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Deutschland auf der Couch: Von Amerika und Holland lernen, heißt?

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Diese Kolumne gibt es nur, weil wir uns im Superwahljahr befinden, nicht nur in Deutschland und Europa, der ganzen Welt. Das sagen zumindest die, die in jeder Wahl in Europa gleich eine Schicksalswahl für die ganze Welt sehen.

So wie in der ersten wichtigen Wahl des Superwahljahres. Da ging es zwar auch nicht gleich um die Rettung der Welt, aber immerhin um die Rettung des Abendlandes und das ist für die meisten unter uns ja die Welt. Auch für die meisten Holländer. Trotzdem stimmten sie anders und die Welt atmete auf:

„Wählen können sie besser als Fußball spielen"

Weil das Land der Deiche die „braune Flut" in Europa aufgehalten hat.

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Damit waren alle Holländer gemeint, die nicht für ihren bekanntesten Retter des Abendlandes stimmten, sondern den, der es, gerade noch rechtzeitig zur Schicksalswahl, verteidigt hatte. Zwar auch nur mit Worten wie Wilders, aber die als Ministerpräsident und an die richtige Adresse:

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Seinen radikaleren Konkurrenten, der das Einreiseverbot am liebsten für alle Moslems einführen würde, hielt Rutte damit auf dem zweiten Platz. Das finden die Schade, die lieber das Original als Sieger gesehen hätten und schimpfen:

„Nicht mal wählen können sie besser als Fußballspielen."

Nur mit Einreiseverboten scheint das Abendland ja nicht mehr zu verteidigen zu sein:

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Wer sich ein bisschen informiert über die Welt, der weiß, dass die längst angefangen haben, was er nicht weiß, ob die mit dem Ausgang der Wahl gestoppt werden können. Das wissen nur die, die sie anzetteln und die halten ziemlich wenig von Wahlen, erst Recht nicht, wenn ihnen die Sieger nicht ins Gebet passen:

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Sagt der Adolf vom Bosporus. Und was in seinem Weltbild von gestern die Juden waren, sind heute darin die Moslems. Obwohl die in Europa nicht vergast, sondern, im Gegenteil, sogar integriert werden sollen. Sogar schon seitdem sie da sind. Aber schon seitdem sie da sind klappt das nicht und das blamiert vor allem die, die das bis heute nicht wahrhaben wollen.

Dabei ist Integration ganz einfach: Erst kommt man an, dann passt man sich an.

Das ist so selbstverständlich, dass es eigentlich überall auf der Welt gilt. Schon aus Respekt gegenüber dem Gastgeber. Nur in Europa scheint es gerade andersherum. Und Deutschland in der Mitte immer vorne weg. Das seltsame Bedürfnis, die Interessen und Befindlichkeiten der Ausländer über die der Inländer zu stellen scheint hier besonders ausgeprägt zu sein.

Auch das zeigt wieder wie wir ticken. Und das Ergebnis ist bekannt: Deutschland schafft sich ab. Davor warnte Tilo Sarrazin schon vor 7 Jahren. Inzwischen gilt das längst für ganz Europa. Aber nicht, weil das die Völker Europas so wollen, sondern die, die sie anführen. In unserem Fall unsere Bundeskanzlerin, die sich mit ihrer Politik der offenen Grenzen mehr Feinde als Freunde geschaffen hat.

Den bekanntesten von ihnen hat sie am Donnerstag besucht. Als unsere Frau in Amerika traf sie zum ersten Mal den Mann, der in seinem Wahlkampf über sie gesagt hat:

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Und sich sicher ist:

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Ob er damit Recht hat, wird das deutsche Volk ihm im September zeigen. Die Chancen für ihn stehen schlecht. Wer das deutsche Volk kennt, der weiß, dass es nichts so sehr fürchtet, wie Veränderung. Deshalb regiert sie auch schon 12 Jahre und wird es auch weiterhin tun.

Für Donald Trump eigentlich ein Unding. In Amerika ist das ja unvorstellbar. Selbst der erfolgreichste Präsident muss nach 8 Jahren wieder gehen. So steht es seit 1787 in ihrer Verfassung, und die ist ihnen seitdem heilig. So heilig, dass sie über allen steht. Weil sie jedem, egal welcher Hautfarbe, welcher Herkunft oder welchem Glauben, das Recht garantiert, aus sich und seinem Leben zu machen was er will, solange er das eine mal existiert. Hauptsache er geht dem anderen damit nicht auf den Geist. Dann wird er bestraft. Auf diesem Glauben basiert das Modell Amerika seit über 200 Jahren, und der Job jedes Präsidenten ist seitdem dafür zu sorgen, dass das so bleibt. Auch Donald Trump hat nach seiner Wahl keine andere Wahl. Sonst verliert er die nächste.

Angela Merkel wird das, wie gesagt, wohl nicht passieren. Und wenn man Donald Trump nach ihrem Treffen im Oval Office gesehen hat, scheint ihn das nicht mal mehr zu stören. Deutschland ist für ihn und die meisten Amerikaner so weit weg wie das ganze Europa. Sollen die dort machen was sie wollen. Der Streit um den Euro, der Krieg in der Ukraine, die Flüchtlingspolitik, wer sich mit Europa verbündet, hat danach mehr Probleme als davor. Die Engländer haben damit schon aufgehört und die Amerikaner wollen damit erst gar nicht mehr anfangen. Für ihren neuen Präsidenten gilt nur noch „Amerika first!" Solange bis es wieder „Great again" ist. Dazu gehört auch, es zu beschützen.

Nichts Anderes hat Rutten in Holland gemacht. Mit ein paar klaren Worten und das hat ihm den Sieg gebracht.

Also heißt von Amerika lernen, siegen lernen? Immerhin sind sie so das stärkste Land der Welt geworden. Im Gegensatz zu uns. Wir scheinen gerade das schwächste Land der Welt zu sein. Donald wollte Angela nicht mal mehr die Hand geben. Als wäre Schwäche ansteckend. Dabei ist sie doch bis vor kurzem noch was gewesen?

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Aber das war vor den Angriffen aufs Abendland. Da konnte man die Probleme Europas noch mit Geld lösen. Oder besser zuschütten. Kleiner sind sie dadurch ja nicht geworden. Im Gegenteil. Statt unsere Milliarden bekommen wir aus Griechenland inzwischen Briefbomben zurück. Nicht von Islamisten verschickt, sondern schon wieder von Kommunisten. So befinden wir uns längst in einem Zweifrontenkrieg. In Europa, wie außerhalb Europas.

Noch können wir den mit Worten, statt Waffen, gewinnen. So wie Rutten es in Holland getan hat. Die Wahl hat er damit gewonnen. Also heißt auch von Holland lernen siegen lernen? Wenn man nur die Wahl gewinnen will, ja. Aber wenn man auch den Krieg gewinnen will?

Muss man Worte mit Taten zusammenbringen. Auch bekannt als eine „wehrhafte Demokratie", in der die Werte verteidigt werden, die uns hier zusammenhalten, im „Abendland", heute einfach der „Westen" genannt.

Der steht schon längst im Fadenkreuz des Halbmondes, die Blutspur der heiligen Krieger zieht sich inzwischen wie ein roter Faden durch die Städte Europas, egal wer wo regiert. Zu verlockend ist der Freifahrtschein ins Paradies, man muss nur daran glauben. Das tun sie und so gehen die Tickets nicht aus.

Wer will, kann, soll das stoppen? Und vor allem wie? Der Kandidat der das weiß fehlt noch. Nicht nur in Deutschland, auch in Holland, in Frankreich, in ganz Europa, und auch der neue Chef im Weißen Haus sieht nicht so aus, als wüsste er die Lösung. Sein Einreiseverbot war jedenfalls keine. Das verstößt gegen die Verfassung und die ist dort, wie gesagt, heilig.

Ob das Abendland so gerettet und die freie Welt frei bleiben wird, steht heute noch in den Sternen. Aber wenn unsere Zukunft friedlich sein soll, dann müssen wir wieder selbst über sie bestimmen, frei und unabhängig, statt Andere weit weg von uns ohne uns über uns entscheiden zu lassen. Das hat noch nie funktioniert:

Wer sich auf Andere verlässt, der ist verlassen.

In der Politik wie im richtigen Leben. Deshalb hilft der liebe Gott noch immer denjenigen am liebsten, die sich selbst helfen, und so kann uns schon in Gottes Namen eigentlich nichts dabei passieren.
Etwas Anderes bleibt uns sowieso nicht übrig. Weder Amerika, noch Russland, nicht mal mehr die Türkei sieht uns noch als Macht die man nicht anmacht. Erst wenn wir selbst wieder ‚Great again' sind. Das ist der sicherste Weg in Sicherheit zu leben. Ein starkes Deutschland ist der stärkste Grund sich nicht mit uns anzulegen. Weder mit Worten, noch mit Waffen.

Auch wenn so viel Stärke vielen unter uns immer noch Angst macht. Aber das ist wieder die Angst vor sich selbst. Die ist unter uns ja weit verbreitet, aber wie immer: In dieser Welt sind wir die Guten, schlecht kann das also nicht sein. Dann wäre unser Schicksal nicht mehr von Wahlen abhängig, sondern dem, was wir alle zusammen daraus machen:

"Brüderlich und Hand in Hand, für das Deutsche Vaterland."

Und je einiger wir dabei sind und bleiben, um so friedlicher wird es dabei zugehen.
Fehlt nur noch der Kandidat der die neuen Zeiten anführt. Nicht in Russland, Amerika, Holland, oder demnächst Frankreich, sondern hier, bei uns. Martin Schulz ist der Mann von gestern, Angela Merkel die Frau von heute, nur die Zukunft hat in Deutschland weder einen Namen, noch ein Gesicht, noch eine Stimme. Dabei ist die Marktlücke doch weiterhin riesengroß:

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Der Deutschland wieder zu einer Macht macht, die man nicht fürchten muss, sondern achten soll. Als Inländer, wie Ausländer. Das hat nichts mit Schicksal, sondern Selbstbestimmung zu tun, und wenn Sie darauf wieder Lust haben, dann fangen Sie am besten gleich damit an. Auch wenn es Ihnen noch immer schwerfällt, aber dafür bin ich ja weiterhin da. Sie brauchen nur immer wieder kommen,

bis zum nächsten Termin, ihr Dr.Top

mehr über den Autor gibt es hier: http://www.toponlineverlag.com