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Von guten und schlechten Ultras und der Doppelmoral

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EINSHOCKEY
Getty
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Kurz eine Einführung zu mir: Ja, vor ca. 14 Jahren stand ich in der kölner Lanxess Arena und schaute Eishockey. Im Oberrang gab es eine kleine Gruppe Fans, die waren anders. Singen, Jubeln, Feiern, Fahnen und Doppelhalter, alles hob sich ein wenig von dem Einheitsbrei ab. Kurze Zeit später stand ich mit in diesem Block, denn wir hatten eins gemeinsam, die Liebe zum Verein. Stolz das Wappen auf der Brust.

Nun kommen wir zum eigentlichen Thema, eigentlich könnte die Headline auch heißen: Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.

Man feiert die Geilheit der Fans, der Kurve, des KEC. WOW was für ein Intro, tolle große Fahnen, Das sah echt klasse aus! Fotos und Videos von der Aktion am gestrigen Sonntag werden geteilt, gepostet, sich damit Geschmückt! Man ist stolz ein KEC Fan zu sein. Man zeigt gerne, wie die cool man ist.

Hmmm doch wie war das noch vor der D-Cup-Pause?

Was war da nach dem Spiel gegen Mannheim? In einschlägigen Gruppe schrieb man: „Diese Art von Fans brauchen und wollen wir nicht" - „Diese Assis aus der Nord versauen unser Eishockey" - „Die braucht kein Mensch"....

Doch was interessiert mich mein Geschwätz von gestern fragte Altbundeskanzler Konrad Adenauer schon so provokant. Ich vermute, so sehen die ach so stolzen KEC Fans das auch. Waren die Ultras von 2 Wochen noch eine Gesellschaft, die man mit Fackeln und Mistgabeln aus der Halle jagen wollte sind sie heute die, die das Intro, ich Zitiere: „Zu einem Gänsehaut-Moment" gemacht haben.

Wenn ihr mich fragt, kotzt mich das leicht an. Ok vielleicht auch ein wenig mehr! Rosinenpicken ist arm! Ihr könnt nicht lautstark gegen die Jungs und Mädels sein, wenn ihr aber die Arbeit dieser „Assigruppe" dann für euer Fan-Image nutzt.

Köln und der Sport Eishockey ist mein Thema, doch wenn ich mich so umhöre ist es in anderen Städten nicht anders. Auch in anderen Sportarten sieht es nicht besser aus.

Die Menschen, die dort in den Kurven und Blöcken der Stadien stehen opfern Zeit, Geld und Herzblut für ihren Verein. Sie fahren zu den Auswärtsfahrten, malen Fahnen und bereiten Choreographien vor. Für die Mannschaft, für den Verein, um zu Zeigen: Wir lieben diese Stadt, den Verein, das Team!

Und genau diese Liebe für den Verein verbindet den Ultra mit der Kutte, nur dass die Ultras meist toleranter sind als die Kutten ;-)

In diesem Sinne!

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