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Ist Deutschland ein Paradies für Schwarzarbeiter?

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BUILDING WORKERS
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Die Zahlen sind alarmierend: Im ersten Halbjahr 2017 wurden in Deutschland knapp 65.800 Ermittlungsverfahren wegen Schwarzarbeit eingeleitet und das entspricht einem Anstieg von fünf Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2016. Auch bei denjenigen, die sich illegal in Deutschland aufhalten, ist die Schwarzarbeit um 28 % gestiegen und es wurden 941 Verfahren eingeleitet. Es hat den Anschein, als hätte sich Deutschland in einem Jahr zu einem Paradies für Schwarzarbeiter entwickelt.

Wer arbeitet überwiegend schwarz?

Zehn Herkunftsländer standen bei einem Bericht des „Gemeinsamen Analyse- und Strategiezentrums" im Fokus, wenn es um illegale Schwarzarbeiter geht. Die Menschen aus der Ukraine, aus Albanien, Vietnam, Serbien, Mazedonien, der Türkei, dem Kosovo, aus Ghana oder auch Bosnien-Herzegowina sind hauptsächlich im Baugewerbe, aber auch in Hotelbetreiben und im Gaststättenbereich beschäftigt und das immer ohne eine erforderliche Genehmigung.

Die Zahlen steigen weiter

Die Zahlen werden nach Ansicht von Experten des Zolls noch weiter steigen, da der Zoll Kontrollen im größeren Umfang durchführt. Aber noch immer wird nicht genug gegen die illegale Beschäftigung getan und es müsste noch mehr Kontrollen geben. Das scheitert jedoch immer wieder an den Personaldefiziten vor allem bei der Finanzkontrolle, auch die aufwendige Ermittlungsarbeit des Zolls und der Bundespolizei macht es nicht immer einfach, kriminellen Strukturen auf den Grund zu gehen. Der Arbeitsaufwand ist jedoch notwendig, da die Schwarzarbeit in Deutschland zum Teil mafiöse Strukturen angenommen hat.

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Bekommt man das Problem in den Griff?

Das Problem Schwarzarbeit wird wahrscheinlich immer existieren, aber es gibt heute Mittel und Wege, dem Problem effektiv zu begegnen. So können zum Beispiel Unternehmen, die den Verdacht haben, dass ihre Mitarbeiter nach Feierabend noch schwarz arbeiten gehen, eine Privatdetektei beauftragen, um diese Mitarbeiter zu beobachten und Beweise zu sammeln. Immer öfter stellt sich bei diesen Observationen heraus, dass der Firmenwagen dazu genutzt wird, um nach der regulären Arbeit noch einer illegalen Beschäftigung nachzugehen.

Mehr zum Thema: Schätzungen: Mindestens 100.000 Flüchtlinge werden zu Dumpinglöhnen schwarz beschäftigt

Wenn die Detektei handfeste Beweise liefern kann, dann ist es einfach, den Mitarbeiter fristlos zu entlassen und ihn anzuzeigen wie in einem aktuellen Fall aus Göttingen. Hier hat eine Detektei einen Fall von Schwarzarbeit und Diebstahl bewiesen und konnte somit 3 fristlose Kündigungen und 3 Strafanzeigen bewirken.

Betrug am Steuerzahler

Schwarzarbeit ist immer ein schwerer Betrug am Steuerzahler und die Folgen der Schwarzarbeit müssen letztendlich alle ausbaden, die ehrlich arbeiten und Steuern bezahlen. Auch wenn es um illegale Arbeit nach Feierabend geht, heißt es: Wehret den Anfängen, denn je schneller den Schwarzarbeitern das Handwerk gelegt wird, umso kleiner sind die Schäden für alle anderen.

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