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"Ich bin dann mal weg" - warum ich eine Auszeit von meinem Job nehme

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MAN FOREST
Aliyev Alexei Sergeevich via Getty Images
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Das waren die letzten Worte, mit denen ich mich von den Kolleginnen und Kollegen verabschiedet habe. Denn ich habe beschlossen, ein dreimonatiges Sabbatical zu machen.

Warum? Meine Tätigkeit für XING ist schließlich der beste Job, den ich je hatte. Ich genieße ihn regelrecht. Die Firma wächst und gedeiht prächtig. Die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen ist inspirierend, produktiv und macht jede Menge Spaß. Gemeinsam haben wir viel vor und zahlreiche Ideen entwickelt, wie wir XING weiter nach vorn bringen wollen und das Arbeitsleben unserer Mitglieder verbessern helfen.

Warum also ein Sabbatical? Aus demselben Grund, aus dem immer mehr Menschen das Bedürfnis haben, eine Auszeit zu nehmen. Ich will mich bewusst für einen begrenzten Zeitraum aus dem Tagesgeschäft herausziehen. Zeit mit meinen Lieben verbringen. Reisen und neue Eindrücke gewinnen.

Dem Teil des Lebens Raum geben, der im Alltag fast immer zu kurz kommt.

Nachzudenken, Bücher zu lesen, Abstand zu bekommen, Vertrautes aus der Distanz neu zu betrachten, sich selbst zu hinterfragen, eine andere Sicht auf die Dinge zu entwickeln - oder auch mal einen Text wie diesen hier zu schreiben (was ich übrigens am Tisch eines Cafés in Sydney tue).

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Ich finde, die Buntheit, Vielfalt, Diversität in der sich verändernden Arbeitswelt toll. Sie ist ehrlicher, denn die früher verlangte Total-Aufgabe seiner selbst für die Firma hat ohnehin nie jemand geleistet, sondern lediglich gespielt.

Sie bietet mehr Chancen, wenn stromlinienförmige Lebensläufe nicht mehr das zentrale Kriterium dafür sind, ob jemand ein geeigneter Kandidat für einen bestimmten Job ist oder nicht. Sie ist menschlicher, denn New Work fördert und fordert die Kreativität und den Spaß an dem was ich tue.

Noch ist die Realität in den Unternehmen in Deutschland, nach allem was ich sehe, weit entfernt vom Ideal des New Work. Flexibilität wird erwartet, aber nicht gewährt.

Querdenkertum wird in Sonntagsreden gefordert, einstellen tut man dann aber die immer gleichen Klone.

Demokratie beschränkt sich auf die sogenannte Mitbestimmung, die durch entsprechende Gremien erledigt wird, die alltäglichen Entscheidungen aber strikt top-down getroffen.

Ich bin davon überzeugt: Wer reife, autonome und innovative Mitarbeiter haben möchte, muss ihnen auch auf Augenhöhe begegnen. Die Zeiten des unternehmensinternen Feudalismus sind endgültig vorbei. Die Revolution hat begonnen, das Internet sorgt für Transparenz, der Fachkräftemangel in vielen Branchen für eine Machtverschiebung hin zu den Talenten.

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Und das ist gut so. Gut für das Betriebsklima, gut für den Einzelnen, gut für die Unternehmen, die motiviertere und somit leistungsfähigere Mitarbeiter haben.

Ich glaube, um diese Entwicklung weiter voranzutreiben und aktiv zu fördern, muss man auch als Vorstand und Geschäftsführer mit gutem Beispiel voran gehen und zeigen, dass Dinge okay sind. Dass es okay ist, ein Privatleben zu haben. Dass es okay ist, Dinge in Frage zu stellen, Spaß zu haben bei der Arbeit. Und sich ab und zu eine Auszeit zu wünschen.

Ich genieße die selbstbestimmte Zeit und die vielen Eindrücke, die ich bereits in den ersten Wochen meines Sabbaticals gewonnen habe.

Ich freue mich auch auf weitere in den kommenden Wochen. Aber auch darauf, Anfang des Jahres wieder mit neuen Ideen und frischer Energie an den Schreibtisch zurückzukehren, und weiter mit Leidenschaft daran zu arbeiten, dass unsere Mitglieder XING gleichsam als einen Mentor erleben, der ihnen hilft, weiter zu wachsen in dem was sie tun und ein besseres, erfüllteres Arbeitsleben zu führen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf XING.

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