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SPD will Selbstständige zur Kasse bitten

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Die SPD hat ihr Rentenkonzept vorgestellt, ist aber auf der Suche nach neuen zusätzlichen Geldquellen, um die Rentenkassen ein wenig aufzufüllen. Jetzt sind die Selbstständigen ins Visier der SPD geraten, die bisher selbst für ihre Rente aufkommen mussten.

Nach dem Willen der Sozialdemokraten soll sich das in Zukunft ändern, wenn es der SPD gelingen sollte, im September die Wahl zu gewinnen.

Eine unerschöpfliche Quelle

In Deutschland arbeiten laut Statistischem Bundesamt 4,3 Millionen Menschen in einer selbstständigen Tätigkeit, sie sind von der Sozialversicherungspflicht befreit, da sie sich selbst um die Vorsorge fürs Alter kümmern müssen.

Für die Sozialdemokraten ist das eine Quelle, die die Rentenkasse füllen kann, im Gespräch ist eine Summe von ca. 15 Milliarden Euro. Wenn man dem Kanzlerkandidaten Martin Schulz und der Arbeitsministerin Andrea Nahles zugehört hat, dann klingt das Vorhaben, die Selbstständigen zur Rentenkasse zu bitten, wie ein Akt der Barmherzigkeit.

Die SPD will, dass auch die Selbstständigen eine Rente bekommen sollen, da sie ja keine gesetzlichen Rentenversorgung haben. Gemeint ist aber, dass alle, die selbstständig arbeiten, beitragspflichtig werden sollen und das ist offenbar ein großes Problem der Sozialdemokraten.

Keine Gerechtigkeit

Nach dem Willen der SPD soll jeder, ob er nun will oder nicht, in den Genuss von staatlicher Fürsorge kommen. Aber jeder, der im Verdacht steht, zu viel zu verdienen, der soll abkassiert werden, eine Umverteilung, die so nicht gelingen kann und die die SPD Gerechtigkeit nennt.

Selbstständige und Freiberufler leisten für die Wirtschaft einen besonderen Beitrag, sie haben aber auch ein hohes Risiko, das Arbeitnehmer nicht kennen. Die Meisten zahlen zum Beispiel in eine Berufs- oder Handelskammer ein, ebenso in die Berufsgenossenschaft oder in die Künstlersozialkasse, sie müssen für die GEZ bezahlen und nicht selten leben Selbstständige und Freiberufler von der Hand in den Mund.

Sie wissen oft nicht, wie sie im nächsten Monat ihre Kosten decken können, das Finanzamt sitzt ihnen im Nacken und vielen auch das Ordnungsamt.

Wer freiberuflich und selbstständig sein Geld verdient, der arbeitet mehr und ist weniger krank als jeder normale Arbeitnehmer und wenn unerwartet eine Steuernachzahlung ins Haus flattert, dann landen viele in der Insolvenz und werden zu Hartz-IV-Empfängern.

Die Selbstständigen und Freiberufler haben schon genug Sorgen, sie kommen auch ohne die abstrusen Ideen von Herrn Schulz und Frau Nahles sehr gut aus.

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