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EROS - ETHOS - EPOS

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INSTINTO AMOROSO ZODIACO
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Die alten Griechen waren voller Gedanken zur Leidenschaft und Poesie eines intensiven Lebens.
Odysseus, der Kluge und Listenreiche, etwa war ein weitgereister Eroberer, Abenteurer und Held. Ein Weltmann mit Liebe zur Heimat und zum Heim.

Als er nach vielen Irrfahrten, Abenteuern und „Frauengeschichten" heimkehrte, waren viele Helden anwesend, die um seine Frau, die spartanische Königstochter Penelope, warben. Er war in einer sehr schwierigen Lage: einerseits musste er die anderen Freier aus dem Weg räumen und eliminieren; andererseits war das größte Abenteuer am Ende der Reise, seiner Frau klarzumachen, wer er war, was offenbar nicht leicht war.

Wie im wirklichen Leben: wenn „der Richtige" erscheint, trifft er oft auf eine Wand an speziellen oder wilden Erwartungen und Vorstellungen, die mit der konkreten Realität nicht übereinstimmen. Und nicht selten erscheinen auch so manche „Nebenbuhler", die manchmal schon recht lange „am Drücker" sind.
So bleibt hin und wieder die große Liebe unerfüllt, wenn nicht ein sanfter, klarer, ehrlicher, beherzter, zugewandter und perspektivscher Annäherungsprozess eintritt.

EROS - die Poesie der Liebe

„Das Christentum gab dem Eros Gift zu trinken: - er starb zwar nicht daran, aber entartete zum Laster." (Friedrich Nietzsche)
Die positive Kraft der Erotik feiert nicht nur Generation für Generation Urstände, hält die Welt am Laufen; sondern im Eros liegt gewiss eine basale Kraft irdisch-geschöpflicher Ausdrucksmöglichkeit, die die Energie von Herzen, Leidenschaften und Sinnen derart intensiv verknüpfen, dass nicht nur der „Lebenssaft der Freiheit" im Eros Gestalt gewinnen kann, sondern hier nicht selten auch die Freiheit eines Du die eigene Freiheit gleichsam berührt und mit dem Tau himmlischen Glücks benetzt.

ETHOS - die Poesie der Freiheit

Werte, die wie Stützpfosten die Freiheit abschirmen und ihren Weg ermöglichen, wurden gerade in der antiken Philosophie als großes Gut gehandelt. Von Sokrates bis Thukydides und Sophokles findet sich die elementare (wie ideale) Vorstellung, dass ein Leben in der Freiheit nur mit positiven Reglements einhergeht, die mit einem weiten Herzen gelebt und immer wieder neu und mit Verve inszeniert und entfacht werden.
Wie ein Feuer sollen die Werte den Parcours echter, realisierter Freiheit gleichsam „absichern" und ermöglichen. Der Orkan des Ethos soll den Vulkan des Eros umwehen.

EPOS - die Poesie des realisierten Traums

Alle Liebe und Güte, jede Form echter Mitmenschlichkeit und Begegnung, hat doch letztlich nur das eine Ziel, dass die harten Fakten und Unzulänglichkeiten, die Ängste, Sorgen und Bemühungen am Ende dann in ein großes, schönes Gedicht münden, das unser Leben doch eigentlich schon immer war.
Wie wunderbar toll und ergreifend kann unser Leben werden, wenn wir die Leitung Gottes durch die Gefilde und Genusswelten von Ethos und Eros erleben und alles final ins Epos mündet.

Herz-Treffen: Hollywood ist real

So mancher Film mit Happyend nach Hollywoodmanier bildet viele Facetten dessen ab, was wir im wirklichen Leben erfahren: da sitzt eine Frau zwischen zwei Stühlen und wird von zwei oder mehr Freiern umgarnt und „bespielt". Die Spielfläche Frau ist dabei nicht immer so integer, wie sich das die Freier in ihren Träumen wünschen. Aber manchmal kommen doch die Richtigen zusammen. Und die Herzensantizipationen treffen: Hollywood ist überall.

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