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Selbstfahrende Autos macht die Kfz-Versicherung nicht günstiger

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DRIVERLESS CARS
Karneg via Getty Images
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Die Kanzlerin hat sich als Prophetin versucht, als sie sagte, dass in nur wenigen Jahren Autofahrer, die ihren Wagen noch selbst steuern möchten, eine Sondergenehmigung brauchen werden. In der Zukunft werden autonom fahrende Autos das Straßenbild bestimmen und die Autohersteller arbeiten zügig an der Entwicklung der Assistenzsysteme. Aber selbst in dieser Richtung wenn große Fortschritte erzielt werden, die Aussagen der Kfz-Versicherer sind eher ernüchternd.

Eine einfache Rechnung

Eigentlich ist es ganz einfach: Die neue Technik mit den Assistenzsystemen im Auto wird dafür sorgen, dass die Unfallzahlen auf der Straße drastisch sinken und damit müsste dann logischerweise auch die Höhe der Schäden abnehmen. Alleine durch Spurhalte- und Bremsassistenten kommt es zu weniger Unfällen und da 90 % aller Unfälle auf menschliches Versagen zurückgehen, müssten die Zahlen durch den Einsatz moderner Technik noch weiter sinken.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft sieht das in einer neuen Studie allerdings ein wenig anders. In den kommenden 20 Jahren wird die moderne Technik nur zu leicht sinkenden Unfallzahlen führen und Autofahrer, die jetzt vielleicht auf sinkende Versicherungsprämien hoffen, werden wohl enttäuscht werden.

Hohe Schäden

Für die Studie haben sich die Versicherungen am Jahr 2015 als Bezugsgröße orientiert, denn vor zwei Jahren lag der Schaden, der durch Verkehrsunfälle entstanden ist, bei 22 Milliarden Euro. Die Versicherungen gehen jetzt davon aus, dass diese Summe bis zum Jahr 2035 zwischen sieben und 15 Prozent sinken wird.

Die große Differenz wird mit den unsicheren Vorhersagen begründet, mit der sich die neue Technik durchsetzen wird. Dass das teure System die Höhe der Schäden die Prozentzahl in den einstelligen Bereich sinken lässt, dafür sehen die Versicherungsexperten gleich mehrere Gründe.

So lassen sich nicht alle Schadensfälle alleine nur durch moderne Technik verhindern, denn auch eine Einparkhilfe kann den Diebstahl eines Autos nicht verhindern. Ebenso wenig ist ein Spurhalteassistent nicht in der Lage, den Wagen vor schwerem Hagelschlag zu schützen.

Hohe Schadenssumme trotz niedriger Unfallzahlen

Es wird noch einige Jahre dauern, bis die Technologie, die Autos selbst lenkend macht, so ausgereift ist, dass sie auch auf die Straße darf. Geschätzt werden 20 Jahre und dann werden es vielleicht 80 % der Fahrzeuge sein, die selbst lenkend unterwegs sind. Was den Experten aber heute schon zu denken gibt, das ist ein Szenario, bei dem es zwar immer weniger Unfälle, dafür aber immer höhere Schadenssummen geben wird.

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