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Drohnen und Hightech im Wald

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FOREST
Verity E. Milligan via Getty Images
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Ich ging im Walde so für mich hin, und nichts zu Suchen, das war mein Sinn." So beginnt eines der vielen Wald-Gedichte von Goethe. Für die einen ist der Wald ein Ort zum Dichten, für die meisten von uns jedoch ein Ort der Entspannung und der Erholung.

Internationale Forstwissenschaft

Für andere wiederum ist der Wald ein Gegenstand der Arbeit, gemeint sind die Forstwissenschaftler. Fast 2000 von Ihnen treffen sich vom 18. bis 22.9. in Freiburg anläßlich des 125jährigen Bestehens von IUFRO (Interconnecting Forests, Science and People), einem Zusammenschluß von über 700 forstwissenschaftlichen Institutionen in mehr als 110 Ländern.

Die Teilnehmer aus knapp 90 Ländern werden über 1.800 Vorträge zu hören können. Das Netzwerk der Forschungseinrichtungen wurde 1892 in Eberswalde gegründet und ist das größte und wichtigste der Forstwissenschaft weltweit. IUFRO arbeitet mit Regierungen, regionalen und internationalen Organisationen sowie NGOs zusammen.

Umfangreiche Agenda spiegelt Fragen unserer Gesellschaft wider

Noch nie sind in Deutschland so viele Forstexperten aus aller Welt zusammengekommen, und noch nie hatten sie so viele brennende Themen auf ihrer Agenda wie in diesem Jahr:

Der Klimawandel und seine Folgen, also die Frage, wie sich die Wälder verändern müssen, um dem Klimawandel der kommenden Jahre widerstehen zu können; die Digitalisierung des Waldes, also die Frage, wie die neuen Technologien die Erforschung des Waldes beeinflussen, und die Frage nach seinen Bewohnern, also die Frage nach dem Über- und Zusammenleben etwa von Wolf und Wildkatze und Wildschwein.

Wald als kontroverses Thema in Deutschland

Die Bundesrepublik Deutschland besteht zu etwa 30% aus Wald, davon zwei Drittel in Privatbesitz. Auch wenn sich die Waldfläche mit 11,4 Millionen Hektar bei uns in den letzten Jahren wenig verändert hat, gibt es ein großes Potential für kontroverse Themen rund um die 93 Millionen Bäume in unserem Land: Wie kann man den Wald bewirtschaften und dem Naturschutz trotzdem Rechnung tragen?

Wie können sich die Besucher am Wald erfreuen, ohne seine „tierischen" Bewohner zu verschrecken? Wie muß der Wald in Zukunft aufgeforstet werden, um dem Klimawandel standhalten zu können? Dürfen wir in die Tierwelt Eingriffe nehmen, z.B. Tierarten aussetzen, um die Biotope zu stabilisieren?

Die einen wollen am liebsten den ganzen Wald unter Naturschutz stellen; andere fordern Besuchszeiten für die Bevölkerung. Die Jäger sehen sich als Retter des Waldes und der Tierwelt; ihre Gegner glauben nur an den natürlichen Kreislauf der Natur.

Der Wald in den Schwellen- und Entwicklungsländern

Während sich in Europa der Wald im Spannungsfeld zwischen „schützen" und „nützen" bewegt, stehen in den Schwellen- und Entwicklungsländern die nachhaltige Nutzung der Wälder und der Umweltschutz im Zentrum der Aufmerksamkeit: Die Zerstörung der tropischen Wälder, aber auch die Übernutzung ihrer Produkte stellen eine massive Gefährdung dar.

Laut dem Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung sind 1,6 Milliarden Menschen direkt von den Wäldern abhängig. Wenigen ist bekannt, daß viele Produkte auf Flächen angebaut werden, die früher einmal bewaldet waren, z.B. Kakao und Palmöl.

Live in Netz

Neugierig geworden? Dann sollten Sie sich die Zeit nehmen, die Konferenz der Forstwissenschaftler in Freiburg zu verfolgen. Viele Vorträge werden live im Netz gestreamt, und viele Interviews finden Sie auf der Website der Konferenz.
Website:​www.iufro2017.de
Live:​​www.live.iufro2017.de