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Hamburg feiert Rückkehr der Kunst

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© Kay Riechers

Ab sofort ist die Hamburger Kunsthalle nach eineinhalbjährigem Sanierungs-Umbau wieder geöffnet... und das einen Monat lang sogar ohne Eintrittskosten!

Die Hamburger sind geübt im Warten, harren sie doch seit 2007 auf die Eröffnung ihrer millionenschweren Elbphilharmonie. Das sind eineinhalb Jahre Umbau der Hamburger Kunsthalle geradezu ein Pappenstiel.

„Die Kunst ist zurück", so das Motto des Hamburger Kulturtempels. Aber genau genommen war sie gar nicht weg, die Kunst, denn die Umbauten fanden bei fortlaufendem Betrieb statt - nur ein Teil der Kunstwerke gerieten vorübergehend aus dem Blickfeld.

Der Haupteingang ist nunmehr gegenüber dem Gebäude der ‚Galerie der Gegenwart', freie Sicht über den roten Granitkubusplatz durch die großzügigen Glastüren des wiederbelebten, seit 100 Jahren brachliegenden Originalzugangs.

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38 Stufen führen - so scheint es - aus dem Foyer in den Kunsthimmel, die Ausstellungsräume. Alle Wege der zwei von drei Bauten (Gründungsbau von 1869 - Erweiterungsbau von 1919 - Galerie der Gegenwart von 1997) sind deutlich verkürzt, alles ist nun ein harmonisches, architektonisches Gesamtkonzept und die Rückkehr zur ursprünglichen Form.

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"Nana" ist umgezogen: gemalt 1877 von Édouard Manet, Öl auf Leinwand, 154 x 115 cm hängt weiterhin in der Hamburger Kunsthalle, nur in einem anderen Raum.

Nicht mehr an der gleichen Stelle sondern komplett umgehängt sind alle Kunstwerke, so gestaltet sich die Besichtigung und Neuentdeckung der Hamburger Kunsthalle zu einem spannenden Entdeckungstrip-Suchspiel - mein jahrelang eingeschlagene Weg zu einem meiner Lieblingsgemälde „Nana"von 1877 des französischen Malers Édouard Manet ist für mich nunmehr ein anderer, mindestens ebenso so spannender.

Die Hängung folgt einem neuen Konzept, chronologisch durch acht Jahrhunderte Kunstgeschichte. Das älteste Exponat ist ein Retabel (Altaraufsatz) des ehemaligen Hochaltars der Petrikirche in Hamburg, der „Grabower Altar" von 1379 bis 1383 - das jüngste Werk stammt aus 2014 von der erst 39-jährigen Künstlerin Jorinde Voigt „Das Bildnis einer Hamburgerin von A. Paulsen vom Anfang des 18.Jahrhunderts".

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500 qm Ausstellungsfläche konnten hinzugewonnen werden, die Rotunde am ehemaligen Eingang scheint nun der ideale Platz für Skulpturen. Für eine „Kunstpause" besteht weiterhin die Möglichkeit, sich im einstigen „Café Liebermann" zu stärken, es heißt ab sofort „Das Liebermann", ist in einem deutlich cooleren Look als bisher gestaltet, wohl aber an der gleiche Stelle zu finden.

Innovativ und zeitgemäß ist unter vielem Neuem ist das „Transparente Museum": Einblicke in die Kernaufgabe der Kunsthalle werden gewährt, aktuelle Beispiele für Sammeln, Forschen und Bewahren, Ausstellen und Vermitteln werden gegeben, Fragen gestellt und beantwortet:. Welche Kriterien gelten bei Entscheidungen und überhaupt: was denkt das Publikum zu all dem Geschehen in der Kunsthalle zu Hamburg ...!?

Unternehmer Alexander Otto und seine Gattin Dorit gründeten zur Unterstützung des beherzten Bauvorhabens kurzerhand eine Stiftung und machten eine 15-Millionen Sachspende locker, sieben Millionen steuerte die Hansestadt Hamburg bei.

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Mäzene Alexander Otto, Dorit Otto mit Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz und Kunsthallendirektor Prof. Dr. Hubertus Gaßner (v.l.n.r.)

Nur noch kurze Zeit steht die Hamburger Kunsthalle unter der Leitung von Prof. Dr. Hubert Gaßner, ihm folgt im Herbst 2016 Christoph Martin Vogtherr (derzeit noch Direktor der Wallace Collection in London). Kunsthistoriker Gaßner hat nach zehn Amtsjahren sich und allen Kunstbegeisterten mit diesem Projekt eine Vision erfüllt.

Zufriedene Gesichter am Eröffnungstag, nicht zuletzt bei dem Publikum, denn: durch die Sponsorenzugabe des Otto-Familieneigenen Unternehmen ECE sind alle Menschen bis zum 31.5.2016 bei freiem Eintritt eingeladen, ihre neue Kunsthalle zu entdecken!

Fotos: Kay Riechers, Uta Petersen, Nicole Zaddach

www. hamburger-kunsthalle.de

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