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Deutschland auf der Couch: Der Ostertermin...

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Diese Couch war noch nie so notwendig wie diesmal. Dabei hatten sich schon alle auf Ostern gefreut. Einfach mal abschalten, das Leben genießen, am besten mit seinen Kumpels im Biergarten, den Kindern im Eiscafé oder einfach alle zusammen beim Grillen im Park.

Nicht nur das Wetter hat da nicht mitgespielt. Auch die Bösen dieser Welt hatten mal wieder was dagegen. Bevor es losgehen konnte, war die Stimmung schon dahin. Gekillt mit einem Anschlag auf die ganze Nation. Der Aufschrei war entsprechend:

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Mit Fußballdeutschland legt man sich ja lieber nicht an und weil zu Fußballdeutschland eigentlich jeder von uns gehört fühlt sich auch jeder von uns betroffen, oder treffender gesagt, getroffen:

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Das war der Plan. Wie bei jedem Attentat. Aber der liebe Gott hatte andere Pläne. Warum? Das ist immer die große Frage, wenn etwas nicht so ausgeht, wie es eigentlich sollte.

Diesmal vielleicht, weil es gar nicht im Namen des lieben Gott geplant und ausgeführt wurde? Jedenfalls nicht im Namen des Gottes in dem sonst ‚alle sterben' sollen. Im Gegenteil. Die Gottlosesten unter uns haben sich ja auch dazu bekannt:

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Veröffentlicht auf einer Internetseite der Linksradikalen. Die kurz darauf Konkurrenz von der Gegenseite bekamen:

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Der Tagesspiegel hat ja auch ein Bekennerschreiben bekommen:

In der Mail behaupte ein anonymer Verfasser, der sich auf Adolf Hitler beziehe und gegen "Multi Kulti" hetze, der Anschlag in Dortmund sei eine letzte Warnung. Er kündige eine weitere Tat an, am 22. April werde "buntes Blut fließen".

Hoffen wir mal für uns alle, das waren sind und bleiben nur eine Art von Fake News. Die trotzdem nicht ohne Wirkung bleiben. Alleine, dass jemand fähig ist sich zu so einem Verbrechen zu bekennen ist ja schon so böse wie es selbst auszuführen, aber die Vorstellung es könnte auch unter uns Deutschen so böse Menschen geben, die die Mannschaft von Borussia Dortmund auf dem Weg zum Spiel in die Luft sprengen?

Will man sich lieber nicht ausmalen. Dann schon lieber weiter unsere ‚geliebten' Islamis. Das macht es zwar auch nicht besser, aber als unsere Feinde sind wir die inzwischen gewöhnt. Aber jetzt auch welche von uns, also Deutsche?

Möglich wäre es. Die Islamis sind eigentlich zu dumm und zu faul für so einen Anschlag. Mit einer Bombe um den Bauch unter den Bus legen reicht ja aus um für immer ins Paradies zu kommen. Aber so?

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Die nicht mal einen Ungläubigen getötet haben. So kommt man nie ins Paradies, sondern die Hölle?

Das entscheidet am Ende der liebe Gott und der hat den Menschen das wichtigste geschenkt, was er zu vergeben hat: Freier Wille. Auch die Attentäter von Dortmund hat niemand dazu gezwungen.

Zum Bösen haben sie sich freiwillig entschieden, wie alle Bösen natürlich im Namen des Guten. Das macht das Böse sein erträglicher. Obwohl ja auch für die gilt: Es gibt nichts Gutes außer man tut es. Und was ist daran gut?

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Nicht mal der härteste Schalke-Fan fände das gut. Nicht, wenn er noch ein Fünkchen Menschlichkeit in sich hat.

Die fehlt den Menschen, die sich mit militärischer Präzision daran machen andere Menschen in die Luft zu sprengen. Obwohl? Selbst Menschen vor laufender Kamera den Kopf abzusäbeln ist menschlich. Es wird ja von Menschen gemacht.

Aber wer hat nun den Menschen gemacht? Wer kommt auf so eine seltsame Idee, etwas zu erschaffen, dass sich gegenseitig umbringt? Das ist bis heute ja die große Frage um das alles zu verstehen.

Im Big Picture gesehen gibt es darauf 8 Milliarden Antworten aber nicht die eine.
Man kann sich erzählen, einreden, einbilden, erfinden, an den Kopf hauen, über den Kopf hauen, sich deshalb den Kopf selbst abhauen, es bleibt wie es ist, niemand weiß wer oder was es wirklich ist.

Auch nicht die vielen die es seit Menschengedenken trotzdem verkünden. Als Popen, Pfaffen, Ayatollas, Nobelpreisträger, Präsidenten, Könige, Kanzler, Gurus, Führer oder Lehrer, niemand, wirklich niemand weiß Bescheid. Es ist und bleibt ein riesengroßes Rätsel die ganze Zeit.

Deshalb ist nicht Wissen die stärkste Macht auf Erden, sondern der Glauben und so gibt es auch gar keine Ungläubigen. Jeder glaubt. An irgendwem, an irgendwas, sogar die, die an niemanden und nichts glauben, glauben auch nur das. Anders würde es gar nicht funktionieren. Und überall dort wo es deshalb keine Kriege gibt herrscht Frieden und Frieden heißt:

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Man muss ihm nur folgen. Sagen die, die an einen glauben. Den freien Willen dazu hat der Mensch bekommen, danach liegt es an jedem selbst welchen Weg er in seinem Leben geht. Lieber auf der Seite des Guten, dann herrscht Frieden. Oder des Bösen. Dann herrscht Krieg.

Den haben die Dortmunder hautnah erlebt. Und knapp überlebt. Vergessen werden sie das nicht mehr:

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Viel Zeit das zu verarbeiten bleibt nicht. Weder auf noch neben dem Platz:

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Und dass einzig Ungläubige daran ist das Unglaubliche daran. Wie kann man sich nur für so etwas entscheiden? Für die Islamis ist das keine Frage, aber für einen Deutschen, also einen von uns?

Der kommt für so etwas ja nicht in ein Paradies voller vollbusiger Frauen, sondern in die Hölle zu einem schmalbrüstigen Teufel, dessen Job es ist, die Bösen dieser Welt für ihre Taten danach bis in alle Ewigkeit zu grillen. Zumindest wenn das stimmt, was die meisten unter uns glauben. Sogar die meisten auf der Welt. Der Glaube das am Ende nicht das Böse, sondern das Gute siegt hat die meisten Anhänger auf Erden.

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Die Ostdeutschen unter uns haben das schon mal erlebt. Und auch im Big Picture gesehen stimmt das. Liebe war immer schon stärker als Hass. Sonst würde es uns gar nicht mehr geben. Wir wären längst ausgebombt oder ausgestorben.

Dem Team von Borussia Dortmund ist beides erspart geblieben. Warum, wieso, weshalb, weswegen? Gottgegeben, dem Zufall verdankt, einfach Glück gehabt oder längst vorprogrammiert von einem Softwareprogramm, nach dem hier alles läuft? Der bayrische Urkomiker Karl Valentin sagte dazu gerne:

Möglich ist alles. Unmöglich ist nichts. Und nicht mal das ist sicher.

Erst danach sind wir vielleicht klüger. Bis dahin glauben Sie was Sie wollen. Hauptsache Sie glauben dabei weiter an das Gute in ihnen. Dann können sie es auch leichter verteidigen. Und je mehr das machen umso stärker wird es. In Dortmund haben sie es schon gezeigt:

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Bis wir, also die Guten, am Ende siegen. Dazu brauchen wir keinen lieben Gott, sondern nur uns selbst. Den freien Willen dazu haben wir, jetzt müssen wir ihn ohne Angst dafür benutzen. Auch wenn ihnen das in Zeiten wie diesen immer schwerer fällt. Aber dafür ist diese Couch ja weiterhin da. Sie brauchen nur immer wieder kommen.

Bis zum nächsten Termin, ihr Dr. Top

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