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Das Spyfie: James Bond, jede Menge Bier und ein Selfie aus dem All

18/11/2015 09:37 CET | Aktualisiert 16/11/2016 11:12 CET

Ich war vor Kurzem auf einer sehr spannenden, wenn auch sehr verwirrenden Reise. Es gab Terroristen, Spione, Luxushotels, Filmstars und ein Foto aus dem All. Alles in allem ein Erlebnis, wie man es wahrscheinlich nur aus James Bond filmen kennt. Das hat auch seinen Grund, denn es ging auch um den neuen James Bond Film.

Aber lasst mich am Anfang beginnen.

Das schöne am Beruf des Journalisten ist, dass man nie genau weiß, was einen bei der Arbeit erwartet. Die Nachrichtenlage kann sich schnell ändern, plötzlich muss man in eine andere Stadt fliegen, um jemanden zu treffen. Große Politiker besuchen die Redaktion, es ist immer was los.

Manchmal fängt es aber auch ganz sanft an. So arbeitete ich eines Tages an unserem Konferenztisch, weil ich die Stühle dort am angenehmsten finde, als mein Chefredakteur und eine Kollegin vorbeikamen und sich unterhielten.

Ich musste aufhören als ich den Satz hörte: „Nach Las Vegas kann ich nicht, der andere Termin ist nicht verschiebbar. Da muss jemand anderes hin."

LAS VEGAS TERMIN!!!

Ich versuchte ganz cool zu bleiben und sagte kaum zitternd: „Du also, wenn du da wen braucht, also Las Vegas, also für das Treffen, in Las Vegas, dann, ja, also, ich könnte das dir abnehmen, also wenn du da wen brauchst."

Cool. Ganz cool.

Ich durfte fahren. Es handelte sich um eine Promoveranstaltung von Heineken.

Heineken war für mich immer ein Urlaubsbier. In deutschen Kneipen stoße ich eher selten drauf, aber auf Reisen, egal ob in Europa, Asien oder Amerika, überall gibt es Heineken.

Ich hab das als Jugendlicher oft getrunken, wenn ich mit möglichst geringen Kosten mal ins nahe Ausland gefahren bin und dort von den letzten Euros ein paar Bier getrunken hab. Heineken war immer das Bier, bei dem man sicher war, wie man den Namen ausspricht und das es auch gut schmeckt.

Jetzt also mit dem Auslandsbier nach Vegas fliegen. Warum nicht. Ich war noch nie in den Staaten. Las Vegas ist für mich so was wie das Oktoberfest. Man muss mal dagewesen sein, alles ist teuer, voller Amerikaner und einmal reicht wahrscheinlich. Da ist es doch schön, sich mal einladen zu lassen.

Ich landete in Las Vegas

Nach einer ziemlich unauffälligen Anreise von München über Amsterdam nach Seattle nach Las Vegas kam ich um ca. 16 Uhr Ortszeit in Vegas an. Der Zeitunterschied beträgt neun Stunden, in Deutschland war es also 1 Uhr nachts als ich ankam. Da ich am Vortag um 4 Uhr aufgestanden war, um den Flieger zu erreichen, war ich also bereits 21 Stunden wach.

Vom Flughafen fuhr ein Shuttle-Service zum Hotel. Ich lernte dort zwei Dänen kennen und wir freundeten uns schnell an. So wie man sich halt anfreundet, wenn man zu dritt in einem Reisebus sitzt und man weiß, dass man die nächsten zwei Tage zusammen verbringen wird.

Einer von ihnen hatte die Reise beim Heineken Gewinnspiel gewonnen, der andere betreibt einen dänischen Lifestyle-Blog, dessen Namen ich nicht aussprechen konnte. Genau wie ich wurde er auch eingeladen.

Es ging zumRed Rock Resort & Spa. Ein riesiger Hotelkomplex mit eigenem Casino, Kino, und riesigem Innenhof mit diversen Pools. Am Eingang saßen bereits wieder Leute von Heineken, die uns begrüßten, uns beim Einchecken halfen und uns ganz mysteriös darum baten, doch direkt auf unsere Zimmer zu gehen und mindestens 20 Minuten dort drin zu bleiben. Es gäbe gleich noch eine besondere Lieferung.

Im 17. Stock (das Hotel hatte noch weit mehr) war mein Zimmer. Für jemanden, der sonst nur in 12-Bett-Hostels gewohnt hat, war das schon ein Mordszimmer.

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Nach ein paar Minuten klopfe es auch an der Tür und eine kleine Frau überreichte mir eine Bier und ein Handy. Ein neues Handy. Das neue Sony XperiaZ5. Für mich. Einfach so. Free Phone. Okay.

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Heineken hat sich da schon gut Gedanken gemacht. Nicht nur hatten jetzt alle Teilnehmer immer und überall Internet und konnten so unentwegt über die Veranstaltung twittern, facebooken, instagrammen, reditten und was die Kinder von heutzutage sonst noch so tun, nein, das Telefon war auch personalisiert für jeden und man bekam immer alle relevanten Updates, wo man zu sein hatte.

Das gesamte Erlebnis stand unter dem Überbegriff Spyfie und hatte mit den neuen James Bond Film zu tun.

Ab dem Moment, an dem wir das Telefon bekamen, waren wir Teilnehmer alle Agenten. Wir bekamen kleine Aufträge übermittelt, Reiserouten, Termine, Lob und Warnhinweise. Unser Ziel: Das Spyfie machen. Das wohl erste Selfie aus dem Weltall.

Ich mag James Bond

Ich fand die Idee sehr lustig. Ich mag James Bond und als Techfreak interessierte es mich, wie Heineken es umsetzten will, dass das Spyfie auch wirklich ein Selfie ist und nicht nur ein Foto aus dem Weltall.

Mein erstes Missionsziel war simpel. Um 18 Uhr zur Willkommensveranstaltung erscheinen.

Ich war zwar schon ziemlich angeschlagen und sehr müde, aber ich wollte auch, dass das Erlebnis jetzt losgeht.

Für die Willkommensparty waren zwei riesige Suiten vorbereitet. Eine eher gemütliche Lounge und eine großes Zimmer mit Dachterasse, DJ und einem Pool voller Eis und Heineken-Biere.

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Die Stimmung war gut, es gab ein tolles Running Buffet und sehr viel Heineken. Ich traf die Dänen wieder, die beide die sehr kurze Zeit zwischen Ankunft und Party zum Baden genutzt haben und lernte einen Japaner kennen, mit dem ich darüber diskutierte, wer denn der beste James Bond war und wer mein Lieblingskandidat für einen Nachfolger von Daniel Craig wäre.

Irgendwann bekamen wir alle auf unsere Handy unsere erste Minimission. Ein Überwachungskamerabild von einem Mann. Wir sollten ihn ausfindig machen und ein Selfie mit unseren Handys machen, auf dem er im Hintergrund zu sehen ist, ohne das er es mitbekommt.

Ich hab ihn leider nicht gesehen.

Das Spyfie wird geschossen

Kurz danach gab es noch eine Ansage von zwei Schauspielern, die sich als britische Geheimagenten ausgaben und uns nochmal erzählte, dass am Folgetag das Spyfie geschossen werden sollte und es bereits sehr früh am Morgen losgehen würde. Bereits um 4 Uhr würden wir einen Weckruf bekommen.

Ich bin direkt nach der Ansage auf mein Zimmer ins Bett gegangen. Es war 20 Uhr in Vegas und 5 Uhr in Deutschland und ich war einfach schon zu lange wach, um noch zu feiern.

So schrecklich war auch der Weckruf um 4 Uhr.

Um 4.30 fuhren wir in die Wüste, wo bereits eine Horde Wüstenbuggies auf uns wartete.

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Mit diesen ging es dann über die Dünen zu einem kleinen Zeltplatz, wo ein britisches Frühstück auf uns wartete. Es war leider erbärmlich kalt um 5 Uhr morgens in der Wüste und so saßen wir alle frierend und teilweise mit Handschuhen an den Tischen und das Essen erreichte uns kalt.

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Am Ende des Essens gab es noch eine kleine Showeinlage. Die Schauspieler/Agenten meinten, wir würden jetzt das Spyfie machen, doch dann kam ein Auto mit Bösewichten, entführte die Agentin und schossen einen Helikopter (den es nur als Soundkulisse gab) nieder.

Der Helikopter hatte vorher etwas abgeworfen und wir sollten schnell mit den Buggies zur Landestelle fahren und Daten sichern.

Die Fahrt war jetzt weit rasanter.

Leider musste mein Buggie auf irgendetwas warten, daher hab ich nichts von der Abwurf-Aktion mitbekommen, da wir erst viel zu spät dort ankamen.

Jetzt ging es zum Hoover Dam, wo das Spyfie geschossen werden sollte. Dort wartete bereits ein großes Podest auf uns und nach einiger Zeit, wurde wir gebeten, uns dort an extra für uns zugeteilte Plätze zu begeben. Dort sollten wir sechs Minuten stehen und einen bestimmten Punkt im Himmel ansehen.

Nach zwei Minuten gab es wohl wieder eine Showeinlage, die aber kaum jemand sehen konnte, da wir alle ebenerdig auf diesem Podest standen und uns gegenseitig die Sicht versperrten. Es endete aber damit, dass die entführte Agentin mit Dave Batista (Guardians of the Galaxy; Spectre) auftauchte.

Wir mussten weiterhin in den Himmel gegen die Sonne starren, während der 6-Minuten-Countdown weiterlief. Irgendwann kam über die Lautsprecher, dass das Spyfie jetzt geschossen worden war.

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Spyfie war kein Selfie

Ich war ein bisschen enttäuscht. Denn auf einem Podest stehen und von einer Kamera im Weltraum fotografiert zu werden ist auch bei größter Auslegung einfach kein Selfie. Ein Selfie ist ein Foto von sich, das man selbst geschossen hat. Manche machen da eine Kunst draus, aber so war es einfach ein Foto, wenn auch von einer Weltraumstation geschossen.

Ich hatte irgendwie gehofft, man könne auf einen großen Knopf drücken und ein Signal senden oder irgendwas. Trotzdem ist es unglaublich, was UrtheCast, einem Unternehmen, speziell Bilder der Erdoberfläche schießt, aus einer Entfernung von 600 km für scharfe Bilder schießt.

Naja. Danach haben wir alle noch ein Foto mit Batista gemacht.

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Nach einer kurzen Bootstour und ein paar Stunden Auszeit haben wir dann noch den neuen Bond Film gesehen.

Ich sag mal so lala. Wir haben hier einen Blogger, der den Film sehr gut zusammengefasst hat.

Zwei Tage wie James Bond fühlen

Abschließend kann ich sagen, dass es ein cooles Event war. Man konnte sich für zwei Tage wie James Bond fühlen, ein imposanter Ort, neueste Technik und ein kleines Abenteuer.

Wenn jetzt das Spyfie auch nicht wirklich ein Selfie aus dem Weltall war, so ist es doch erschreckend und imposant zugleich, wie gut so eine Aufnahme ist.

Das Team von Heineken hat da schon ordentlich was aufgefahren und plant noch weit größeres. Ich bleibe gespannt.

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