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Simulcast? On-Demand? User-Generated? Die neue Audiosphäre

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RADIO
Maskot via Getty Images
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Wie so viele klassische Medien befindet auch das Radio derzeit im Wandel. Die Digitalisierung verändert den Markt und nicht nur die Radiobranche stellt sich die Frage, welche Rolle das Medium heute und in der Zukunft spielt. In den kommenden Wochen geben wir in der Reihe: „Simulcast? On-Demand? User-Generated? Radio und die neue "Audiosphäre" einen Einblick, wie es wirklich um das Radio steht.

Radio - Medium im Wandel, genutzt wie eh und je

Mit der Digitalisierung und der zunehmenden Mobilität hat sich die Art und Weise, wie wir Medien nutzen, stark verändert. Ob Zeitungen, Radio oder Fernsehen - heute konsumieren wir vor allem nebenbei und immer häufiger unterwegs. Dabei kann kein anderes Medium seine Nutzer in so vielen Situationen erreichen wie das Radio - sei es beim Frühstück, unter der Dusche, im Auto, am Arbeitsplatz, im Supermarkt oder beim Sport. Radio ist somit noch immer unangefochtener Tagesbegleiter.

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Auch die Zahlen sprechen für die anhaltende Bedeutung von Radio: Aktuelle Analysen zur Radionutzung zeigen, dass noch immer 77 Prozent der Deutschen mindestens einmal am Tag Radio hören. Und das bei einer durchschnittlichen Hördauer von mehr als vier Stunden.

„Video killed the radio star" - nicht mehr als ein guter Song

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Radio gegen neuen Medien behaupten muss - schon in den 80ern sangen The Buggles „video killed the radio star" - als Song ein Welterfolg, war es als Prophezeiung jedoch kaum ernst zu nehmen. Radio hat sich über die Jahrzehnte einigen Transformationen stellen müssen: Von der Musikkassette über den Walkman, den iPod bis hin zu Streaming-Diensten. Seinen Stellenwert als wichtiges Informations- und Unterhaltungsmedium verteidigte das Radio immer wieder.

Angesichts dieser Vergangenheit ist der Branche eines mehr als deutlich: Im Zeitalter der Digitalisierung wird diese Erfolgsgeschichte nun vielmehr fortgeschrieben, als gefährdet. Denn durch die Verbindung von UKW- mit Online-Audio-Angeboten ist das Radio längst zu einem digitalen Multichannel-Medium geworden.

FĂĽr jede Situation der passende Audiokanal

Das Audiouniversum bietet inzwischen fĂĽr jeden Geschmack das passende Angebot. Es gibt das Webradio, das entweder als Simulcast, also dem Stream des UKW-Programms, oder Online-Only-Sender, also einem reinen Webangebot, ausgestrahlt wird.

Darüber hinaus gibt es Radioaggregatoren, die tausende Radiosender bündeln und im Stream abgerufen werden können. Die bekanntesten Streamingangebote sind Music-on-Demand-Dienste wie Spotify, Deezer oder Apple Music. Hier können Musiktitel und verstärkt auch weiterer Audiocontent aus einer riesigen Online-Bibliothek abgespielt werden.

Im Gegensatz dazu können Nutzer beim User Generated Radio wie laut.fm oder Soundcloud ihre eigenen Inhalte generieren und kreieren. Bei einer Vielzahl der neueren Angebote können darüber durch technologische Entwicklungen das Nutzungsverhalten der User erkannt und genutzt werden. So wird Audio-Content gefiltert, dem Hörer werden individuelle Empfehlungen angeboten und erhält sein ganz eigenes Programm.

Die neue Freiheit der Audiosphäre

Radio umfasst heute mehr als das klassische UKW-Radio - Radio ist heute viel mehr als Audio zu sehen und bietet eine Vielfalt an Möglichkeiten, die es so noch nicht kannte. Die Digitalisierung hat Radio von Limitierungen befreit. Wir erleben den Aufstieg der Audiosphäre und in dieser ist das klassische Radio nur ein Kanal von vielen.

Welche Chancen ergeben sich hieraus? Wer sind die Hörer des neuen Audiouniversums? Und welchen Stellenwert wird Radiowerbung in Zeiten von Multichannel einnehmen? Mehr dazu in Teil 2 der Serie „Generation Kopfhörer. Die Nutzer der Audiosphäre".

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