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Als sich ihr Sohn nach einer Kinderparty seltsam verhält, ereilt sie ein furchtbarer Verdacht

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KID CAR
Dan Kenyon via Getty Images
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Wie kann es sein, dass gute Eltern sexuellen Missbrauch an Kindern nicht bemerken? Das ist ganz einfach. Sie stellen nicht die richtigen Fragen.

Einmal ging mein Sohn auf die Halloween-Party eines Freundes. Als ich ihn ein paar Stunden später abholte, sagte mir sein breites Grinsen schon, dass er viel Spaß auf der Party hatte.

Wir verabschiedeten uns und ich stand mit dem Vater des Schulkameraden und seiner Großmutter an der Tür. Beide sagten mir, was für ein wohlerzogenes Kind mein Sohn doch sei. Ich war erleichtert. Gott sei Dank. Keine Probleme, keine Sorgen.

Ich fuhr mein glückliches Kind im Auto nach Hause. Aber während der Fahrt kam mir doch irgendetwas komisch vor. Etwas stimmte nicht.

Dann traf es mich. Ich steuerte sofort den nächsten Parkplatz an. Ich bog ohne zu blinken ab, das empörte Hupen des Fahrers hinter mir hatte ich verdient.

Aber ich war mit meinen Gedanken woanders. Das hatte ich auch schon einmal erlebt. Nur damals war ich noch ein Kind.

Damals

Ich erinnerte mich daran, wie ich von einem jugendlichen Verwandten sexuell missbraucht wurde, und meine Mutter mir, als sie mich abholte, ganz unschuldige Fragen stellte wie „Hast du dich gut benommen?" oder „Warst du artig?"

1. Was meine Mutter nicht wusste, war, dass der Junge mir gedroht hatte, noch bevor meine Mutter gekommen war, um mich abzuholen. Er stand manchmal einfach hinter meiner Mutter und schaute mich böse an oder richtete seine geballte Faust auf mich.

2. Diese Fragen, die sie mir noch dazu im Beisein einer Person stellte, die mich für sexuelle Experimente missbrauchte, festigten meine kindliche Denkweise dahingehend, dass ich der Meinung war, ich müsse immer das tun, was die Person, die auf mich aufpasste sagte, während meine Mutter unterwegs war.

3. Weil ich die Fragen meiner Mutter zunächst sofort bejahte, glaubte ich, dass ich das später nicht mehr ändern könnte. Hätte ich das getan, hätte ich erklären müssen, weshalb ich sie „angelogen" hatte, als sie mich diese Dinge fragte.

Wenn Eltern ihre Kinder vor anderen Kindern oder Erwachsenen fragen, ob sie artig waren, dann verspüren die meisten Kinder den Druck, diese Frage mit "Ja" beantworten zu müssen.
Auf dem Parkplatz drehte ich mich also zu meinem Sohn um und sah ihm in die Augen. Und das Spiel begann von vorne. Dieses Mal stellte ich die richtigen Fragen.

Diese sechs Fragen stellte ich meinem Sohn

Überlege dir genau, welche Fragen du stellst, wenn Du dein Kind in die Obhut eines Anderen gibst.

Ich habe meinen Sohn, als wir alleine waren, gefragt, ob er wirklich Spaß gehabt hätte.

Was habt ihr so gemacht?

Was hat dir am meisten Spaß gemacht auf der Party?

Was hat dir nicht gefallen?

Hast Du dich wohl gefühlt?

Möchtest du mir noch etwas erzählen?

Versuche, diese Fragen zu einem festen Ritual zu machen. Das gibt auch deinem Kind Sicherheit und es weiß, dass es seinen Antworten und Erzählungen immer noch etwas hinzufügen kann.

Ich habe an dem Tag einen typischen Fehler gemacht. Wenn wir einfach nur Fragen stellen, dann haben wir alles im Griff, glauben wir.

Die Wahrheit ist, dass Eltern immer nachfragen müssen, zur richtigen Zeit, unter den richtigen Umständen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf wesurviveabuse.com und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V." möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen."Details findet ihr hier.

Ihr könnt auch einfach Zeit spenden: Als Vorlesepate von Kindern im Raum Stuttgart bei Leseohren e.V.

Oder ihr werdet gleich Pate für ein Kind und schenkt ihm ein Stück unbeschwerte Freizeit: Solche Paten vermittelt zum Beispiel das Projekt Biffy Berlin.