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US-amerikanische Buchmacher könnten bei einem Wahlsieg von Trump alles verlieren

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DESPERATE MAN
Yiu Yu Hoi via Getty Images
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Am 8. November wird in den USA der neue Präsident gewählt. Der Wahlkampf zwischen Hillary Clinton und Donald Trump wird aus mehreren Gründen in die Geschichte eingehen. Noch nie waren die zwei Kandidaten der großen US-Parteien beim Volk so unbeliebt, wie bei dieser Wahl.

Doch einer der beiden wird als Nachfolger von Präsident Obama ins Weiße Haus einziehen. Aktuell liegt Hillary Clinton bei den Umfragen und den Buchmachern noch vorne. Doch in diesem Wahlkampf scheint nichts unmöglich.

Buchmacher sagen Ergebnisse voraus

In der Vergangenheit konnten die Buchmacher und Wettbörsen bei politischen Ereignissen wie Wahlen oder Abstimmungen oft genauere Wahrscheinlichkeiten liefern als die Umfrageergebnisse der Meinungsforschungsinstitute.

Das liegt einerseits daran, dass Wetter sich gut und genau überlegen auf wen sie ihr eigenes Geld setzen und nicht beispielsweise spontan bei einer Straßenumfrage antworten müssen, wen sie denn wählen würden.

Inzwischen hat sich das Rennen um das US-Präsidentenamt bei den Buchmachern weltweit zum größten Nicht-Sport-Wettmarkt entwickelt. Bei vielen Wettanbietern gingen bisher schon 300 Prozent mehr Wetten auf die diesjährige Wahl ein, als auf die letzte im Jahr 2012. Doch auch bei den Buchmachern gab es bisher eine wahre Achterbahnfahrt zu der US-Präsidentenwahl.

Trump startete bei Buchmachern wie William Hill mit einer Quote von 201.00 als nächster US-Präsident. Dann holte der Unternehmer und Immobilien-Tycoon immer mehr auf und lag nur noch sehr knapp hinter seiner Konkurrentin.

Vor gut zwei Wochen schien das Rennen dann aber entschieden. Trump hatte sich selbst in Aus manövriert. Zuerst war ein Video aufgetaucht, in dem Trump damit prahlte, wie er Frauen sexuell belästigt hatte.

Dann stellte der Kandidat in der finalen Fernsehdebatte das amerikanische Wahlsystem in Frage und wollte die Abstimmung nur akzeptieren, wenn sie mit seinem Wahlsieg ende.

Buchmacher zahlt vorzeitig Gewinne aus und liegt komplett falsch damit

Nach diesen Ereignissen entschied sich Paddy Power die Wetten auf einen Wahlsieg von Hillary Clinton vorzeitig auszubezahlen. Der Buchmacher zahlte vorzeitig 1,1 Mio. Dollar an Wetten aus, die auf die nächste Präsidentin Clinton eingegangen waren.

Etwa 6.000 britische und irische Wetter bekamen somit schon ihren Gewinn ausbezahlt. Die Chance, dass Clinton gewinnt lag damals bei dem Wettanbieter bei 85,7 Prozent. Die Chancen für einen Präsidenten Trump waren auf 12,2 Prozent gefallen.

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Doch kaum ein Tag verging im US-Wahlkampf an dem die Medien nicht irgendwelche neue Verfehlungen der Kandidaten aufdeckten. In den letzten Tagen stand nun wieder Hillary Clinton im Fokus. Ihre Kampagne musste durch neue Details zum E-Mail-Skandal, Wikileaks-Enthüllungen und Obamacare-Erhöhungen wieder Rückschläge hinnehmen.

Viele Buchmacher mussten ihre Quoten auf den US-Präsidenten Donald Trump in den vergangenen Tagen wieder senken. Bei William Hill liegt er nun bei einer 2.75. Die Quote auf Präsidentin Clinton liegt bei 1.40. Laut William Hill würde wieder verstärkt auf einen Sieg von Trump gewettet. Und somit sinken die Quoten.

Hohe Verluste bei Wahlsieg von Trump

Sollte Donald Trump wirklich ins Weiße Haus gewählt werden, drohen den Buchmachern die höchsten Auszahlungen und das schlechteste Ergebnis seit sie Wetten auf die US-Präsidentschaftswahl anbieten.

Vor allem in Großbritannien wird viel auf Trump gewettet. Die Briten wetten ja grundsätzlich gerne, scheinen aber zudem großes Interesse an Trump gefunden zu haben. Bei Paddy Power wurden seit Anfang August mehr als die Hälfte der Präsidentschafts-Wetten auf Trump abgegeben.

Normalerweise zieht der Kandidat mit den kleineren Quoten die Mehrheit der großen Wetten an. Aber gibt es einen Kandidaten, der so sehr polarisiert wie Trump, werden die Wettmärkte unberechenbar. Das kann die ganze Dynamik eines Wettbewerbs ändern. Der Markt reagiert dann ganz anders als erwartet.

Hillary Clinton klar vorne...wirklich?

Also geht es nach den Buchmachern wird Hillary Clinton das Rennen machen. Doch ihr Vorsprung schmilzt. Hat die frühere First Lady und Außenministerin noch mal Glück gehabt?

Gegen fast jeden anderen Kandidaten und unter fast allen anderen Umständen hätte sie wohl keine Chance gehabt. Sie gehört zu den unpopulärsten Präsidentschaftskandidaten der Geschichte und bringt enormen Ballast mit sich.

Wenn sie in Weiße Haus einzieht, dann nur, weil Trump der noch schlimmere Kandidat ist. Auch Trump ist extrem unbeliebt. Er polarisiert.

Seit Jahrzehnten gab es in den USA keinen Präsidentschaftskandidaten mit solch schlechten Umfragewerten. In Meinungsumfragen sagen fast zwei Drittel, dass sie eine schlechte Meinung von Trump haben. Knapp 50 Prozent fürchten sich sogar davor, dass Trump nächster Präsident wird.

Doch vielleicht liegen die Buchmacher auch wieder falsch. Das gute Politik-Prognose-Image der Buchmacher musste in der jüngsten Vergangenheit schon durch den Brexit, die Mehrheit der Conservative Party oder den klaren Sieg von Theresa May einige Niederlagen hinnehmen.

Hier lagen die Buchmacher mit ihren Prognosen ganz schön daneben. Auch in Deutschland scheinen sich Geister zu scheiden. Laut BILD Sportwetten liegen die beiden Kandidaten auch in Deutschland nah bei einander.

Bei Wahlen und Abstimmungen wie der zweiten Amtszeit von Barack Obama, Boris Johnsons Sieg als Bürgermeister von London oder das „Nein" im schottischen Unabhängigkeitsreferendum hatten die Wettanbieter dagegen das Ergebnis korrekt vorhergesagt.

Nach dem 8. November wissen wir mehr!

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