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Männer-Zuwanderung und Einstein'sche Formel: Her mit dem guten Leben für Alle?

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REFUGEES GREECE
Anadolu Agency via Getty Images
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Im Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik äußerte sich der CSU-Politiker Andreas Scheuer in einem Interview mit der NWZ-Online am 6. September 2016 wie folgt: „Wir brauchen eine Obergrenze bei der Zuwanderung nach Deutschland ... 80 % der Menschen in Deutschland wollen eine Begrenzung der Zuwanderung".

Zu diesem Thema passend verbreitet derzeit die „Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)" einen „Timer 2016/2017" an deutschen Schulen, in welchem im Leitartikel das Thema „Gender-Ideologie & Zuwanderung" ausführlich behandelt und für junge Leser aufbereitet ist. Als Motto (der Geflüchteten?) lesen wir den fordernden Satz: „Her mit dem guten Leben für Alle!". Was verbirgt sich hinter dieser Politik-Agenda?

Einstein'sche Gleichung: Man wird nicht als Frau geboren, sondern dazu gemacht

Auf den ersten Seiten dieses Propaganda-Schriftstücks „Der Timer 2016/2017" wird in einem Hauptbeitrag mehrfach die pädophile Feministin Simone de Beauvoir (1908-1986), Zitat: „Man wird nicht als Frau geboren, sondern dazu gemacht", mit Mahatma Gandhi (1869-1948) und Albert Einstein (1879-1955) auf eine Stufe gestellt.

Wie der große jüdische Physiker hätte auch die französische Schriftstellerin der Menschheit geniale Einsichten überbracht - sie habe das „Geschlechterverhältnis ihrer Zeit gehackt", und somit, wie Einstein, das damals vorherrschende Verständnis unserer physikalischen Welt revolutioniert. Ähnlich wie der weltbekannte Physiker habe auch die kinderlose Feministin ein analoges Hobby gepflegt, gewissermaßen als „kreative Verschnaufpause" - „Simone de Beauvoir gab große Partys und Albert Einstein spielte gerne Geige", lesen wir im Leitartikel des Schul-Planers 2016/17 der bpb.

Jeder halbwegs gebildete Mensch weiß aber, dass wir weder Albert Einsteins geniale physikalische Einsichten (Gesetz des Photoelektrischen Effekts, Äquivalenz von Masse und Energie, Relativitätstheorien usw.) mit den absurden Thesen der französischen Feministin de Beauvoir auf eine Stufe stellen können, ebenso wenig wie deren Hobbys. Rauschende Partys feiern und einsam die Solo-Violine spielen sind grundverschiedene Beschäftigungen; sie charakterisieren einerseits die Vergnügungssucht des Durchschnittsmenschen, andererseits den genial-kreativen Denker.

Geflüchtete Männer und weibliche Selbstverteidigung

Auf dem Cover des bpb-Schulplaners 2016/17 ist ein sympathischer junger Mann mit Migrationshintergrund abgebildet, der vermutlich „die Geflüchteten" repräsentieren soll. Einige Seiten weiter ist dann eine deutsche Schülerin, mit geballter Faust in Kampf-Position dargestellt.

Wie durch Internet-Bilder vielfach belegt ist, sind die Zuwanderer-Populationen aus arabisch-afrikanischen Ländern zu über 90 % aus jungen Männern zusammengesetzt, nach verschiedenen Quellen sollen das häufig Zweit- bzw. Dritt-Söhne ohne Perspektive im Heimatland sein. Frauen und Kinder repräsentieren eine Minderheit. Damit wird die natürliche Gender-Ratio stabiler Menschen-Populationen (je ca. 50 % Männer und Frauen), bezogen auf die entsprechende Altersgruppe, zu einer maskulinen Dominanz hin verschoben.

Evolutionsbiologen wissen aber seit langem, dass bei einem Männer-Überschuss stabile Populationen aus dem Gleichgewicht geraten und kollabieren können, gemäß dem Darwin'schen Prinzip der „Damen-Wahl (bzw. Männchen-Zurückweisung) im Tierreich".

Vermutlich soll die vom bpb im Schulplaner 2016/17 abgebildete deutsche Teenagerin in Kampf-Stellung verdeutlichen, dass viele Frauen, bei Überschuss paarungsbereiter Jungmänner aus anderen Kulturen, Selbstverteidigungskurse u. a. Schutzmaßnahmen ergreifen müssen - eine treffende bildhafte Darstellung der aktuellen Situation in vielen deutschen Großstädten.

Lösungsvorschläge zur Flüchtlingskrise im Wissenschaftsmagazin Science

Dem von der „American Association for the Advancement of Science (AAAS)" publizierten Fachjournal „Science" kommt der Verdienst zu, seit Jahrzehnten gegen Pseudowissenschaften, wie z. B. den Kreationismus, die Homöopathie usw. anzukämpfen - Aufklärungsarbeit steht auf der Agenda der AAAS, die kürzlich auch einen Gender-kritischen Web-Beitrag publiziert hat (Männer sind Hochenergie-Affen).

Am 2. September 2016 ist dann auch im „Policy Forum" eine wissenschaftlich fundierte, mit Quellenangaben versehene Analyse der Flüchtlings-Problematik in Deutschland, Österreich u. a. europäischen Ländern erschienen.

Ähnlich wie beim „Gender-Paradoxon" (vermännlicht-gleichgestellte kinderlose Frauen sind überraschender Weise häufig unglücklich, während ihre natürlich gebliebenen Geschlechtsgenossinnen, mit Nachkommen, zufriedener sind), lesen wir im „Science"-Artikel von einem eklatanten Widerspruch „Made in Germany". Originalzitat: „Paradoxically, low wages and good welfare are acting as stumbling blocks to assimilating refugees".

Im Klartext: Die Autoren vergleichen die Situation in den Einwanderungsländern USA und Kanada mit den Verhältnissen in Deutschland und schlagen vor, nach dem Vorbild dieser Staaten zu verfahren: Integration anpassungsbereiter Zuwanderer in den Arbeitsmarkt mit ausreichendem Lohn und nicht in die Sozialhilfe, sowie Kontrolle der Außengrenzen.

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) wird vom Steuerzahler unterhalten und sollte demnach zuverlässig-objektive Sachinformationen an ihre Leserschaft weitergeben. Aus dem Schul-Timer 2016/17 kann man eine neue „Einstein'sche Formel" herauslesen - „Auf einer begrenzten Fläche haben unbegrenzt Menschen Platz", wird den ahnungslosen Schüler implizit vermittelt.

Man muss kein Einstein sein, um zu erkennen, dass diese Gleichung einen inneren Widerspruch (Paradoxon) trägt und bei langwährender praktischer Umsetzung zu einem inhumanen Chaos führen wird.

Literatur: Hansen, R., Randeria, S. (2016) Tensions of refugee politics in Europe. Electoral, welfare-state, and demographic politics are obstacles to refugees. Science 353, 994-995.

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