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Donald Trump und das evolutionäre Denken in geschlechtergerechten Generationen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
DONALD TRUMP
JAMES LAWLER DUGGAN / Reuters
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Am 16. Januar 2017 gab der gewählte US-Präsident Donald J. Trump der Bild-Zeitung (mit der Londoner Times) ein Exklusiv-Interview, in welchem sich der designierte Nachfolger von Barack Obama u. a. zur deutschen Flüchtlingspolitik äußerte.

Er bezeichnete die Entscheidung bzgl. der Grenzöffnung als „äußerst katastrophalen Fehler", da hierdurch „all diese Illegalen ins Land" gelassen worden sind. Andererseits gestand er der amtierenden Bundeskanzlerin zu, „eine großartige Anführerin" zu sein. Diese Aussagen ergänzte Trump durch die Bemerkung, er würde Deutschland lieben, was offensichtlich mit seinen familiären (d. h. evolutionsbiologischen) Wurzeln zusammenhängt.

Der verunglimpfte Kompromiss-Kandidat

In den deutschen Leitmedien wurde bisher kaum ein US-Präsidentschaftskandidat derart abfällig bewertet wie der President-elect D. J. Trump. Man befürchtet hierzulande offensichtlich, dass ein selbstbewusst-erfolgreicher Geschäftsmann sein „Business-Modell" in die US-Politik einbringen und somit klare Prinzipien, verbunden mit Vernunft und kalter Logik, walten lassen werde.

Im „post-faktischen" Deutschland sollen aber warme Gefühle und Ideologien im Vordergrund stehen; ein nüchterner Alpha-Mann wie Trump muss daher moralisch diskreditiert werden. Warum wurde er trotz der zahlreichen deutschen Warnrufe gewählt?

Viele mir bekannte US-Amerikaner in Stanford/Palo Alto, insbesondere Geschäftsleute, wollten mit ihrem Votum für Trump die Kandidatin Hilary Clinton verhindern, da diese Dame mitten im „Washingtoner Politik-Sumpf" sitzt und außerdem angeblich von fragwürdigen Sponsoren aus Saudi Arabien unterstützt wird (Clinton Foundation).

Weiterhin wurde mir in persönlichen Gesprächen von kalifornischen Freunden und Kollegen mitgeteilt, Trump sei zwar weder ein Sympathieträger noch diplomatisch, aber ein zuverlässiger, zielstrebiger Business-Mann mit einem Uni-Abschluss von einer bekannten Elite-Hochschule.

Im Alter von 22 Jahren stieg der „Wharton-Absolvent" Trump bereits in das Geschäft seines Vaters ein, um eigenverantwortlich seinen Lebensunterhalt zu verdienen - eine klare Provokation hier in Deutschland, wo es nicht unüblich ist, in diesem Alter, nach einer einjährigen Abi-Erholungsweltreise gemütlich zu überlegen, ob man Sozialkunde, Politik oder nicht doch besser Gender-Studies als Uni-Fach belegen möchte.

Zurück zum „blonden Donald": Kaum eine mir bekannte kalifornische Person hat aus echter Überzeugung D. J. Trump gewählt; er wurde mit dem Vermerk „Kompromisslösung" als das kleinere Übel betrachtet.

Ein unbeliebter Mann mit biologischer Zukunft

Im oben zitierten Bild-Interview sagte Trump u. a.: „Ich liebe Deutschland. Ich mag Ordnung, ich mag es, wenn die Dinge ordentlich erledigt werden. Dafür sind die Deutschen ziemlich bekannt ... ich mag Stärke."

Diese politisch unkorrekten Sätze würden in Deutschland, von einem „Eingeborenen" ausgesprochen und verbreitet, sofort heftige Gegenreaktion auslösen: Ein in den USA selbstverständliches Bekenntnis zu seinem Geburtsland wird hier als populistische „Deutsch-Tümmelei" abqualifiziert, und Ordnung bzw. das systematische Erledigen von Dingen, verbunden mit Stärke, widerspricht dem widernatürlichen „Männer-und-Frauen-sind-biologisch-gleich"-Grundsatz, verbunden mit dem kreationistischen Gutmenschen-Glauben, man könne beliebig viele Homo sapiens-Individuen verschiedener ethnischer Herkunft hierzulande vermischen, ohne heftige kulturell-religiöse Konflikte auszulösen.

Da Trump von deutschen Auswanderern abstammt und daher in unserer Kultur verwurzelt ist (seine Herkunft), andererseits aber auch, in Playboy-Manier, mit drei Ehefrauen fünf Nachkommen hervorgebracht hat, die er in den Medien stolz präsentiert (plus derzeit acht Enkelkinder), hat dieser Erfolgsmann eine prächtige biologische Zukunft.

An diesem Beispiel kann exemplarisch das evolutionäre Denken in Generationen-Abfolgen verdeutlicht werden - das genetische Band verknüpft Eltern mit ihren leiblichen Nachkommen. Wer Kinder hat, sollte besonders verantwortungsvoll die Zukunft gestalten können. Trump wird, genetisch vervielfacht, weiterleben und ist schon daher am Erhalt seines „ordentlich-starken" Herkunftslandes interessiert.

Leider werden in Deutschland Entscheidungen über die Zukunft bzgl. der Zusammensetzung unserer Gesellschaft umgesetzt, die von Politikern stammen, deren Generationen-Abfolge abgebrochen ist (kinderlose Sackgassen der Evolution; der Begriff „evolutionary dead ends" entstammt der biologischen Fachliteratur).

Frauenquote für Zuwanderer?

Als weitere Provokation äußerte sich Donald J. Trump bzgl. der deutschen Asylpolitik bei Bild wie folgt: „Wir wollen nicht, dass Leute aus Syrien zu uns kommen, von denen wir nicht wissen, wer sie sind. Es gibt keine Möglichkeit für uns, diese Leute zu überprüfen." In diesem Zitat kommt der Ordnungssinn des zukünftigen US-Präsidenten zum Ausdruck. Ohne Angaben von persönlichen Daten kann es keine für die USA gewinnbringende Einwanderung geben.

Fazit: Das deutsche „unordentlich-chaotische" Zuwanderungsverfahren, das von der CDU-Politikerin Erika Steinbach als im Widerspruch zum „geltenden EU-Recht" stehend bezeichnet worden ist, wird auch von Trump strikt abgelehnt.

Beide Zuwanderungs-Kritiker erwähnen nicht, dass das Gender-Verhältnis, auf welches man hier in Deutschland in allen Bereichen so großen Wert legt, bei der aktuellen Massen-Zuwanderung von Männern ignoriert worden ist. Eine 50 %-Frauenquote, bezogen auf Erwachsene wie Kinder, wäre hier notwendig gewesen, aber zur Schaffung dieser Geschlechtergerechtigkeit sind unsere Politiker offensichtlich unfähig.

Evolutionsbiologen wissen, dass ein Männerüberschuss in Populationen negative Folgen für die weibliche Minderheit mit sich bringt, aber diesen Nachteil erträgt die Mehrheit unserer post-modernen Pfefferspray-Damen noch immer mit Verständnis und Geduld.

Literatur:
Ulfig, A. (2016) Wege aus der Beliebigkeit: Alternativen zu Nihilismus, Postmoderne und Gender-Mainstreaming. Deutscher Wissenschaftsverlag Baden-Baden.

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