Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Udo Wolf Headshot

Nächster G20-Gipfel droht zum Affront gegen die USA zu geraten

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Die USA rufen eigenmächtig Sanktionen gegen Staaten auf und verhängen Strafen gegen jene, die diese Sanktionen weder unterstützen noch unterschrieben haben. In unserem Bulletin haben wir beschrieben, wie sehr Frankreich verärgert ist und was Frankreich gegen die die US-Hegemonie unternimmt. So versuchte die USA unter hohem Druck, Frankreich davon abzuhalten, Mistral-Kampfschiffe an Russland zu liefern.

Dafür erhielt die französische Großbank BNP-Paribas eine Rekordstrafe in fast zweistelliger Milliardenhöhe wegen Verstößen gegen US-Sanktionen.

Frankreich formt unterdessen Allianzen, sogar mit den BRICS gegen die US-Dollarherrschaft und spricht fast wie Putin-Russland von Imperialismus. Und auch davon, wie die US-Behörden den Niedergang des Dollars noch selbst beschleunigen.

Die BRICS wollten beim G20-Gipfel ohnehin aggressiv auf einen neuen Währungskorb hinarbeiten. Möglicherweise die letzte Einladung für die G7-Länder mitzumachen. Bevor der Rest der Welt, insbesondere China, neue Realitäten schafft.

Frankreich will sich auf dem bevorstehenden G20-Gipfel revanchieren und eine Allianz bilden, die gegen die US-Gesetze und Bankenregeln vorgehen, die andere Länder mit Klagen und Strafen überziehen. Auch andere europäische Länder, selbst Großbritannien, wollen Frankreich dabei unterstützen.

So wurden erst kürzlich hohe Strafen gegen deutsche Banken durch die USA erpresst. Die Strafen wurden offenbar abgemildert, gegen das Versprechen Deutschlands die Sanktionen gegen Russland offensiver zu unterstützen. Zudem wurde in Aussicht gestellt, Ermittlungen wegen Korruption und anderen angeblichen Verstössen gegen deutsche Industrieunternehmen einzustellen.

Vielleicht verstehen Sie jetzt, warum Deutschland plötzlich so eifrig nach Sanktionen schreit. Zufällig sind diese Unternehmen auch noch große Parteienspender.

Die USA benutzen ihre nationalen Gesetze als Waffe und Druckmittel im internationalen Maßstab.

Diese Politik und Risiken sind es auch, die dazu führen, dass es wohl nichts wird mit dem Freihandelsabkommen mit Asien und möglicherweise mit Europa und anderen Blöcken auch nicht mehr.

Am Ende verlieren die USA ihre Vormachtstellung.

Denn die USA stehen der Welt von morgen nur noch im Wege.
Es sei denn, sie machen mit.

Aber dann wären die USA nur noch ein fast ganz normales Land. Ein Land, welches abrüsten müsste. Und statt 30-35% mit seiner Finanzindustrie zu erwirtschaften, hart rackern und placken müsste.

Genau das wollen die USA unbedingt verhindern und schlingern dadurch doch immer weiter ins Chaos und versuchen andere in das eigene Chaos mitzuziehen. Die USA verhindern Lösungen, weil sie das alte System erhalten wollen. Sprich ihre Privilegien, eine Art Nachkriegsdividende.

Ein System, welches einen einseitigen Vorteil bietet. Und in der dramatischen Endphase den Bad American Spirit zu Tage fördert.

Warum waren die Römer eigentlich so verhasst, beispielsweise bei den Germanen? Dabei brachten sie doch auch Badehäuser und Prachtbauten, ein Rechtssystem, Handels-und Verdienstmöglichkeiten in die eroberten und mit Rom kooperierenden Reiche ein.

Gnadenlos trieben die Römer die Steuern ein. Vergaben wie im heutigen Franchise-System Lizenzen für private Steuereintreiber, die sich zudem selbst hemmungslos bereicherten. Eingesetzte Statthalter bedienten sich ebenfalls und wenn es Krieg gab, nahmen sich die Legionen, was sie brauchten. Römisches Recht sollte überall gelten, ob man wollte oder nicht.

Genau so treiben es die USA am Ende ihrer Blütezeit.
Aber das amerikanische Zeitalter ist so gut wie vorbei.
Es gab auch schöne Zeiten zusammen mit den Amerikanern, keine Frage.

Aber die sind längst vorbei.

Der nächste Gipfel droht zum finalen Affront gegen die USA zu werden. Er wird wohl in Geschichte eingehen, als alles begann. Die Loslösung vom Dollar und dem Zerfall der USA und dem Beginn der Multipolaren Weltordnung.