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"Wonach sehnt sich der Mensch?" - Wie aus einer einfachen Frage ein Dokumentarfilm wurde

07/06/2017 17:09 CEST | Aktualisiert 08/06/2017 13:31 CEST

Alles begann in Katar, als ich dort ein Seminar für Filmstudenten gab. An einer halbfertigen Hochhausfassade hängen schwarze Stofffetzen - wie Raben die schwach und müde im Wind flattern.

Auf einem Bauplatz eingeklemmt zwischen Spiegelfassaden, steht ein rostiger Metallstuhl und eine einsame Satellitenschüssel.

Ich sehe dieses Ensemble durch die getönten Scheiben während ich am Buffet meines

Hotels aus vier verschiedenen Birchermüsli-Varianten auswähle. Doha, Katar - überall

Kräne, Beton, Glas, Stahl - nicht einmal Fußgängerwege gibt es.

Würde ich hier leben wollen? Ich würde mich nach Grün sehnen, nach Bergen, nach kleinen Cafés, in denen man draußen sitzen und Kindern beim Spielen zusehen kann.

Wonach sehnen sich die Menschen?

Ich würde mich nach einem Leben sehnen, von dem ich dächte, es wäre ein glücklicheres für mich.

Wonach sehnen sich die Menschen hier? Sind Sehnsüchte verschieden? Brauchen wir sie um vorwärts zu kommen?

Was ist das für ein Wort: Sehnsucht. Süchtig sein nach Sehnen. Seit langem interessiert mich dieser Begriff und dieses Gefühl. Vielleicht ist es ja das menschlichste aller Gefühle.

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In Doha begann meine Suche nach dem was uns Menschen antreibt. Ein Essay ist der Film nun geworden, eine assoziative Poesie gewoben aus Bildern, Tönen und persönlichen Geschichten.

Wir haben außer in Doha im Einwandererviertel von Lissabon gedreht - mit jungen Münchnern, die gerade ihr eigenständiges Leben beginnen, einer Armenhelferin in Kyoto, einem Taucher in Mexiko, der Dreiecke mag - und an jenen Felsklippen im Norden Japans, wo sich immer wieder Menschen in den Tod stürzen.

"Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge und keine Heimat haben in der Zeit." - Rainer Maria Rilke

Die Farbe der Sehnsucht von Thomas Riedelsheimer läuft seit Juni 2017 in den deutschen Kinos.

Er behandelt die Frage, was genau Sehnsucht ist, dieses viel beschworene, ungewisse und doch so präsente Gefühl. Wonach sehnen wir uns, was sind unsere Träume, unsere Vorstellungen von Glück und Erfüllung? Was treibt uns an?

Katar, Portugal, Mexiko, Japan und Deutschland sind die Orte, an die sich der vielfach ausgezeichnete Regisseur und Kameramann Thomas Riedelsheimer (Rivers and Tides) begibt, immer die Frage im Blick welche Farbe die Sehnsucht besitzt.

Mit wunderbaren Bildern, durch Musik und Gedichte und in acht berührenden Geschichten über Liebe, Heimat, Hoffnung, Natur und Freiheit erzählt er von der Tragik und der Freude Mensch zu sein.

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