todesopfern wurde in der Nacht zum Freitag in Nizza die folgenschwere Gewissheit bestätigt, dass Frankreich vom Terrorismus heimgesucht wird.

Die islamischen Würdenträger dieser südfranzösischen Stadt haben prompt vorbeugend davor gewarnt, für dieses Attentat ihre Religion verantwortlich zu machen. Es würde aber nicht überraschen, wenn sich der Islamische Staat (IS) als sein Auftraggeber bezeichnet. Die französischen Angriffe auf IS-Ziele in Syrien und im Irak - sie werden laut Präsident Hollande trotz Nizza fortgesetzt - könnten ein einleuchtender Grund für die "Rache" - vorläufige Bilanz 85 Todesopfer - dieser islamischen Terrororganisation sein.

Der IS rekrutiert einen beachtlichen Teil seiner Dschihadisten in den Reihen der Tunesier

Sie hat zu weltweiten Anschlägen mit allen Mitteln aufgerufen. Der IS rekrutiert einen beachtlichen Teil seiner Dschihadisten in den Reihen der Tunesier. Ob das für den 31jährigen Tunesier zutrifft, der am französischen Nationalfeiertag in Nizza die Hölle verursachte, ist vorläufig ungeklärt. Er war der Polizei nur als Schläger und nicht als eventueller islamischer Radikalist bekannt gewesen. Sein Attentat konnte daher nicht verhindert werden.

Die Terroristen haben begriffen, dass sie unkontrolliert bleiben

Das beweist erneut die verhängnisvolle Tatsache, dass es in Sachen Terrorismus kein Nullrisiko gibt. Die Terroristen haben begriffen, dass sie unkontrolliert bleiben, wenn sie jeden Verdacht auf ihre Gesinnung verhindern. Das erleichtert ihr Zuschlagen an schier jedem Ort und zu jedem Zeitpunkt. Daran ändert auch die von Präsident Hollande in der Nacht zum Freitag beschlossene Verlängerung des Ausnahmezustandes (état d'urgence) und des Einsatzes von 10 000 Soldaten neben der Polizei und Gendarmerie nichts.

Ein Grund zur Resignation darf das aber nicht sein. Nach den verschiedenen in Frankreich verübten Terroranschlägen wurden die Mängel bei der Bekämpfung dieses Übels ermittelt. Ihre Beseitigung muss deshalb mehr denn je hartnäckig und unnachgiebig in Angriff genommen werden.

Es kann und muss der Beweis erbracht werden, dass der französische demokratische Rechtsstaat und seine Verbündeten den Kampf gegen den Terrorismus nicht verlieren müssen.

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