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Die Vernetzung unseres Lebens

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DIGITAL LIFE
Thomas Barwick via Getty Images
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Mit dem Internet der Dinge kommuniziert bald alles mit allem - sowohl privat, bei der Arbeit, als auch in der Welt um uns herum. Dies wird im Alltag vieles erleichtern, doch es bleiben auch Risiken.

Von den vielen Zukunftstrends im Bereich der IT hat das sogenannte „Internet der Dinge" mit Sicherheit die größten Auswirkungen auf unser Leben. Mit dieser Technologie werden alle Geräte in der Lage sein, untereinander zu kommunizieren, sich zu koordinieren und alle relevanten Informationen über ihre Umwelt aufzunehmen und auszutauschen. Der Kühlschrank spricht mit dem Online-Händler, die Waschmaschine mit dem Stromzähler und das Fitnessgerät mit der Armbanduhr - und alle mit dem Smartphone.

Alltag ändert sich

Diese nahezu durchgehende Vernetzung lässt die reale mit der virtuellen Welt verschmelzen und wird vieles vereinfachen. Zum Beispiel können Autobesitzer mithilfe ihres Smartphones Informationen und Leistungsdaten abrufen. Auch kann das Auto bei Problemen selbständig die Daten an die Werkstatt übermitteln.

Zudem helfen vernetzte Geräte beispielsweise beim Energiesparen, indem Nutzungsverhalten analysiert und die Heizung mit dem Smartphone oder automatisch reguliert wird, während der Staubsauger bei Abwesenheit der Bewohner automatisch die Wohnung reinigt.

Ein Hindernis für den Marktdurchbruch liegt im Moment noch in den fehlenden übergreifenden Standards zur Vernetzung. Somit fehlt eine einheitliche Basis für den Datenaustausch, also eine gemeinsame Sprache der Maschinen.

Am Arbeitsplatz profitieren

Die gleiche Technologie lässt bei der Arbeit die Menschen und Maschinen beziehungsweise Prozesse in einem Netzwerk zusammenwachsen. Für Unternehmen, die ihre Produktion oder ihre internen Prozesse umstellen, ist die Nutzung des Internets der Dinge mit hohen Kosten und Aufwand verbunden. Die stetig wachsenden Datenmengen, welche die angeschlossenen Geräte erzeugen, benötigen Infrastruktur. Dies bedeutet hohe Investitionen in die dahinterliegenden Netze. Gleichzeitig nimmt auch der Innovationsdruck zu, um den Erwartungen der ständig vernetzten Kunden gerecht zu werden.

Dem stehen wichtige Vorteile gegenüber: Produktion, Prozesse und Geschäftsabläufe werden intelligent verknüpft. Die bessere Kommunikation zwischen Mensch und Maschine erhöht die Flexibilität und verbessert die Effizienz.

Dies erfordert allerdings ein Umdenken. Denn für die Nutzung ist es zentral, den vernetzten Geräten zuzuhören und darauf zu reagieren. Sofern die Geräte sinnvoll aufgebaut sind, gibt es keine technologischen Hürden für deren Gebrauch. Gleichzeitig dürfen Entscheidungen nicht ausschließlich auf den Werten von Maschinen beruhen. Die Entscheidungshoheit muss beim Menschen bleiben.

Smart Cities

Im Zuge der zunehmenden Vernetzung wird sich auch die Lebensqualität in unseren Städten verbessern. Die künftigen technologischen Möglichkeiten zielen unter anderem darauf ab, zwei der größten Probleme der urbanen Lebensräume zu lösen: der zunehmende Verkehr und die wachsende Umweltbelastung.

So wird beispielsweise durch die Kommunikation zwischen Ampeln und Fahrzeugen der Verkehrsfluss verbessert oder Mülltonnen zeigen den Stadtwerken selbständig an, ob sie voll sind und geleert werden sollten. Auch gibt es bereits Gedankenspiele zu öffentlichen Transportsystemen, die durch moderne Vernetzung mit den Nutzern nicht nach Fahrplan unterwegs sind, sondern nur wenn auch Bedarf besteht. All dies sind nur Beispiele, die jedoch erhebliche Sparpotenziale bieten.

Große Sicherheitsbedenken

Neben den vielen Möglichkeiten, die das Internet der Dinge Menschen und Unternehmen bietet, gibt es auch nicht zu unterschätzende Gefahren. Je mehr Technik und Software in einem Gerät verbaut ist, desto größer sind die Angriffsflächen. Die Technologie ermöglicht Unternehmen, Unmengen an Daten über die Nutzer abzugreifen. Gerade bei internationalen Unternehmen ist dabei häufig nicht gesichert, was mit diesen Daten passiert und wie diese genutzt werden.

Gleichzeitig ziehen diese Datenschätze auch Cyberkriminelle an und dabei sind die Geräte oft schlecht gesichert. So hat Hewlett-Packard im Rahmen einer Studie nicht weniger als durchschnittlich 25 Schwachstellen pro Gerät aufgewiesen. Im schlimmsten Fall können beispielsweise persönliche Daten wie Kreditkartennummer oder Firmengeheimnisse abgegriffen werden.

Die Zukunft ist vernetzt

Das Internet der Dinge wird kommen, denn die Potentiale und Chancen sind riesig. Wichtig ist es für alle Beteiligten, ihre Hausaufgaben in punkto Sicherheit und technischer Nachrüstung zu machen. Das gilt nicht nur für die Hersteller, sondern auch für die Endanwender. Denn letztendlich entscheidet auch die Wachsamkeit der Nutzer über die Sicherheit eines Systems.

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