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Italien in Schockstarre - keine WM-Teilnahme 2018

19/11/2017 17:32 CET | Aktualisiert 19/11/2017 17:32 CET
anton5146 via Getty Images

Als die Niederlande die WM-Teilnahme verpassten, war das eine mittlere Katastrophe. Jetzt hat es Italien getroffen und das kommt einem Erdbeben gleich. Seit 60 Jahren sind die „Azzuri" eine feste Größe im internationalen Fußball. Schon viermal wurde Italien Weltmeister und jetzt die Blamage gegen Schweden und das Ende eines Fußballtraums. Das erlösende Tor wollte einfach nicht fallen, es blieb bei einem beschämenden 0:0 und bislang zogen nur der Torwart und zwei Spieler daraus die Konsequenzen.

Die bessere Mannschaft

Schlecht spielen und verlieren ist gerecht, gut spielen und verlieren, das ist so etwas wie ein Offenbarungseid. Der „Spiegel" hat das Spiel analysiert und festgestellt, dass die Italiener zwar die besseren Spieler auf dem Platz hatten, aber leider fehlte es der Mannschaft an Kreativität. Jede Mannschaft spielt immer nur so gut, wie der Gegner es zulässt.

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Dass die Schweden in der Offensive überhaupt nicht mehr zu finden waren, macht das Ganze nur noch schlimmer. Die einzige Antwort, die der italienische Trainer Gian Piero Ventura hatte, war einen Defensivspieler zu bringen, der mit 34 Jahren nicht eben zu den jüngsten und fittesten Spielern gehört. Ein kreativer Spieler wie beispielsweise Lorenzo hätte dem Spiel gutgetan.

Kein Rücktritt

Die Fehlentscheidungen von Gian Piero Ventura quittierte das Publikum mit einem Pfeifkonzert, aber ein Rücktritt kommt für den Trainer nicht infrage. Er schiebt stattdessen die Verantwortung auf den Verbandspräsidenten. Er sei der Mann, der die Entscheidungen trifft, so der Coach, aber der Verbandspräsident ist ein Mann, der schon vor dem Spiel gegen die Schweden heftig in die Kritik geraten ist. Zwei Tage will sich Carlo Tavecchio jetzt erst einmal Zeit nehmen, um über mögliche Konsequenzen nachzudenken. Dass Gian Piero Ventura der Mann ist, der bis zur EM 2020 eine neue Mannschaft aufbaut, gilt heute allerdings als eher unwahrscheinlich. Einige Spieler möchten mit der Schande nicht leben, sie haben ihren Rücktritt erklärt. De Rossi wird ebenso nicht mehr zum Team gehören wie auch Barzagli und allen voran, Torwart Buffon.

Es muss Reformen geben

Dass der italienische Fußball am Boden liegt, steht außer Frage. Eine Reform ist daher dringend notwendig. Neue, junge und hungrige Spieler müssen in die Mannschaft, damit die stolze Fußballnation Italien endlich wieder auf die Beine kommt. Zwar ist niemand gestorben, sagte De Rossi nach dem Spiel, aber alle fühlen sich wie bei einer Beerdigung.

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