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Mit diesen 5 Tricks versuchen Kosmetikfirmen, Tierversuche zu vertuschen

23/03/2017 15:50 CET | Aktualisiert 23/03/2017 15:58 CET
JacobStudio via Getty Images

Tierversuche lösen in den Medien regelmäßig heiße emotionale Debatten aus. Daher, und auch durch verschärfte gesetzliche Richtlinien verzichten glücklicherweise immer mehr Kosmetik- und Konsumgüterkonzerne auf Tierversuche. Für alle anderen gibt es genügend Tricks, die uns fälschlicherweise glauben machen, unsere Creme sei nicht am Tier getestet.

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Schon vor Jahren trat in der EU eine neue Kosmetikrichtlinie in Kraft, die ein Verkaufsverbot von Kosmetika vorschreibt, wenn diese Inhaltsstoffe enthalten, die am Tier getestet wurden. Trotz verschärfter Gesetze werden aber in Europa immer noch 12 Millionen Tiere bei Tierversuchen eingesetzt. Wie ist das möglich?

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1. Firma ist nicht gleich Marke

Nur wenige Firmen geben zu, Tierversuche durchzuführen. Dazu gehören Procter & Gamble sowie Unilever. Was die meisten Verbraucher aber nicht auf dem Schirm haben ist, dass zu dem weltgrößten Konsumgüterkonzern P&G über 60 verschiedene Marken gehören, so zum Beispiel Always, Gillette, Head & Shoulders, Herbal Essences, Olaz, Oral-B, Pantene, Wella und Wick (um nur einige wenige zu nennen).

2. Substanz ist nicht gleich Substanz

Seit vielen Jahren sind in Deutschland Tierversuche für die Entwicklung von dekorativen Kosmetikprodukten sowie Pflegeprodukte verboten. Das gilt für fertige Produkte ebenso wie für Inhaltsstoffe und deren Kombinationen. Allerdings gilt das nicht für Substanzen, die auch für andere Anwendungen (wie in der Chemie und in der Medizin) zugelassen werden müssen.

3. Ungefährlich ist nicht gleich ungefährlich

Gemäß der EU-Chemikalienverordnung muss für viele Stoffe immer neu entschieden werden, ob sie für Verbraucher und Umwelt ungefährlich sind oder nicht. Diese Substanzen können dann auch in Kosmetika wiederverwendet werden.

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4. Europa ist nicht gleich die Welt

Wenn in Europa keine Versuche an Tieren mehr durchgeführt werden dürfen, dann gehen diese eben im außereuropäischen Ausland weiter. Wenn also in China Tierversuche gesetzlich vorgeschrieben sind, dann werden sie auch von europäischen Großkonzernen gerne durchgeführt, um die chinesische Klientel zufriedenzustellen. Und in China gibt es kein landesweit geltendes Tierschutzgesetz.

5. Naturkosmetik ist nicht gleich tierversuchsfreie Kosmetik

Auch unter dem Deckmantel der „Naturkosmetik" verstecken sich Marken, die wir wegen ihrer Liebe zur Umwelt vielleicht gar nicht hinterfragen. Aber Umweltschutz bedeutet nicht zwangsläufig, dass Tiere auch geschützt werden.

Welche Marken unter anderen noch immer an Tierversuchen festhalten, zeigt die folgende Infografik:

Mehr zum Thema: Was wir gegen die globale Wasserkrise tun können

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Diese Infografik erschien bei zitronenzauber.de.

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