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Altersvorsorge: Lebensversicherungen liegen im Sterben

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H. Armstrong Roberts/ClassicStock via Getty Images
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Sparbuch, Bausparvertrag und Kapital-Lebensversicherung - sie waren einst die Dreifaltigkeit des deutschen Sparers. Ob gro├če oder kleine Dinge oder der Lebensabend, mit ihnen konnten Tr├Ąume verwirklicht werden. Doch sp├Ątestens seit es keine Zinsen mehr gibt ist der Vorsorge- und Anspar-Traum geplatzt.

Sparer m├╝ssen kreativer werden, wenn sie aus Geld etwas mehr Geld machen wollen. Aber Geld ist eigentlich nichts mehr wert, zumindest auf den Kapitalm├Ąrkten nicht. Die Notenbanken drucken es massenhaft und verteilen es ebenso gro├čz├╝gig, wenn gewollt an die Banken, die daraus Kredite machen sollen, also neues Geld, um die Konjunktur zu beleben.

So brauchen die Banken das Geld der Sparer nicht mehr, im Gegenteil, es ist l├Ąstig geworden, weil die Banken daf├╝r vielleicht noch Strafzinsen bei der Notenbank zahlen m├╝ssen. Und die Sparer? Sie wollen nicht mehr sparen, weil es sich l├Ąngst nicht mehr lohnt das Geld auf die Bank oder zu einer Versicherung zu tragen, die daraus auch nicht mehr machen k├Ânnen, da es Geld, wie gesagt, schon im ├ťberfluss gibt und der Zins von den Notenbanken abgeschafft wurde.

Das Sterben der Lebensversicherer

Weil das so ist, hat l├Ąngst das Sterben einer einst stolzen Branche begonnen, der Lebensversicherer. Deren fr├╝her florierendes Gesch├Ąftsmodell ist mit den Zinssenkungen erodiert. In den goldenen Zeiten funktionierte das sehr einfach: Der Garantiezins lag beispielsweise bei vier Prozent, Bundesanleihen brachten sechs Prozent, macht zwei Prozent risikolosen ├ťberschuss.

Um das Ganze noch etwas aufzupeppen, nahmen die Lebensversicherer noch ein paar Immobilien und wenn es denn unbedingt sein musst, so was Exotisches wie Aktien mit ins Portfolio. Lief es gut, lie├č sich so die Rendite noch ein wenig aufh├╝bschen. Gro├če F├Ąhigkeiten im Management von Verm├Âgen (Assets) musste man nicht unbedingt mitbringen, das Gesch├Ąft flutschte, quasi von alleine.

Die Schwierigkeit damals, m├Âglichst viele Vertr├Ąge an die Frau beziehungsweise an den Mann zu bringen, doch dazu gab es Versicherungsvertreter, die demn├Ąchst von einer App ersetzt werden.

Es klafft eine h├Ąssliche Rendite-L├╝cke

Heute liegt der Garantiezins bei 1,25 Prozent [wird von Bundesfinanzminister festgelegt]. Gleichzeitig liegt die Rendite von Bundesanleihen bei ungef├Ąhr einem Prozent, allerdings nicht pro Jahr, sondern f├╝r zehn Jahre. Pro Jahr sind es bei einer 10-j├Ąhrigen Bundesanleihe aktuell 0,12 Prozent. Tendenz: eher fallend. Es klafft pro Jahr somit eine h├Ąssliche Rendite-L├╝cke von rund 1,1 Prozent, bei Altvertr├Ągen ist diese noch deutlich h├Âher, von denen kein Lebensversicherer so recht wei├č, wie er sie stopfen soll.

Mit Aktien? Derzeit liegt die Aktienquote irgendwo bei 3 Prozent. Sie m├╝sste gewaltig aufgestockt werden, was aber sicherlich Problem beim Risikomanagement und bei der Aufsicht - Bafin - bereiten w├╝rde. Also in alternative Investments wie Windkraft, Parkh├Ąuser, Solarparks, Autobahnen, Tunnels, Venture Capital, ... investieren? Ein Vorstand einer renommierten Lebensversicherung nannte die Diskussion um solche Investments k├╝rzlich auf einer Konferenz ern├╝chternd eine Nirwana-Debatte.

Es herrscht tiefe Resignation, von der auch Pensionskassen erfasst werden. Branchenprimus Allianz hat bereits seine traditionellen Lebensversicherungsbest├Ąnde in Italien, S├╝dkorea und Taiwan verkauft.

Die Auswirkungen der Nullzinsen auf Banken und Lebensversicherern sind noch nicht absehbar

So befinden sich die Kapital-Lebensversicherungen l├Ąngst in Abwicklung. Aber bis zur Bundestagswahl 2017 wird die Regierung und die Bafin den Laden noch zusammenhalten, irgendwie, man will keine zus├Ątzliche Unruhe, wo es schon mit dem Sparen und der Riester-Rente nicht mehr klappt.

Die gro├če Konsolidierung d├╝rfte danach einsetzen. Die Auswirkungen der Nullzinsen auf Banken und Lebensversicherern sind noch nicht absehbar. Klar ist nur, die Zeche f├╝r Banken- und Eurorettung wird die breite Masse der Sparer zahlen.

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