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Warum gibt es eigentlich keinen Elternführerschein?

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MOTHER CARELESS KID
Westend61 via Getty Images
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Wunschkinder oder nicht - „Experimentkinder" zum Retten einer Beziehung ja oder nein? Kinder bekommen Kinder zum Aushang für bundestatistische Geburtsraten als Werbetrommel vieler Politiker. Was bedeutet es eigentlich, ein Kind auf die Welt zu setzen? 
 
Für viele gibt es hierfür verschiedene Erklärungen, Ziele oder Anregungen. Das Kindergeld ist eines der vielen Vorurteile in unserer Gesellschaft.

Ist Eltern sein so schwer?

Jedes Kind ist individuell, Lehrkörper aus der Praxis könnten nebenbei als Hellseher arbeiten, denn sie wissen immer ganz genau, was ein Kind braucht, aus welcher gesellschaftlichen Schicht das Kind vermutlich stammt und setzen den Stempel fest drauf und vergessen dabei, dass kein Kind dieser Welt sein Schicksal selbst ausgesucht hat. 

Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit."(SGB VIII § 1 Abs.1) So steht es schön bürokratisch geschrieben, aber wie sieht die Realität aus?
 
Eltern sein ist nicht schwierig in einer Gesellschaft, in der keine Klarheit der Sexualmoral besteht - geschweige denn eine passende Form der sexuellen Erziehung.

Denn jedes Bundesland legt die Aufklärungsarbeit anders. Einige fangen in der Grundschule an und andere am Ende ihres ersten Abschlusses. Doch warum gibt es eigentlich keinen Elternführerschein? Wieso werden gerade Väter nicht in ihrer Rolle als Väter weitergebildet? Es gibt nun mal eine hohe Anzahl von Steinzeitdenkern, die die Rolle einer Mutter zu stark überbewerten.

Kinder erhalten nicht die Unterstützung die sie brauchen

Natürlich gehen die Geburtsraten in Deutschland stark zurück, doch den immer jünger werdenden Eltern werden viele verlockende Angebote gemacht. Und so werden Kinder auf die Welt gebracht, die nicht immer gewollt oder für andere Zwecke gedacht waren und müssen sich in dieser Gesellschaft beweisen und erhalten meistens nicht die Unterstützung, die ihnen eigentlich zusteht. 

Am liebsten sind mir die Eltern, die nicht mal das Geburtsdatum ihrer Kinder wissen, den Klassenlehrer nicht kennen oder Vorlieben ihrer eigenen Kinder kaum entdecken. Beim Kinder Zeugen erhalten diese Eltern eine recht frühe Anleitung und genug Werkzeug und Spielzeug gibt es überall zu kaufen.

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Die Rede hier ist nicht von den 0815 Kursen, die Eltern angeblich auf das „Eltern werden" vorbereiten. Auf eine so große Verantwortung vorzubereiten, reichen keine paar Monate aus und auch keine theoretischen Floskeln oder unnötige Schreiben, in dem unterschrieben wird, dass man sich um seine Kinder kümmert.

Doch warum diese Eltern mit dieser Verantwortung allein gelassen werden, wieso sie keine langjährige Ausbildung praktizieren müssen, bevor man sie auf Kinder loslässt und warum sogar bei Mc Doof eine Ausbildung erforderlich ist, bevor man mehr als nur kassieren und Bürger ausgeben darf, das bleibt ein ewiges Geheimnis einer blühenden Gesellschaft, die erstens alles schafft und anscheinend genug Steuergelder hat, um diesen ewigen Kreislauf fortzuführen.

Kinder bekommen Kinder, das Jugendamt hilft diesen Kindern mit unendlichen Angeboten und einer Überschwemmung an Fördermöglichkeiten. Wir reden hier von Tausenden Euros, die einer Familie zu „Gute" kommt und meistens nicht immer der gewünschte Effekt erzielt wird. Absicht oder nicht, das ist hier die Frage. 

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Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Die Initiative Anderes Sehen e.V. etwa kümmert sich um die frühkindliche Förderung von blinden Kindern - ein Bereich, den die beiden Gründer zuvor als zutiefst vernachlässigt erfahren haben.

Nun setzen sie sich für Chancengleichheit für blinde Kinder ein. Anderes Sehen e.V. bietet Blindenstöcke für Kinder, die ihre ersten Schritte wagen, und entwickelt liebevoll gestaltete Tast-Bilderbücher.

Zudem hat die Initiative die Echoortungsmethode Klicksonar nach Deutschland geholt und bietet hierfür Schulungen an. Auch die Aufklärung von Betreuungspersonen und die Bereitstellung von Vorschulmaterialien gehören zum Angebot von Anderes Sehen e.V.

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