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US-Studium in Trump-Zeiten

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UNIVERSITY USA
Png-Studio via Getty Images
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Eigentlich ist es eine gute Nachricht, dass sich Menschen vor Donald Trump und seinem Polit-Bizz fürchten: weniger Bewerber, bessere Chancen zu studieren, gerade für internationale Studierende.

Ein Studium in den USA ist nach wie vor ein Traum vieler Abiturienten sowie von IB- und A-level-Kandidaten weltweit – und viele sind bereit, sehr viel Geld für ein US-Studium hinzulegen.

Doch: welches College, welche Universität unter den über 5000 Optionen nehme ich?
Ivy League, Semi-Ivy-League – oder doch ein lokales College?

Für Frauen gibt es seit akademischen Urzeiten Women Colleges, für Sportler existieren hochdotierte Stipendien an vielen hervorragenden Adressen, die um die besten Nachwuchssportler wetteifern.
Möchte ich gleich an einer Universität (bis zur Promotion) studieren, soll es ein College sein (häufig bis zum Masterabschluss), oder möchte ich zunächst an ein zweijähriges (verschultes) Community College gehen, um von dort ins dritte Studienjahr an einem College/einer Universität zu wechseln?

Für die meisten Adressen in den USA muss man den SAT-Test absolvieren, bis etwa spätestens Oktober des Jahres vor Studieneintritt. Da man sich meist mehrere Monate auf die SAT-Prüfung vorbereiten muss, sollte man sich ab etwa März/April des Vorjahres vor Studienbeginn bereits um potentielle Hochschulen und die SAT-Prep kümmern. Ferner sollte man sich bereits vertraut machen mit dem Ablauf der Bewerbungen und der Common Application, der in aller Regel landesweit akzeptierten Bewerbungsbox. Manche Hochschulen möchten allerdings lieber eine direkte Bewerbung. Wieder andere haben sich bewusst von dem SAT-Schema verabschiedet.

Als Internationaler Student muss man sich zudem um ein Visum kümmern, was man auch auf dem Radar haben sollte.

Es gibt manche „Hidden Champions“ (Hidden Gems) auf dem amerikanischen Hochschulmarkt, die man außerhalb gewisser Regionen, oder gar transnational, kaum kennt; und die es dennoch für das eigene Bewerbungsportfolio zumindest zu beachten gilt. Dazu zählen u.a.: Clarkson University (Potsdam, New York), Hofstra University (Hempstead, Long Island, New York), University of Houston (Houston, Texas), University of North Carolina at Asheville, University of the Pacific (oft einfach “Pacific” oder “UOP” genannt; Stockton, Kalifornien), Rollins College (Winter Park, Florida), Beloit College (Beloit, Wisconsin), Luther College (Decorah, Iowa), Whitman College (Walla Walla, Washington).
Am „Ende des Tages“ bewerben sich viele angehende Studenten oft bei fünf bis zehn (oder noch weiteren) Universitäten bzw. Colleges und hoffen auf mindestens zwei bis drei Zusagen, unter denen sie dann ihre Entscheidung fällen müssen, wohin die Reise zum ersten Bachelorjahr schließlich geht.

Hillary Clinton (geb. 1947) z.B. hatte eine „typisch amerikanische“ Studienkarriere: Bachelor-Studium am berühmten Wellesley College, dann Wechsel zur Yale Law School, einer Kaderschmiede für Top-Nachwuchs für Staat und Wirtschaft und für sehr steile Berufswege.

Jahrzehnte vorher legte schon einmal eine wichtige First Lady ein exemplarisches Studium hin:

Jacqueline Lee Bouvier Kennedy Onassis (geb. 1929): Start am Vassar College (bis 1949), Studienfächer: Geschichte, Literatur, Kunst und Französisch (1947/1948 war sie immerhin "Debütantin des Jahres“ an ihrer ersten akademischen Schmiede). 1949/1950 war sie in Frankreich, wo sie sowohl die Sorbonne als auch die Universität Grenoble besuchte. Diese französische Zeit sei, wie sie rückblickend später sagte, die schönste Phase ihres Lebens gewesen. Das Studium der Französischen Literatur vollendete sie dann an der George Washington University, woran sich noch ein Aufbaustudium an der Georgetown University (Fach: Amerikanische Geschichte) anschloss.

Die First Daughter (und „Assistant to the President“) der USA, Ivanka Marie Trump (geb. 1981 in New York), hat an einer Ivy-League-Universität studiert, d.h. nach zwei Jahren an der renommierten Georgetown University wechselte sie auf die weltberühmte Wharton Business School der University of Pennsylvania, von der sie einen Bachelor in Economics („cum laude“) erhielt.

Engagiert leben und studieren – und dabei dennoch „down to earth“ bleiben, trotz aller lebensweltlichen Vorzüge und Möglichkeiten –, das hat Ivanka Trump, die mittlerweile Jüdin ist (seit 2009 auch unter dem Namen: Yael Kushner), in ihrem lesenswerten Buch „The Trump Card. Playing to Win in Work and Life“ (Erstausgabe: 2010) dargelegt.

Auch Elon Musk war vor Jahren Bachelorstudent an der University of Pennsylvania; nach dem dortigen Abschluss war er an der Stanford University für ein PhD-Programm inskribiert, wobei er bereits nach zwei Tagen auf dem Campus das Studium beendete und sich seiner Karriere widmete.

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