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"Kinder führen Kinder" im Clemens Sels Museum Neuss werden Kinder zu 'Experten' für Klein und Groß ausgebildet

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KIDS MUSEUM
Steven Meert via Getty Images
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Werden Kinder und Jugendliche genügend in der Schule gefördert, vor ihrer Klasse zu sprechen oder sich selbstbewusst und offen zu präsentieren?

Immer mehr geht es in der Schulpraxis um Präsens und das auch schon in der Grundschule! Die Heranwachsenden sollen später in der Gesellschaft keine Probleme bekommen, wenn es um ein starkes Auftreten geht.

Gerade deshalb ist das Projekt „Kinder führen Kinder" ein ganz besonderes Projekt, welches schon seit langen Jahren am Clemens Sels Museum Neuss mit großem Erfolg durchgeführt wird. Nun sollte es eine neue Variante geben: Die gezielte Förderung der Sprachkompetenz von Kindern mit Migrationshintergrund.

Die Soroptimisten in Neuss konnten sich für diese Initiative des Museums begeistern und sammelten in mit einer großen Benefiz-Auktion Geld für dieses und vergleichbare Vorhaben. Denn die weltweitgrößte Vereinigung von berufstätigen Frauen sieht das Clemens Sels Museum in Neuss als einen idealen Ort, an dem Bildung und Kultur zur Stärkung von individuellen Fähigkeiten aufeinandertreffen. Der perfekte Ort eben, wo Kinder für sich und andere motiviert lernen können und dieses Wissen weitergeben.

In Zusammenarbeit mit dem Verein „Interkulturelle Projekthelden" wurden die Neusser Schüler Anna Rajavi und Abdulsamed Göl für dieses Projekt ausgesucht, beide 14 Jahre und Kinder mit Migrationshintergrund. Durch den finanziellen Support der Soroptimisten Neuss wurde gemeinsam mit der Museumspädagogin Romina Pieper ein Führungskonzept intensiv erarbeitet und erlernt, um Kinder und Erwachsene durch das Museum führen zu können.

Die beiden ‚Guides' wurden nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell geschult und lernten, Kinder- aber auch Erwachsenengruppen eine spannende Themenführung zu bieten.

Das Ergebnis spricht für sich! Abdulsamed G. (14) erklärte konzentriert das berühmte Kinderbildnis von Jacob Gerritzsz. Cuyp (1594-1652).

"Kinder wurden damals wie kleine Erwachsene dargestellt und mussten für ein solches Porträt stundenlang stillstehen", sagte er und beantwortete im Anschluss geduldig alle Fragen seiner Zuhörer. Seine "Kollegin" Anna R. (ebenfalls 14) brachte den zehn Kindern und ihren Eltern anschließend das Bild "Der Spaziergang" von Heinrich Campendonk (1889-1957) näher und ging besonders auf die Verwendung der bunten Farben und die Maltechnik ein.

Es war eine besondere Führung, die im Clemens-Sels-Museum stattfand - zum ersten Mal gaben jugendliche Museumsführer mit Migrationshintergrund eine Probe ihres Könnens ab. Beide suchten sich jeweils vier Bilder aus und trafen sich fünf Mal mit Museumspädagogin Romina Pieper, um alles Wissenswerte zu erfahren. "Wir geben aber auch unsere eigenen Eindrücke wieder", betonten sie.

Trotz einiger Aufregung brachten sie die erste Führung mit Bravour hinter sich und freuten sich über die von Museumsdirektorin Dr. Uta Husmeier-Schirlitz ausgehändigten Zertifikate. "Ihr habt lange geübt und geprobt, frei ohne Zettel gesprochen und die Beantwortung der gestellten Fragen zeigt, dass ihr noch sehr viel mehr wisst", lobte sie die Jugendlichen, die sich ab sofort mit den Führungen ein kleines Taschengeld verdienen.

Der Erfolg dieses Projekts soll natürlich nachhaltig fruchten. Deshalb haben die Soroptimisten Neuss eine stolze Summe von 5000€ für dieses und weitere Projekte gespendet, in der Hoffnung, dass weitere Kinder motiviert und gestärkt werden können.

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