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Zehn Tipps wie wir unsere Bestimmung finden

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Ich bin momentan 38, unsere Tochter Liv wird im August 1 Jahr. Noch bevor ich schwanger wurde, habe ich gemerkt, dass ich ein bisschen getrieben bin. Nicht, weil ich unzufrieden oder unausgelastet bin, sondern weil ich irgendwie das Gefühl habe, „das kann es noch nicht alles sein". Ich lese mir oft Biographien von Menschen durch und bin tief beeindruckt, was manche Menschen leisten oder auf die Beine stellen.

Frauen, die nach Idomeni fahren, um dort wochenlang den Flüchtlingen zu helfen. Tierärzte, die in fremde Länder reisen, um dort Straßenhunde zu sterilisieren. Menschen, die eine Vision haben, und Tag und Nacht daran arbeiten, dass diese Vision Realität wird. Okay, offen gesagt habe ich jetzt nicht vor, mein gesamtes Leben umzukrempeln.

Erstens, weil ich Familie habe und zweitens, weil ich auch eine kleine Hedonistin bin. Ich lebe einfach gerne, liebe es Freunde zu treffen und auch gerne mal bis 3 Uhr nachts mit einem Gin Tonic in der Hand gute Gespräche zu führen.

Der tiefe Wunsch nach einem erfĂĽllten Leben

Dennoch würde ich gerne noch irgendetwas machen, was mich mich richtig erfüllt, was mich glücklich macht. (Neben meiner Tochter natürlich:) Und da wären wir schon beim eigentlichen Problem:

Was ist „IRGENDWAS"? Meine Doktorarbeit endlich richtig angehen? Ein veganes Cafe eröffnen? Mehr Einsatz um Flüchtlingsfamilien hier in München bei der Integration zu helfen?

Das IRGENDWAS ändert sich schneller als Livs Launen und ich bin einfach echt ein klein wenig überfragt. Bis eine Mail von Anita Gessulat bei mir im Postfach gelandet ist. Mit der Bemerkung „Ich hab mal wieder was geschrieben - wenn Du mal wieder Futter für Deinen Blog brauchst". Anita war ja schon öfter als Gastautorin für Mommies Use Side Door tätig.

Früher hat Anita im Marketing gearbeitet, bis sie sich dann entschieden hat, ihrer Passion nachzugehen und Yoga-Lehrerin zu werden. Mittlerweile hat sie sich vor allem auf Yoga für Schwangere und Neu-Mamis konzentriert, hält Seminare zum Thema „Angstfreie Geburt" und unterrichtet Yoga für Kinder.

Hier nun ihre TOP10 Tipps wie wir unsere Bestimmung finden

Manche verspüren schon früh den Drang einer Berufung. Andere fragen sich spätestens in der Lebensmitte: Was will ich aus oder mit meinem Leben machen? Was gibt meinem Leben Sinn? Was ist meine Lebensaufgabe oder „Bestimmung"? Bist Du auch auf der Suche? Dann habe ich hier 10 Tipps, wie Du mit Hilfe von Kreativität und Unbewusstem Deine Bestimmung finden kannst.

Was ist eine Berufung oder Bestimmung?

Wir müssen nicht gleich von einer Berufung oder Bestimmung reden, wenn es um den Sinn in Deinem Leben geht. Für manche ist das eh ein zu „großes Wort". Andere verstehen darunter Antworten auf so verschiedene Fragen wie „was will ich", „welcher Job ist der richtige für mich" bis zu „was macht mich glücklich, was brauche ich für mein Leben". Und überdies kannst Du mehrere Berufungen gleichzeitig oder nacheinander haben.

Für mich ist eine Bestimmung oder Lebensaufgabe eine Antwort auf das Potenzial, das ich in mir trage. Es ist etwas, für das ich durch mein Leben, meine Fähigkeiten und Erfahrungen geprägt worden bin. Es ist ein Bedürfnis, das sich durch meine Stärken und meine Persönlichkeit ergibt. Es ist durch mich und mein Leben bestimmt.

Und je nachdem, ob Du nun an Gott, höhere Mächte und Co glaubst oder nicht, ist es etwas, für das Du „berufen" bist.

Wer sucht seine Berufung oder Bestimmung?

Genauso „zwittrig" ist die Frage, wer eigentlich nach seiner Berufung oder Bestimmung sucht. Viele tun das nämlich (zunächst) nicht. Vielen reicht es zum Beispiel, „einfach einen Job zu machen". Andere folgen fasziniert vorgezeichneten Karrierebahnen. Wieder andere machen das, wofür sie ein gewisses Interesse aufbringen und was ihnen das Nötige zum Leben gibt. Daran ist nichts verkehrt.

Doch manche Menschen haben andere Prioritäten. Sie können vielleicht nur dann arbeiten, wenn sie das, was sie tun, lieben. (Das ist bei mir der Fall.) Solche Menschen sind stark „herz-gesteuert". Viele Menschen finden ihre Bestimmung auch als Ausdruck auf eine große Veränderung oder „Krise" in ihrem Leben.

Ich kenne zum Beispiel mehrere Leute, die nach Burnout, schwerem Mobbing oder Belastungen am Arbeitsplatz Heilpraktiker, Trainer für „Burnout-Prophylaxe" oder Ähnliches geworden sind. Sie haben ihre Erfahrungen zu einer Lebensaufgabe verarbeitet. Bei anderen setzt eine solche „Krise" das frei, was sowieso schon in ihnen schlummert.

Auch die berühmte „Krise der Lebensmitte" mündet oft in die Suche nach einer derartigen Lebensaufgabe. Die erste Lebenshälfte steht oft im Zeichen von Dingen, die „gemacht werden müssen". Eine Ausbildung und eine berufliche finanzielle Existenz muss her. Die Karriere will in Angriff genommen, das obligatorische Haus gebaut werden. Familie und Kinder stehen schon aus biologischen Vorgaben auf der „To do-Liste".

Ab der Lebensmitte ändert sich das. Jetzt pocht auch das „Ich" stärker an die Tür. Viele Menschen fragen sich spätestens jetzt: Was will und brauche ich eigentlich „für mich"? Will ich mit diesem Partner alt werden? Will ich diesen Beruf weiter ausüben? Was möchte ich in meinem Leben noch gern erreichen oder bekommen?

Man hält sich nicht mehr für unsterblich. Früher oder später realisiert man: Das Leben ist begrenzt. Viele leiten jetzt diverse Veränderungen ein oder fangen etwas völlig Neues an. Und viele suchen eben auch, instinktiv oder ganz bewusst, nach dem Sinn in ihrem Leben, ihrer Berufung, ihrer Bestimmung.

Wie findest Du Deine Berufung oder Bestimmung?

Tja, und wie findest Du jetzt Deine Berufung, Lebensaufgabe, das, was Du willst? Dazu gibt es ebenfalls diverse Ansätze. Du kannst zum Beispiel ganz simpel nach dem suchen (oder das umsetzen), was Du liebst und leidenschaftlich gern tust.

Du kannst auch relativ „verkopft" etwa nach Deinen Stärken und Fähigkeiten, Deinen Werten oder Deiner Vorstellung von einem idealen Job fragen. Du kannst Überlegungen anstellen wie: Was will ich geben? Was will ich hinterlassen? Worauf kann ich nicht verzichten?

Du kannst in Deiner Lebensgeschichte graben, reflektieren, nach Mustern und einem roten Faden suchen: Was könnte auf eine „Bestimmung" hindeuten? Oder Du gehst es noch etwas „kreativer" an und versuchst Dein Unbewusstes, das, was wie eine Schlange eingerollt in Dir schläft, zu wecken. Dabei sollten Dir die folgenden Tipps helfen:

1. Die eigenen GefĂĽhle wahrnehmen

Ich starte mal mit etwas, was recht einfach sein sollte, was aber viele trotzdem ignorieren, missverstehen oder gar nicht erst wahrnehmen: Die eigenen GefĂĽhle.
Wo verspürst Du „negative" Gefühle, Widerwillen, Unwillen, Ungeduld? Was fühlt sich „falsch" an? Wo hast Du vielleicht sogar das Gefühl, „Ketten" (im Sinne von Fesseln) zu tragen?
Was fühlt sich dagegen „richtig", gut, erfüllend an? Wo verspürst Du ein Gefühl reinsten Glücks? Was lässt Dich innerlich strahlen, sich leicht und lebendig fühlen?

Achtung: Unsere Gefühle sind flüchtig. Du wirst sie immer nur wenige Minuten oder gar Sekunden verspüren. Es braucht ein bisschen Übung, um diese - sagen wir - „Gefühls-Blitze" wahrzunehmen. Und es braucht noch mehr Übung, den Grund für ein Gefühl zu erkennen.

2. Permanente Selbstbeobachtung

Diese kann helfen, die GefĂĽhls-Blitze wahrzunehmen.

3. Körpergefühl

Ein gutes Körpergefühl ist vonnöten, damit Du diese „Primär-Gefühle" möglichst deutlich verspürst - und sie nicht durch diverse Gedanken, Überlegungen, scheinbare „Geht-Nicht" von vornherein überlagerst und ausbremst. Und bitte: Nehme Deine Gefühle und Widerstände ernst.

4. Assoziationen erkennen

Achte auf Worte oder Situationen, die Dich assoziativ aufhorchen lassen.

5. Synchronizitäten erkennen

Ich bin ein großer Fan des Prinzips der Synchronizitäten. Für mich gibt es keinen Zufall, sondern Anregungen („Nasenstüber"), aus denen wir etwas machen können oder auch nicht. Achte auf solche Botschaften aus Deinem Alltag und Deinem Leben.

Bei mir war es zum Beispiel mein Mann, der bei unserem ersten Date der Meinung war „Du wirst Yoga Lehrerin". Jahre darauf beobachtete er mich in den Yoga Stunden. Und immer wieder erinnerte er mich daran, dieser Passion nachzugehen.

6. Schreiben / Notizen machen

Schreibe, um besser an Dein Unbewusstes und das, was in Dir schlummert, heranzukommen. Schreibe zum Beispiel Morgenseiten um alles einfach mal herauszulassen. Führe Tagebuch, um die erwähnten Muster zu erkennen.

7. Meditation

Durch Meditation bist Du Deinem innersten Kern ganz nah. Meditieren bedeutet erheblich mehr, als nur im Yoga-Sitz auf einem Kissen zu sitzen und „Ooomm" zu machen. Du kannst meditierend malen, schreiben, Musik machen oder Musik lauschen, Körperübungen machen, und vieles mehr.

Wenn Du verbissen nach Deiner Bestimmung suchst, wirst Du nicht fündig werden. Daraus entspringen dann eher „verkopfte Berufs-Findungs-Seminare". Wie gesagt, Deine Bestimmung schläft in Dir, sie ruht in Deinem Inneren.

8. Nicht suchen, finden

Ein weiterer Tipp lautet deshalb: Nicht suchen, finden. Gebe Deinem Leben und Deiner Berufung eine Chance, sich selbst zu enthüllen. Gehe spielerisch, ziellos vor. Lasse den zielgerichteten Fokus sein. Bleibe offen für „Zufälle" und Anregungen von außen. Wenn diese Anregungen sich gut anfühlen, ist es vielleicht eine Synchronizität, die nur auf Dich gewartet hat.

9. Nicht zu lange warten

Ich bin zwar nicht der Meinung, dass der Weg immer das Ziel ist. Sooo planlos musst Du nicht durchs Leben wandern. Doch ich habe in der Tat gelernt, dass der Weg beim Gehen entsteht.
Mit anderen Worten: Warte nicht auf den Startschuss „Hey, das ist Deine Bestimmung, jetzt aber los". Damit habe ich mich mehrere Jahre selbst blockiert. Lauf los und gehe ungefähr in die Richtung, die Dir die richtig zu sein scheint. Und halte achtsam immer wieder Ausschau nach Anregungen, Abzweigungen, Weichen.

10. Sich nicht selbst ausbremsen

Ich glaube, dass viele Menschen im Stillen sehr wohl wissen, wozu sie sich berufen fühlen und was ihrem Leben Sinn gäbe. Doch wir sind sehr erfinderisch darin, uns immer wieder auszubremsen und auszuhebeln.

Hier grüßt mal nicht der innere Schweinehund, der uns auf dem Sofa halten will (obwohl der auch vorkommen kann). Hier grüßt der innere Saboteur. Glaubenssätze, Ängste, scheinbare Sachzwänge, widerstreitende Impulse - die Liste ist lang, womit wir uns ein Bein stellen können.

Weitere Infos zu Anita erhaltet Ihr auf ihrer Webpage http://www.mami-yoga.de.

Die Autorin betreibt den Blog www.mommiesusesidedoor.de