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Warum Frauen immer die falschen Typen kennenlernen

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Roberto Muñoz via Getty Images
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Ich höre oft von Frauen, dass sie immer die falschen Typen kennenlernen. Woran liegt das? Wir Männer wachsen auf mit der Vorstellung, dass wir immer irgendwas machen müssen. Für gewöhnlich von den Eltern und wenn nicht von ihnen, dann auf jeden Fall von jedem Hollywood-Film.

Wir wachsen also auf in dem Wissen etwas tun zu müssen, aber das macht uns extrem unsicher, weil den meisten von uns nicht beigebracht wurde, wie man etwas macht. Das bedeutet, wir gehen durch die Weltgeschichte, sehen Frauen, die wir attraktiv finden und sind nicht imstande zu handeln, weil wir nicht wissen, wie das geht. Das ist das Leben eines durchschnittlichen Mannes.

Manche so, andere so, die meisten aber so

Manche Männer quatschen jede Frau an. Manche. Aber wie groß ist wohl der Prozentsatz dieser Kerle? Ich spekuliere auf etwa einen Prozent. Die Hälfte davon spricht einfach jede Frau an, die andere Hälfte jede Frau, die sie gut finden.

Dann gibt es etwa 10 Prozent, die niemals eine Frau ansprechen würden. Und der Rest von uns wartet auf den richtigen Augenblick. Und wir sind unglaublich unbegabt darin, einzuschätzen, wann der richtige Moment ist.

Wir wissen auch nicht, was wir tun müssen, wenn wir uns entschieden haben, dass jetzt der richtige Moment ist. Deswegen haben so viele Frauen das Erlebnis, dass sie von Männern angesprochen werden, die unheimlichen Mist machen.
Die Frage ist also:

Sollten Frauen bei dieser Gruppe Männern proaktiv sein, damit die Männer etwas tun?

Wie viele Frauen haben wohl schon mal eine Variante des Satzes „Wenn ein Mann sich nicht traut, mich anzusprechen, dann ist das nicht die Art Mann, auf die ich stehe" gedacht oder gesagt?!
Ich lehne mich erneut aus dem Fenster und schätze 90 Prozent.

Das ist taktisch unklug. Denn wenn wir jede Frau ansprechen würden, die wir attraktiv fänden, würden wir absolut nichts anderes mehr tun. Die Vorgehensweise einen Mann kategorisch abzulehnen, weil er dich nicht anspricht, ist Schwachsinn.

Von 50 Frauen, die wir toll finden, sprechen wir - eventuell - eine an. Eine. Und das auch nur, wenn der Plan, etwas zu tun, nicht zu schwierig ist. Dazu gibt es drei klassische Beispiele:

A: Du bist mit einer Gruppe Freundinnen unterwegs. Der Mann wird dich nicht ansprechen, weil das Risiko des Würdeverlusts viel zu hoch ist. Wie soll er dich ansprechen? Und vor allem, wie kann er im Erdboden versinken, wenn du ihn abblitzen lässt?

B: Du bist mit Coffee to Go gehetzt am Handy in der Stadt unterwegs. Er wird dich nicht ansprechen, weil er sich sicher ist, dass er nicht einfach nur abblitzt, sondern außerdem geschlachtet wird.

C: Du bist mit deinem schwulen besten Freund unterwegs, bei dem es für dich total offensichtlich ist, dass er schwul ist. Er wird dich nicht ansprechen, weil er denkt, er wäre dein Freund.

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Die meisten Männer sprechen Frauen nicht auf offener Straße an, weil sie denken, sie wirken unheimlich. Manche Frauen sagen, es gibt Männer, die das tun. Ja, das ist der eine Prozent vom Anfang.

Die Männer, die Frauen auf offener Straße ansprechen, sind die, über die sich Frauen im Nachhinein beschweren. Das sind natürlich nicht alle Männer, die Frauen offen anquatschen, aber viele.

Er ist leicht erkennbar: Er ist der lauteste im Raum oder der lauteste auf der Straße.

Er ist der Player. Natürlich quatscht der Player die Frauen an, denn er ist ja auch ein Player.

Er kann das gut. Denn eine Stunde später quatscht er die nächste an. Und am Tag danach genauso.

Und dann beschweren sich die Frauen, dass sie nur Player kennenlernen und überhaupt sind alle Männer scheiße.

Es geht nicht darum, dass Frauen auf jeden Fall den ersten Schritt machen müssen. Es geht darum, dass Männer den richtigen Moment besser erkennen, wenn ihr Frauen uns die Erlaubnis gebt, etwas zu tun.

Ihr sollt deswegen nicht super leicht zu haben sein. Aber in den ersten zehn Sekunden: Seid leicht zu haben.

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