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Hat Niedersachsen Angst vorm bösen Wolf?

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WOLVES
Fuse via Getty Images
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Am 15. Oktober wird in Niedersachsen ein neuer Landtag gewählt. Noch ist völlig unklar, wer das Rennen macht, denn es gibt viele strittige Themen, wie zum Beispiel die Flüchtlingskrise. Ein anderes Problem sorgt in Niedersachsen ebenfalls für kontroverse Diskussionen und dieses Problem lebt im Wald. Es geht um ein Rudel Wölfe, das Niedersachsen in Atem hält, genauer gesagt um ein „Problemwolfsrudel", das zum Abschuss freigeben werden soll.

Ein härterer Kurs

Wie „T-Online" berichtet, will die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen einen deutlich härteren Kurs anschlagen, wenn es um das Thema Wölfe geht. Ministerpräsident Stefan Weil, Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (beide SPD) und der grüne Landesminister Stefan Wenzel haben bereits signalisiert, dass es auch im Artenschutz Ausnahmefälle gibt, die den Abschluss legitimieren. Eine Zäsur gibt es nicht, sagte Regierungschef Weil und jedes Vorgehen gegen die Wölfe ist eine Einzelentscheidung. Es gibt keine Obergrenze für Wölfe, sagte Hendricks und der Wolf wird auch nicht in das Jagdrecht aufgenommen. Wo ist denn dann eigentlich das Problem?

Zu hohe Schäden?

Seit 2008 sind Wölfe in Niedersachsen wieder heimisch. Die ersten Rudel haben sich in der Nähe von Lüneburg angesiedelt und sorgen seitdem für Probleme. Insgesamt haben die Wölfe seit 2008 knapp 700 Nutztiere gerissen und damit einen Schaden von 70.000 Euro angerichtet. Das ist kein sonderlich hoher Schaden, im Vergleich dazu, was andere Wildtiere anrichten. Mittlerweile gibt es elf Rudel in Niedersachsen, in denen nach Meinung des Naturschutzbundes nicht mehr als 140 Tiere leben.

Die Problemtiere loswerden

Anders als seine Kollegin Barbara Hendricks hat der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) kein Problem damit, Wölfe einfach abzuschießen. Nach Ansicht von Schmidt ist die Zeit des Redens vorbei, die Bestände müssen so reguliert werden, dass weder für Nutztiere noch für Menschen eine Gefahr besteht. Der Bundesminister fordert ein „Wolfsmanagement" vonseiten der Interessenvertretung der Landwirtschaft. Schmidt hat sich nicht zum ersten Mal zum Thema Wölfe in Deutschland geäußert. Er macht sich schon seit längerer Zeit für die Eindämmung der Wolfspopulation stark. Der Minister begründet das mit dem Argument, dass der Wolf das größte in Deutschland lebende Landraubtier ist, das außer dem Menschen keine Feinde hat.

Wölfe gelten als ausgesprochen scheue Tiere, die sich dem Menschen nur sehr selten nähern. Trotzdem ist es in einigen Bundesländern schon zu Begegnungen gekommen, die für den Menschen jedoch keine Gefahr darstellten.