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Die Zukunft des Audiomarketings in der Audiosphäre

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Dave and Les Jacobs/Kolostock via Getty Images
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In den bisherigen drei Beiträgen der Reihe „Simulcast? On-Demand? User-Generated? Die neue Audiosphäre", habe ich die verschiedenen Aspekte dieser Audiosphäre näher beleuchtet: Begonnen mit der Kanal- und Formatvielfalt, über die Analyse der Audionutzer bis hin zu den Audiotrends der Zukunft. Zum Abschluss der Reihe möchte ich den Blick auf das Marketing lenken und zeigen, welche positiven Entwicklungen und enormen Möglichkeiten Werbetreibende erwarten und wie sie diese mitgestalten können.

Ich denke, ich habe deutlich gemacht, dass die Generation Kopfhörer immer und überall Audio konsumiert. Etwa zwei Drittel der Deutschen nutzen Audio heutzutage hauptsächlich mobil. Und die Trendforschung zeigt, dass die Generation Kopfhörer weiter auf dem Vormarsch ist.

Unternehmen und Marken stehen durch die zunehmende Mobilität und Konnektivität der Nutzer vor strategischen Veränderungen. Sie müssen sich mit der Frage auseinandersetzen, ob die Generation Kopfhörer, die immer und überall erreichbar ist, auch immer und überall für Werbung empfänglich ist. Die Frage nach neuen Formaten ist dringen zu beantworten, denn Werbemittel wie Display-Ads auf Smartphones werden kontrovers diskutiert.

In dem Zusammenhang sehe ich enormes Potential von Audiomarketing im mobilen Zeitalter: Musik ist für die Generation Kopfhörer ein natürlicher und wesentlicher Teil ihres Lebens, das Smartphone ist immer dabei und Audiospots sind ein gelerntes und akzeptiertes Werbemittel - das über Kopfhörer auch dann funktioniert, wenn das Smartphone in der Tasche steckt.

Und die Zukunft bietet mehr: Denn auch im Audiobereich schaffen die Trends von morgen innovative und vielfältige Möglichkeiten Kunden anzusprechen und auf ihrer Customer Journey bis hin zum Point of Sale zu begleiten:

  1. Durch das Internet of Things werden intelligente Geräte vollständig miteinander vernetzt. Produkte und Dienstleistungen, die z. B. eine Bestellung via In-Car-Systemen direkt nach einem Audiospot ermöglichen, gehören in 2025 voraussichtlich zum Alltag. Das Smartphone wird dabei die Steuerzentrale unseres vernetzten Lebens sein.
  2. Community Plattformen werden bis 2025 ihre Rolle als Sprachrohr der Audio-Society manifestieren. Ganz selbstverständlich nutzen Unternehmen und Marken diese Möglichkeit, um eigene Inhalte zu verbreiten, mit Nutzern im direkten Austausch zu bleiben und ihre Markenbindung zu steigern.
  3. Content Marketing und gesponsertes Infotainment werden auch im Audiobereich zunehmend an Bedeutung gewinnen, die Akzeptanz für reine Unterbrecherwerbung wird schwinden. Werbung darf nicht auffällig schlechter wirken, als das tatsächliche Programm - nur so wird Werbung zukünftig akzeptiert.
  4. Die Nutzung von Hörbüchern und Podcasts steigt zunehmend an. Über Branded Audio Storys oder raffinierte Product Placements innerhalb der Geschichten gewinnen sie auch für das Marketing an Relevanz. In einem zunehmend audiophilen Werbeumfeld sollten Marken verstärkt auf die Gestaltung ihrer eigenen Soundwelt setzen, die ohne visuelle Einflüsse Wiedererkennung schafft.
  5. Mit steigender Mobilität erhöht sich auch die Möglichkeit zur mikrolokalen Werbeausspielung. Im Connected Car erhalten Autofahrer nähere Informationen über den Verkehrsstatus, Restaurantvorschläge oder Sehenswürdigkeiten direkt durch die Aussteuerung gezielter Audiospots. Gut gemacht wird Werbung so zum Service.
  6. Die individuellen Bedürfnisse haben in 2025 immer deutlicher Vorrang. Daher werden zukünftig auch Werbemittel im Audioumfeld automatisiert und in Echtzeit ausgespielt. So lässt sich durch die Verknüpfung von aktuellem Standort, Tageszeit oder Wetterinformationen Werbung persönlicher, situativer und relevanter gestalten. Das schafft Akzeptanz bei den Hörern.
  7. Mobilität und Vernetzung bedeuten für uns Fortschritt in vielen Bereichen des Lebens. Ein Nebeneffekt ist aber auch, dass unsere Gesellschaft hektischer geworden ist. Wir sehnen uns inmitten der „always-on"-Gesellschaft nach unseren persönlichen Ruhezonen. Auch Marken bietet sich in diesem Umfeld die Gelegenheit mit dem richtigen Ton selbst für Entschleunigung zu sorgen.

Zu Beginn dieser Artikelreihe habe ich gezeigt, dass es um das Medium Radio keineswegs so schlecht bestellt ist, wie hier und da behauptet wird. Es hat sich nur verändert: Radio umfasst heute mehr als das klassische UKW-Radio - es ist viel mehr als Audio zu verstehen und bietet eine Vielfalt an Möglichkeiten, die Nutzer und Werbekunden zuvor so nicht hatten. Die Digitalisierung hat Radio von Limitierungen befreit.

Das führt dazu, dass es für jeden Nutzertypen die passenden Audiokanäle gibt, die sich durch die fortschreitende Digitalisierung und Produktinnovationen weiterentwickeln und in der Zukunft immer stärker auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten werden können.

Das alles hat Einfluss auf das Marketing, erfordert Veränderungen in der Strategie und bietet damit neue, bisher ungekannte Möglichkeiten, Nutzer individueller, persönlicher und situativer zu erreichen. Ergreifen wir diese Chancen.

Willkommen in der Audiosphäre!

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