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Helmut Schmidt - Ein Jahrhundertleben

10/11/2015 17:11 CET | Aktualisiert 10/11/2016 11:12 CET
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Am Ende hat Helmut Schmidt sich sein Ende herbeigewünscht. Er könne nicht mehr, er wolle nicht mehr weiterleben.

96 Jahre alt ist er geworden, ein Jahrhundertleben: geboren kurz nach dem Ersten Weltkrieg, Jugend in der Weimarer Republik, dann Adolf Nazi, Schmidt Wehrmachtsoffizier. Deutschlands Wiederaufbau, seine Europäisierung, die Globalisierung. Alles hat Schmidt miterlebt.

Die Karriere begann er als deutscher Beamter, Verwaltungsfachmann, aus dem in Hamburg bei der Flut der Politiker wurde, der „Macher". Verteidigungsminister, Bundeskanzler. Seine größte Leistung: der Nato-Doppelbeschluss. Darüber brachte ihn die eigene SPD schließlich zu Fall. Und die Wirtschaft: Schmidt wollte nicht ausgeben, was Deutschland nicht zuvor erwirtschaftet hatte. Kein Wunder, dass Wähler in der Union in stiller Bewunderung sagten: Der Schmidt, der ist in der falschen Partei.

68 Jahre lang verheiratet, eine Geliebte, eine neue Partnerin, die er jahrelang kannte. Ein solides Männerleben, alles in allem.

Zu wahrer Größe, zu breitem Respekt und überparteilicher Anerkennung fand er erst nach der Kanzlerschaft.

Was wir an ihm mochten: Wir erlebten einen freien, mutigen, souveränen Mann. Feinde? Nur militante Nichtraucher.

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