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Politik im Land der Widersprüche

25/03/2016 18:27 CET | Aktualisiert 26/03/2017 11:12 CEST
ASSOCIATED PRESS

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Indiens Regierung bezeichnet den Subkontinent gern als die größte Demokratie der Welt.

Tatsächlich hat der 1,3-Milliarden-Menschen-Staat aber mit elementaren Probleme zu kämpfen.

So ist die Diskriminierung von Frauen in der patriarchalisch geprägten indischen Gesellschaft, trotz der rechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau, nach wie vor an der Tagesordnung. Bei Hochzeiten wird von den Eltern der Braut sehr häufig eine Mitgift verlangt, was in erheblichem Maße dazu beiträgt, dass weiblicher Nachwuchs unerwünscht ist - häufig mit tödlichen Folgen.

Die Kluft zwischen Arm und Reich ist noch immer enorm. Dies liegt vor allem an mangelnder Schulbildung. Rund ein Viertel der Inder hat nie lesen gelernt. Der Anteil der Frauen unter den Analphabeten ist erheblich höher.

Dies klingt absurd, da zeitgleich gut ausgebildete Inder längst die IT-Welt erobert haben und in den Führungsetagen von Microsoft, Google und Facebook sitzen. Bollywood, die von nur drei Familien kontrollierte indische Filmindustrie, konkurriert längst mit den großen amerikanischen Studios aus Hollywood. Solche Widersprüche sind normal in Indien.

Die Herausforderungen, denen sich die indische Politik gegenübersieht, sind atemberaubend. Das riesige Land besteht aus einer Vielzahl von Kulturen und Religionen, zwischen denen es immer wieder zu Konflikten kommt.

Neben den beiden Amtssprachen Englisch und Hindi werden noch mehr als 100 weitere Sprachen gesprochen.

Trotz erheblicher Anstrengungen der Regierung, Minderheiten stärker zu fördern, gibt es nach wie vor eine gravierende Benachteiligung - vor allem von Frauen und Armen.

Zudem ist das traditionelle Kasten-System noch längst nicht überwunden. Dies verhindert für die sozial Schwachen den Zugang zu Bildung und damit den wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg.

Was genau erwarten junge Menschen in diesem Umfeld eigentlich von Politik und ihren Politikern? Wir haben Siddha, Asina und Abhishek im India Habitat Centre in Neu Delhi getroffen und mit ihnen über die politische Diskussionskultur unter jungen Indern gesprochen.

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Es stimmt nicht, dass sich junge Menschen nicht für Politik interessieren, sie gehen nur anders damit um. Daher will die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) zusammen mit der Huffington Post der Frage nachgehen: Wie muss Politik für junge Menschen aussehen? Weltweit werden Experten der Konrad Adenauer Stiftung politische Initiativen und Vorgehensweisen analysieren. Wenn Sie sich an der Diskussion beteiligen möchten, schreiben Sie an Blog@huffingtonpost.de.

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