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"Alleinreisen ist für Frauen zu gefährlich" - worauf man als Frau in fremden Ländern achten muss

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"Alleinreisen ist für eine Frau zu gefährlich" hört man heute zwar nicht mehr ganz so häufig wie früher, aber der Sicherheitsgedanke ist immer noch einer der Gründe, die Frauen von einer Reise ohne Begleitung abhalten.

Und dazu gehört auch das Thema Männer. Unterwegs begegnen wir tausenden Menschen, aber worauf gilt es in einem fremden Land im Umgang mit Männern zu achten? Kann ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen oder muss ich grundsätzlich skeptisch sein?

Meine Feststellung nach vielen Jahren Alleinreisen als Frau ist, dass sich in Bezug auf Männer auf Reisen nichts wirklich verallgemeinern lässt.

Natürlich gibt es sicherere und risikoreichere Länder und Tendenzen hinsichtlich der landestypischen Eigenarten der männlichen Bevölkerung, aber bedingt durch den kulturellen Mix in vielen Ländern und auch durch das eigene Auftreten wird es einige Punkte geben, die man immer berücksichtigen sollte, um nicht nur eine Reise gut zu überstehen, sondern auch um mit den schönstmöglichen Erlebnissen nach Hause zurückzukehren.

Das eigene Auftreten

Wieso ich diesen Punkt als erstes erwähne? Weil man mit seinem Auftreten sehr viel steuern kann! Ebenso wie im Alltag zu Hause, hat jede Frau ihre eigene Ausstrahlung, auf die Menschen jeweils ganz unterschiedlich reagieren.

Vieles hängt zwar auch vom Aussehen und Kleidungsstil ab, aber entscheidend ist insbesondere die Persönlichkeit: Mit Offenheit und Selbstbewusstsein wird man andere Kontakte und Gespräche haben, als mit Verschlossenheit und schüchternem Auftreten.

Mit blonden, langen Haaren, schlanker Figur und engen Klamotten wird man sich (je nach Reiseland) auf mehr Zuspruch einstellen müssen als mit dunklen Haaren, rundlicher Figur und weiten Sachen. Das Alter spielt natürlich ebenfalls eine Rolle.

Mir ist im Laufe von zwölf intensiven Reisejahren nur ein Mal etwas passiert und das war nicht alleine, sondern auf Bali im Beisein einer mit Hotpants und engem Top bekleideten Freundin, als ein betrunkener Typ mich abends auf einer dunklen Straße begrapscht hat.

Es mag Zufall gewesen sein, bestätigt aber meine Meinung, dass aufreizende Kleidung beziehungsweise das Präsentieren von viel Haut die Wahrscheinlichkeit solcher Situationen deutlich erhöht.

Natürlich rechtfertigt das keinen Übergriff, aber zum Beispiel unter Einfluss von Alkohol oder Drogen haben sich viele (triebgesteuerte) Männer nicht mehr unter Kontrolle und diesen Faktor sollte man im Sinne der eigenen Sicherheit immer im Hinterkopf behalten.

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Ein sicherer, entspannter Ort für alleinreisende Frauen: Isla Holbox in Mexiko
(c) Ute Kranz

Das eigene Verhältnis zu Männern

Klingt komisch, ist aber durchaus eine Auseinandersetzung wert. Komme ich generell gut mit Männern zurecht? Wie verhalte ich mich in Konfliktsituationen? Lasse ich mich schnell einschüchtern oder gebe ich eher Kontra? Kann ich Männer gut einschätzen oder liege ich öfter falsch mit meinem ersten Eindruck?

Trete ich selbstbewusst auf oder bin ich eher der ängstliche Typ? Bin ich auf der Suche nach einem Partner? - All diese Kriterien beeinflussen unser Verhalten gegenüber Männern nicht nur enorm in unserer gewohnten Umgebung, sondern auch auf Reisen. Mit einem Unterschied: In fremden Ländern können wir unser männliches Gegenüber noch weniger einschätzen.

Nach meiner Erfahrung sollte man allein unterwegs immer ein größtmögliches Selbstbewusstsein an den Tag legen. Man muss es nicht übertreiben, aber es wird einem in vielen Situationen sehr nützlich sein: Man wird seltener über's Ohr gehauen und der Umgang ist respektvoller.

Im Laufe der Jahre habe ich immer wieder festgestellt, dass besonders Taxi- und Busfahrer, Guides und viele andere Kontakte die Gutmütigkeit und Höflichkeit austesten um herauszufinden, wie weit sie gehen können.

"Nein" zu sagen wird man wahrscheinlich nirgends so gut lernen wie auf Reisen. Zielstrebigkeit und eine dominantere Verhaltensweise wird einem selbst vielleicht manchmal etwas unweiblich vorkommen, hilft aber dabei zum Ziel zu kommen - und das zählt!

Notlügen lernen!

Ehrlichkeit ist eine wunderbare Tugend, aber auf Reisen kann sie problematisch werden. Je nach Reiseland ist oft eine der ersten Fragen von einheimischen Männern, ob man verheiratet ist oder einen Freund hat.

In Afrika, Latein- und Südamerika werden diese und ähnliche Fragen häufiger gestellt als zum Beispiel in asiatischen Ländern. Daher macht ein Repertoire an Notlügen Sinn, mit dem man sich unkompliziert und charmant aus allen möglichen Situationen zurückziehen kann.

Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt: Der Freund, der aufgrund seines Jobs nicht mitreisen konnte, die kranke Freundin, die im Hotel auf einen wartet und so weiter.

Gerade bei sehr offensiven, aufdringlichen Männern sollte man sich im Gespräch davor hüten, ihnen den Namen der Unterkunft zu nennen - entweder ein anderes Hostel erwähnen oder sagen, dass man sich den Namen irgendwie nicht merken kann.

Wer sich dieser ganzen Problematik von vornherein entziehen und eine entspannte Reise haben möchte, streift sich für die Reise schlichtweg einen Ehering über.

Besonders in afrikanischen Ländern macht das Sinn, denn es ist nicht unüblich, im Laufe von nur wenigen Stunden Liebesbekenntnisse oder sogar einen Heiratsantrag zu bekommen - auch zum Beispiel trotz Erwähnung eines Freundes oder Ehemannes zu Hause!

Es widerspricht zwar generell unserer Natur, aber je nach Situation ist es auch mal eine schöne und neue Erfahrung, sich vollkommen dumm stellen zu können ... es macht das Leben irgendwie leichter.

Selbst die „gute Erziehung" mit Höflichkeit und freundlichen Worten kann man im Zweifel mal beiseite legen, denn in der Regel wird man die betreffende Person in seinem Leben nicht wiedersehen.

Vertrauen ist gut, Vorsicht ist besser

Solo unterwegs wird es zahlreiche Situationen geben, in denen man mit einem oder mehreren Männern alleine ist: Im Taxi, im Tuktuk, an einer Bushaltestelle, während einer Tour, im Restaurant, auf einem Spaziergang etcetera.

In vielen Ländern ist das völlig unbedenklich, in anderen wiederum gilt es etwas wachsamer zu sein. Auch hier kann ich nur empfehlen, sich direkt klar zu äußern und nachzufragen, wenn etwas anders läuft als geplant. Das signalisiert, dass man sich nicht alles gefallen lässt und in der Lage zu sein scheint, sich im Falle eines Falles wehren zu können.

Man kann dem anderen immer nur vor den Kopf gucken. Wenn man sich zum Beispiel mit jemandem für abends verabredet und es für einen selbst nur ein freundschaftliches Treffen ist, heißt das noch lange nicht, dass der andere das genauso sehen muss.

Auch hier helfen klare Worte weiter. Schüchternheit kann einen in unangenehme Situationen bringen, weshalb es Sinn macht, skeptisch zu sein und sich im Vorfeld schon ein paar Gedanken zu machen, wie man sich im Falle einer anderen Entwicklung als der gewünschten verhalten wird, also einen Plan B sollte man bestenfalls immer schon in der Tasche haben.

Skepsis ist keineswegs spießig, sondern schützt einen vor einer möglichen unschönen Erfahrung. Wenn es vielleicht auch selten vorkommen mag, kann es dennoch passieren, dass man auf einer Party, in einer Bar, in einem Club oder einer anderen Lokalität K.O.-Tropfen in sein Getränk gemischt bekommt, was dazu führt, dass man sich gegen sexuelle Übergriffe nicht mehr wehren und sich später sogar auch kaum bis gar nicht daran erinnern kann. Daher am besten sein Getränk immer im Auge beziehungsweise in der Hand behalten. Siehe auch meinen Artikel zu einem besseren Schutz auf Reisen.

Kulturelle Unterschiede

Gerade in muslimischen Ländern ist das oberste Gebot sich anzupassen! Lange Hosen, langärmlige Shirts, alles möglichst weit und nicht figurbetonend sowie keinesfalls bauchfrei heißt hier die Devise.

Zu diesen Ländern zählen allerdings nicht nur die klassisch arabischen, sondern es gibt auch einen sehr hohen Anteil muslimischer Bevölkerung in Asien, zum Beispiel ist das größte muslimische Land Indonesien. Also beispielsweise vor einer Reise nach Sri Lanka, Malaysia oder Sansibar sollte man sich mit dem Thema Kleidung und islamischer Bevölkerung intensiver auseinandersetzen.

Wie gesagt steht es keinem Mann zu, einen aufgrund einer leichteren Bekleidung anzufassen, aber die Gefahr ist dadurch einfach größer und sollte man im Vorfeld einfach vermeiden. Abgesehen davon ist es auch eine Sache des Respekts, sich dem Reiseland und den kulturellen Gegebenheiten vor Ort entsprechend anzupassen.

Er & Ich

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Sollte es dazu kommen, dass man sich mit einem Mann unterwegs näher kommt, sollte selbst bei den größten Gefühlen die eigene Gesundheit im Vordergrund stehen. Er ist völlig fremd, man weiß tendenziell wenig über ihn und lediglich das Vertrauen oder Bauchgefühl hilft einem im Zeitalter von Aids, HPV (Viren, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können) und unzähligen Geschlechtskrankheiten nicht weiter; von einer möglichen Schwangerschaft ganz abgesehen.

Es dürfte zwar heutzutage zum Standard der eigenen Gesundheitsvorsorge gehören, jedoch lassen sich viele Frauen immer noch von der Situation, den Ausreden des Mannes und von der Umständlichkeit der Verwendung eines Kondoms dazu verleiten, auf diesen Schutz zu verzichten.

Die Einstellung "mir passiert schon nichts" trifft leider nicht auf jede Frau zu und das sollte einem selbst der schönste und romantischste Urlaubsflirt nicht wert sein. Die Pille schützt nicht vor HIV und anderen Geschlechtskrankheiten und was viele nicht wissen: Über Sperma kann man sich auch mit HIV infizieren.

Statistik: In vielen Ländern Afrikas sind zum Teil über 20% der Bevölkerung (!) mit dem Aids-Virus infiziert, gefolgt von den karibischen Inseln, Mittel- und Südamerika. Zum Vergleich: In Deutschland sind es gerade mal 0,1% der Bevölkerung!

"I love you!"

Liebe und die drei bekennenden Wörter sind hierzulande etwas Besonderes! In einer Beziehung wägen wir Wochen, wenn nicht sogar Monate ab, um den richtigen Moment für diesen Satz zu finden.

In manchen Ländern und Kulturkreisen haben diese drei Wörter allerdings wenig bis gar kein Gewicht und ist mit einem einfachen "Ich mag dich" gleichzusetzen. Man sollte sich nicht wundern, wenn diese drei verheißungsvollen Worte unter Umständen schon am zweiten Kennenlern-Tag fallen.

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Es hört sich natürlich toll an, aber man sollte diesem Satz nicht allzu viel Bedeutung beimessen. Manche Männer nutzen diesen „Spruch" auch gerne, um schneller Vertrauen und damit eine engere Bindung zu gewinnen; oder auch, um einen schneller ins Bett zu bekommen.

Happy End

Zuguterletzt sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es natürlich auch Frauen gibt, die ihren neuen Partner irgendwo in der weiten Welt kennenlernen und heute in einer glücklichen Beziehung mit diesem Mann leben.

Vielleicht stellt es sich am Ende auch nur als ein sehr schöner Urlaubsflirt heraus, weil man im "wahren Leben" doch überhaupt nicht zusammen passen würde. Wie dem auch sei - die Wahrscheinlichkeit, Mr. Right auf Reisen zu treffen, dürfte nur in jungen Jahren wesentlich höher sein, da der Durchschnitt der männlichen Backpacker und Solo-Reisenden schätzungsweise zwischen 18-32 Jahren liegt.

Wie sind deine Erfahrungen auf Alleinreisen mit Männern?

Dieser Beitrag erschien zuerst auf bravebird.

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