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Autofahrer können aufatmen - NRW beendet Blitzmarathons

23/07/2017 20:45 CEST | Aktualisiert 23/07/2017 20:45 CEST
Fabrizio Bensch / Reuters

Millionen Autofahrer zwischen Münster und Aachen, Bielefeld und Mönchengladbach haben geschimpft, sich geärgert oder waren einfach nur stinksauer. Der Grund? Die landesweiten sogenannten Blitzmarathons, eine groß angelegte und flächendeckende Verkehrskontrolle für die Dauer von 24 Stunden.

Damit ist jetzt aber Schluss, denn die neue schwarz-gelbe Regierung im größten deutschen Bundesland will die Autofahrer nicht mehr mit Blitzmarathons quälen, sondern mehr unangekündigte Kontrollen durchführen.

Das Thema ist durch

Die anderen Bundesländer können gerne weiter Blitzmarathons veranstalten, in Nordrhein-Westfalen ist das Thema durch. Der neue Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) sieht keine Notwendigkeit mehr, er möchte wieder individuelle Kontrollen durchführen lassen, denn dann sind die Autofahrer nicht darauf vorbereitet und das ist nach Meinung von Reul deutlich effektiver. Dabei war NRW der Initiator der Aktionstage gegen Raser, und andere Bundesländer, aber auch einige Länder in Europa haben den Blitzmarathon dann übernommen.

Die Polizei ist begeistert

Nicht nur die Autofahrer in Nordrhein-Westfalen können wieder durchatmen, auch die Polizei kann sich entspannen. Die Gewerkschaft der Polizei hatte den Blitzmarathon von Anfang an kritisiert, weil einfach zu viele Kräfte für 24 Stunden gebunden waren. Auch die Polizei hält wie der Innenminister, nicht angekündigte Kontrollen für effektiver.

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Bereits im Koalitionsvertrag hatten CDU und FDP den Blitzer-Marathon als wenig geeignet bezeichnet, um Raser zu erwischen und die Verkehrssicherheit auf Dauer zu verbessern. Die neue Regierung setzt lieber auf eine „zielgerichtete Verkehrsüberwachung" und wird in Zukunft Verkehrskontrollen durchführen, die vorher nicht angekündigt werden.

Wie erfolgreich war der Blitzmarathon?

Der letzte Blitzmarathon fand im April vorigen Jahres statt. An diesem Tag waren 30.000 Temposünder unterwegs, die von den konzentrierten Kontrollen mit Radar- und Lasermessgeräten geblitzt wurden. 900.000 Autos und LKWs waren an diesem Tag überprüft worden. Die Polizei sah schon damals wenig Sinn in der Aktion, denn die Autofahrer haben sich auf die angekündigten Kontrollen eingestellt. Trotzdem gab es immer wieder Autofahrer, die auf ihr Glück vertraut haben, wie ein Fahrer aus dem Kreis Borken im Münsterland, der mit 179 km/h erwischt wurde und auf in einer Straße, wo nur Tempo 100 erlaubt war.

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