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Wir brauchen eine sanfte Revolution auf der Straße

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BIKING PEOPLE
Michal Krakowiak via Getty Images
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Deutschland steckt mitten in einer sanften Revolution. Wir sind dabei, Lebensqualität neu zu definieren - und dabei spielt nicht "höher, schneller, weiter", sondern das Gegenteil eine Rolle. Wir entdecken die Langsamkeit neu, wollen unsere Städte und unser Land erleben, Menschen begegnen, uns bewegen, Frische tanken.

In unserer Welt aus Datenwolken und weltweiter Echtzeitkommunikation sehnen wir uns nach einfachen Dingen, die uns erden und zu uns selbst zurückbringen. Und das nicht nur im Urlaub, sondern jeden Tag.

Die Menschen wollen sich bewegen

Nie war das Bedürfnis der Menschen größer, aus geschlossenen Kisten - Autos, Büros, Fitness-Studios - auszubrechen, und Licht, Luft und Bewegung in ihr Leben zu bringen. Nie war das Radfahren so populär wie heute, nie gab es eine solch faszinierende Produktvielfalt bei den Zweirädern, nie war die Chance so gut, eine ganze Nation auf dem Rad zu sehen.

Das gilt sogar für Businesspeople: Geschäftsreisende sind sehr offen zum Beispiel für Mieträder auf der letzten Meile vom Bahnhof zum Termin. Und der neue, entspanntere Kleidungsstil im Geschäftsleben unterstützt den Trend.

Warum klappt das trotzdem nicht so hundertprozentig, mit Deutschland als Fahrradnation? Ist das mit dem „Ich will raus und mich mehr bewegen" nur ein frommer Silvester-Spruch - und die Menschen sind in Wirklichkeit einfach zu faul?

Der Auto-Verkehr schreckt ab

Wir kennen den Grund. Es ist nicht die Faulheit. Es sind nicht die Distanzen. Es ist nicht das Wetter. Es ist nicht die hügelige Landschaft. Der Auto-Verkehr schreckt uns ab. Wir nennen es das Fahrrad-Paradoxon: Wir wollen Fahrrad fahren, gruseln uns aber vor den Autos - und steigen deshalb: Ins Auto. Na toll. Zu beobachten ist dies speziell bei den Jüngsten und ihren Eltern. Kindern dürfen nicht eigenständig zur Schule laufen oder Rad fahren. Eine Perpetuum-mobile unserer automobilen Gesellschaft!

Was muss passieren? Sind wir dazu verdammt, unsere dichter werdenden Städte unter der Last des Kraftfahrzeugverkehrs kollabieren zu sehen? Nein, aber es braucht die sanfte Revolution auf der Straße. Unser ganzes Verkehrs-System muss umgekrempelt werden.

Wir brauchen Städte, in denen man mit top-ausgebautem öffentlichen Verkehr plus Fahrrad und zu Fuß alle Ziele erreichen kann. Noch ist es so, dass der Löwenanteil der Fläche dem KfZ-Verkehr gehört. Und das ist ein Hindernis für alle, die gelegentlich oder immer auf das Auto verzichten wollen.

Wir Bürger müssen bereit sein, für diese Straßen-Revolution einzutreten. Wählen Sie Parteien, die die aktive Mobilität fördern! Engagieren Sie sich in Ihrer Stadt für die Neuaufteilung des Straßenraums und eine bessere Rad-Infrastruktur! Kaufen Sie sich ein tolles Rad - und nutzen Sie es so oft es geht! Das gute Leben ist ansteckend!

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