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Vitamin D3 - ein lebensnotwendiges Vitamin

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Scott Quinn via Getty Images
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Der menschliche Körper ist ein wahres Wunderwerk, der sich aus vielen verschiedenen Bausteinen zusammensetzt, die perfekt zusammenarbeiten. Zu diesen Bausteinen gehören auch die Vitamine, ohne die nichts geht. Eine ganz besondere Funktion übernimmt dabei das Vitamin D3, das an sehr vielen Vorgängen vor allem in den Körperzellen beteiligt ist. Fehlt dieses so wichtige Vitamin, dann macht sich das sehr schnell bemerkbar, aber da Vitamin D3 ganz bestimmte Voraussetzungen benötigt, damit der Körper es bilden kann, ist ein Mangel keine Seltenheit.

Rund um das Vitamin D3 gibt es viele unterschiedliche Meinungen und Thesen, es gibt auch Irrtümer, die erst vor wenigen Jahren korrigiert wurden, aber in einem Punkt sind sich die Wissenschaft und die Medizin einig: Vitamin D3 ist für den Menschen lebensnotwendig.

Vitamin D3 braucht Sonne

Streng genommen handelt es sich bei Vitamin D3 nicht um ein klassisches Vitamin, es ist vielmehr ein sogenanntes Prohormon, das den wissenschaftlichen Namen Cholecalciferol trägt.

Damit dieses Hormon oder Vitamin im Körper gebildet werden kann, muss die Sonne scheinen, denn rund 80 % des Vitamins kann sich nur unter der Einwirkung von UV-Strahlen bilden. Da die Sonne jedoch nicht immer scheint, muss der Bedarf an Vitamin D3 auf andere Art und Weise sicher gestellt werden und das passiert am besten über die Nahrung, genauer gesagt über Nahrung mit tierischem Ursprung.

Leben Vegetarier und Veganer ungesund, weil sie kein Vitamin D3 über die Nahrung zu sich nehmen können, und was passiert im Körper, wenn es zu einem Mangel an Vitamin D3 kommt?

Ein schnelllebiges Vitamin

Nur knapp 20 % des lebensnotwendigen Vitamins kann der Mensch über die Nahrung aufnehmen, der Rest muss über das Sonnenlicht kommen. Damit aus Vitamin D das aktive Vitamin D3 wird, muss der Körper es in einem komplizierten Umwandlungsprozess in den Nieren und der Leber transformieren. Ist dieser Prozess endlich beendet, dann sind die Speicher zwar gut mit Vitamin D3 gefüllt, aber leider immer nur für wenige Tage. Sollte die Sonne nicht mehr scheinen, dann kommt es prompt zu Mangelerscheinungen.

Die Winter in Deutschland sind naturgemäß kalt, nass und vor allen Dingen sehr dunkel. Die Wintertage, an denen die Sonne bei knackigem Frost vom wolkenlos blauen Himmel strahlt, sind eher selten und in der Folge bekommt der Organismus nicht mehr ausreichend das Vitamin, was er so dringend braucht. Ist das der Fall, dann kommt das Essen ins Spiel. Hervorragende Lieferanten für Vitamin D3 in der Nahrung sind Edelfische wie der Thunfisch, der Lachs oder auch der Aal, auch Heringe und Sardinen liefern genug Vitamin D3, um die Speicher wieder aufzufüllen.

Aber wie schon erwähnt, die Freude an einem gefüllten Vitamin D3 Speicher hält nicht lange, es müssen schon große Mengen dieser vitaminreichen Fische gegessen werden und das nach Möglichkeit an mehreren Tagen in der Woche. Wem diese Speisekarte zu einseitig ist, der kann auch Eier, bestimmte Pilzsorten und Kalbfleisch hinzufügen, denn auch diese Nahrungsmittel sind reich an Vitamin D3.

Die Schwierigkeiten, Sonnenlicht zu tanken

Wenn die Sonne im Winter scheint, dann müsste man sich theoretisch nackt in die Sonne stellen, da 90 % des Vitamins D über die Haut gebildet wird. Das macht natürlich kaum jemand, obwohl es logisch wäre, denn die Kleidung verhindert, dass das Sonnenlicht auf die Haut fällt. Trotzdem ist es eine gute Idee, auch im Winter an die frische Luft zu gehen, selbst wenn sich die Produktion von Vitamin D in Grenzen hält. In den Wintermonaten stört aber nicht nur das fehlende Sonnenlicht die Herstellung des wichtigen Vitamins, auch Veränderungen des Körpers tragen viel dazu bei, dass es zu Mangelerscheinungen kommt.

Frauen, die in den Wechseljahren sind, haben selten zu wenig Vitamin D3, was aber ein normaler Vorgang ist, da sich die Produktion des Vitamins mit zunehmendem Alter reduziert. Hormonelle Veränderungen, wie zum Beispiel während einer Schwangerschaft, sorgen für einen Mangel und auch Erkrankungen der Leber oder der Nieren, fahren die Herstellung von Vitamin D3 nach unten. Eine andere Risikogruppe stellen Menschen mit einer dunklen Hautfarbe dar, denn ein dunkler Teint verhindert die Aufnahme von UV-Licht.

Die Symptome einer Mangelerscheinung

Wird zu wenig Vitamin D3 produziert, dann meldet sich der Körper nachdrücklich und verlangt nach Nachschub, um seine Speicher wieder aufzufüllen. Es gibt viele unterschiedliche Symptome, die auftreten, wenn der Vorrat an Vitamin D3 zu Ende geht. Dazu gehören unter anderem:
  • Schlafstörungen
  • Schwäche
  • Muskelzittern
  • Muskelkrämpfe
  • Schwindelgefühle
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Osteoporose
Es gibt jedoch noch mehr Anzeichen dafür, dass Vitamin D3 fehlt. Die Betroffenen fühlen sich schwach, sie sind schnell müde, die Konzentration leidet, ebenso wie die Leistungsfähigkeit. Die Fingernägel brechen schnell ab, das Haar wird spröde, die Augenlider beginnen zu flattern und zu zucken, man fühlt sich traurig, ohne einen ersichtlichen Grund.

Im 19. und auch noch Anfang des 20. Jahrhunderts, machte der Mangel an Vitamin D3 vor allem den Kindern schwer zu schaffen. Viele Kinder mussten mit Beginn des Industriezeitalters in engen Behausungen in den Hinterhöfen der großen Städte wie zum Beispiel in Berlin, ohne Sonnenlicht leben. Die Nahrung war eintönig und wenig vitaminreich, was dann zu einer gefährlichen Krankheit führte, zur Rachitis.

Um diesen Kindern helfen zu können, wurden sie in den Sommermonaten an die See geschickt, um Sonne zu tanken und die gesunde jodreiche Luft zu atmen. Sonne wird auch heute noch bei Vitamin D3 Mangel verordnet, aber das ist nicht die einzige Maßnahme, die effektiv hilft, damit wieder neues Vitamin D3 produziert werden kann.

Wie werden Mangelerscheinungen therapiert?

Sonne, Sonne und noch einmal Sonne - das wäre die perfekte Therapie, um einen dauernden Mangel an Vitamin D3 zu vermeiden, aber diese Therapie ist in Deutschland leider nicht möglich. Um immer mit ausreichend Vitamin D versorgt zu werden, müssten erwachsene Menschen jeden Tag unbekleidet für mindestens vier Stunden in der prallen Sonne liegen. Das ist zum einen aufgrund der fehlenden Sonne nicht möglich, zum anderen ist hinlänglich bekannt, was UV-Licht in großen Mengen mit der Haut anstellt, und das ist nicht sonderlich gesund.

Die Menschen in Skandinavien werden bekanntlich nicht gerade von der Sonne verwöhnt, aber sie haben sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. In Norwegen, Finnland und auch auf Island gibt es jede Menge Freizeitbäder, die mit künstlichem Sonnenlicht ausgestattet sind. Die Menschen nutzen jede Gelegenheit, um Wärme und Licht zu tanken, damit ihre Vitamin D Speicher wieder aufgefüllt werden und kommen so gesund durch die lange und dunkle Jahreszeit.

Einfach den Speiseplan umstellen oder um die Nahrungsmittel ergänzen, die viel Vitamin D enthalten, das wäre eine Alternative, aber das geht sehr schnell ins Geld, und da die Auswahl relativ begrenzt ist, wird das Essen schnell langweilig. Bleiben also die beliebten Nahrungsergänzungsmittel, also Präparate, die konzentriertes Vitamin D bieten wie Vigantol Öl.

Diese Mittel sollten jedoch nicht ohne eine Absprache mit dem Arzt eingenommen werden, denn eine Überdosierung von Vitamin D ist ebenso ungesund wie ein Mangel. Der Arzt hat die Möglichkeit, den Vitaminspiegel zu messen, um dann zu entscheiden, wie hoch die Dosis sein muss.

Ohne Sonne gibt es kein Leben auf der Erde und ohne Sonne kann der Körper auch kein Vitamin D3 produzieren. Gott sei Dank sind wir heute nicht mehr auf das Sonnenlicht allein angewiesen, es gibt andere Möglichkeiten, um dem Körper das lebensnotwendige Vitamin D zu geben, das er dann zum aktiven Vitamin D3 macht. Wer gerne Fisch, Pilze oder Kalbfleisch isst, der kann zusätzlich noch etwas tun, um mit ausreichend Vitamin D3 dauerhaft gesund zu bleiben.

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