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Wenn zwei Menschen füreinander bestimmt sind, werden sie auch zueinander finden

03/04/2017 11:47 CEST | Aktualisiert 03/04/2017 23:08 CEST

Dieser Post erschien ursprünglich auf Thought Catalog und auf Quote Catalog.

Von Kirsten Corley, Autorin des Buches "But Before You Leave"

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Das Gefühl, das mich so lange begleitet hat, ist echt schwer zu beschreiben. Das Gefühl, dass ein unglaublich wichtiger Teil von mir fehlte. Manchmal bin ich nachts aufgewacht und habe mich im Bett gewälzt, weil ich wieder einmal von dir geträumt hatte. Danach lag ich immer noch eine ganze Weile lang wach und dachte über all die Dinge nach, die ich falsch gemacht hatte.

Ich hatte dein Sweatshirt in den Schrank gelegt und es nie wieder herausgeholt, aber ich warf es auch nicht weg. Dein Lieblingsbuch verstaubte auf meinem Regal. Und unser Bild aus dem Fotoautomaten verblasste mit der Zeit - genauso wie die Erinnerung an uns über die Jahre immer weiter verblasste.

Im Laufe der Jahre nahm ich viele andere Männer mit in unser ehemaliges Lieblingsrestaurant. Und doch bat ich den Kellner immer darum, uns nicht an den Platz zu setzen, an dem wir beide beim ersten Mal zusammen gesessen hatten.

Auch bei bestimmten Lebensmitteln denke ich immer noch an dich, weil du mich überhaupt erst auf den Geschmack gebracht hattest.

Wenn ich eine bestimmte Biersorte getrunken habe, musste ich an dich denken, weil es dein Lieblingsbier war.

Ich hörte nicht auf, an dich zu denken

Die anderen hörten irgendwann auf, über dich zu sprechen. Keiner fragte sich mehr, wo du bist oder was du jetzt wohl machst. Keiner außer mir.

Und an jedem deiner Geburtstage überlegte ich mir, dir eine SMS zu schicken oder dich anzurufen. Doch ich hatte Angst vor dem, was ich möglicherweise erfahren würde. Ich hatte Angst, herausfinden zu müssen, dass du mich überhaupt nicht vermisst hattest.

Wir posteten keine gemeinsamen Bilder mehr in den sozialen Medien. Und nichts wies mehr darauf hin, dass du einst ein so unglaublich wichtiger Teil meines Lebens gewesen bist, denn wir hatten die Markierungen auf unseren Bildern gelöscht. Doch ich hatte dich nicht vergessen und ich dachte noch immer an dich. Und wenn ich zu lange an dich dachte, fühlte ich mich leer.

Denn die Wahrheit ist, dass du einen Teil von mir mitgenommen hast, als du gingst.

"Denn die Wahrheit ist, dass du einen Teil von mir mitgenommen hast, als du gingst."

"Er kann jederzeit zu dir zurückkommen"

Du hattest keine Ahnung, dass ich noch immer jeden Sonntag für dich betete und Gott fragte, ob du irgendwann zurückkommen würdest. In der Hoffnung, du würdest darauf antworten, schickte ich dir nach wie vor jedes Jahr eine Karte oder einen Brief. Immer wieder wurde ich gefragt, warum ich nicht endlich aufgab.

Mein Blick fiel auf ein Zitat von Mitch Albom, das ich an meine Wand geschrieben hatte und das ich jeden Tag las: "Wenn du einen Menschen im Herzen trägst, wird er niemals ganz verschwinden. Er kann jederzeit zu dir zurückkommen, selbst wenn du nicht mehr damit rechnest."

"Wie viele Briefe hast du ihm eigentlich schon geschrieben?", wurde ich gefragt. "In den letzten fünf Jahren jedes Jahr einen."

Fünf Jahre. Fünf Jahre und ich erkannte immer noch dich, wenn ich in den Spiegel schaute. Ich sah bestimmte Merkmale an mir, die entstanden waren, weil du mich zu dem Menschen gemacht hattest, der ich jetzt war. Durch die Liebe, die du mir geschenkt hattest. Durch die Dinge, die du mir gezeigt hattest. Und durch den besonderen Menschen, der du für mich warst.

Ich war natürlich nach wie vor ich selbst und ich entwickelte mich zu einer Frau, auf die ich stolz sein konnte. Doch in Wahrheit hast vor allem du mich zu dem Menschen gemacht, der ich jetzt bin. Und wenn du unter all die Schichten blicken würdest, würdest du darunter auch einen Teil von dir finden.

Mehr zum Thema: Daran erkennst du die Liebe deines Lebens (bevor es zu spät ist)

Für mich zählte, dass wir wieder zusammen waren

Mein Leben ging weiter wie all die Jahre zuvor.

Doch eines Tages passierte es. Dein Name erschien auf meinem Telefon, genau wie ich es mir immer gewünscht hatte. Hin- und hergerissen zwischen Aufregung, Angst und Fassungslosigkeit wusste ich, dass du zurückkommen würdest.

Erst plauderten wir nur ein wenig, doch irgendwann machten wir konkrete Pläne. Bevor ich mich mit dir traf, überprüfte ich ungefähr 15 Mal mein Spiegelbild. Millionen Fragen rasten durch meinen Kopf, doch aus irgendeinem Grund interessierten die Antworten mich gar nicht. Für mich zählte einzig und allein, dass wir wieder zusammen waren.

Ich hörte nicht auf die zunehmend skeptischen Kommentare von anderen, weil es mir egal war, was sie dachten. Alles, was zählte, warst du.

Wenn ich mich in einem Raum voller Menschen befand, die sangen und feierten, blickte ich in die verschiedenen Gesichter, und dann sah ich dich an. Und zum ersten Mal seit Langem fühlte ich mich wieder komplett, so als würde in meinem Leben endlich nichts mehr fehlen.

Ich nahm deine Hand und zog dich an mich, denn endlich hatte ich genau das bekommen, was ich mir seit fünf Jahren immer gewünscht hatte. Und endlich fühlte mein Herz sich wieder ganz an.

Denn für mich warst du nie nur einfach irgendein Mensch, den ich einmal geliebt hatte. Du hast mir gezeigt, dass Liebe im Laufe der Zeit nicht einfach verschwindet. Du hast mir gezeigt, dass Liebe so stark sein kann, dass sie alles überwindet: die Zeit, die äußeren Umstände und den Liebeskummer. Du hast mir etwas gegeben, an das ich glauben konnte. Ein blindes Vertrauen, das ich vorher nicht kannte.

Trotz all meiner Zweifel und Fragen habe ich irgendwie nie aufgegeben. Ich habe immer daran geglaubt, dass du eines Tages zu mir zurückkehren würdest, auch wenn die meisten anderen das nicht verstehen konnten und es Zeiten gab, in denen ich es selbst nicht verstand.

Jetzt schaue ich dich an und viele Leute sagen mir, dass ich glücklicher wirke. Die Wahrheit ist, dass ich am glücklichsten bin, wenn du neben mir stehst.

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Kirsten Corleys Buch "But Before You Leave" findest du auf Thought Catalog.

Dieser Blog erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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(lm)

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