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Das Büro ist heute überall

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Mobile Computing an sich ist nichts Neues, doch halten nun Smartphone und Tablet mehr und mehr Einzug in die Arbeitsprozesse der Unternehmen. Gleichzeitig stehen Cloud-Computing, Smartphones und Apps bei Mitarbeitern heute für ortunabhängiges Arbeiten - immer und überall.

Egal ob im Café, in der Bahn oder im Büro: Überall lassen Menschen ihre Finger über Touch-Screens gleiten, um Mails zu schreiben, Bankgeschäfte abzuwickeln oder eben zu arbeiten. Vielen ist es dabei gar nicht bewusst, dass die Daten oder Programme, mit denen sie täglich operieren, teilweise auf der ganzen Welt verteilt sind.

Denn das ist das Kernelement von Mobile Computing: Daten oder Anwendungen liegen nicht mehr auf dem jeweiligen Rechner, sondern auf Servern im Unternehmen oder externen Rechenzentren. Das genutzte Endgerät - egal ob klassischer PC, Tablet, etc. - dient nur noch als Arbeitsoberfläche.

Die Arbeits-IT auf dem Smartphone

Der Begriff Mobile Computing steht dabei für mehr als nur E-Mails empfangen, sondern für viele Formen von flexiblem Arbeiten. Kernpunkte sind der Zugriff auf Anwendungen und die daran gekoppelten Daten sowie deren Änderung - von jedem beliebigem Ort aus, in Echtzeit und mit verschiedenen Geräten.

Smartphone oder Tablet sind dabei im mobilen Gebrauch oft besser geeignet als ein Notebook. Aufgrund der schnelleren, handlicheren Einsetzbarkeit, im Zusammenspiel mit Cloud-Computing und Business-Applikationen sind Mitarbeiter für die meisten Aufgaben an keinen festen Ort mehr gebunden, z.B. können mittlerweile auch Wartezeiten im Flughafen, Fahrtzeiten in der U-Bahn oder zu spät beginnende Meetings kurzfristig genutzt werden.

Auf Unternehmensdaten kann damit jederzeit und zudem von verschiedenen Orten zugegriffen werden. Als Mitarbeiter kann man orts-, zeit- und geräteunabhängig arbeiten. Der klassische Büroarbeitsplatz verliert dadurch immer mehr seine Bedeutung. Gleichzeitig werden räumlich und zeitlich flexible Arbeitsmodelle wie Home-Office begünstigt, die den Mitarbeitern mehr Freiheiten und eine bessere Work-Life-Balance bieten können.

Apps halten Einzug ins Büro

Mittlerweile sind zahlreiche Apps für geschäftliche Zwecke in den Portalen der Anbieter erhältlich. Über diese lassen sich Aufgaben verwalten, Office-Dokumente bearbeiten oder virtuelle Meetings abhalten. Doch viele dieser Standard-Anwendungen erfüllen nicht die Anforderungen im Business-Einsatz, vor allem im Bereich Sicherheit. Daher wechseln Unternehmen zunehmend zu individuell programmierten Apps für die eigenen Mitarbeiter.

Selbsterklärende Steuerung

Auch für die Mitarbeiter haben gut gemachte, intelligente Unternehmens-Apps Vorteile. Dank der gewohnten Praxis durch private Nutzung, können die Prozesse und Handhabung in kürzester Zeit erlernt und schnell eingesetzt werden. Dies hilft bei der Bewältigung der täglichen Aufgaben und erhöht die Produktivität.

Gleichzeitig werden Schulungskosten gespart.

Diese Entwicklung stellt die Unternehmen aber auch vor große Herausforderungen. Wer den Komfort und den Spaß mobiler Apps schätzen gelernt hat, erwartet das auch von Business-Anwendungen. Trotzdem müssen diese mit den Standard-Büro-Anwendungen kompatibel und einheitlich zu bedienen sein - auch auf unterschiedlichen Endgeräten. Dazu bedarf es einer systematischen Integration in die bestehende IT-Infrastruktur.

Sicherheitsrisiken

Entsprechend bekommt das Thema Sicherheit im Mobile Computing über Smartphone und Tablet eine neue Dimension. Nicht erst durch die Ereignisse rund um Abhörpraktiken fremder Geheimdienste ist die Gefahr durch Datendiebstahl oder Industriespionage wieder in den Fokus gerückt. Daten werden über das Internet versendet und sind dadurch leicht abgreifbar, wenn die Kommunikation nicht verschlüsselt erfolgt.

Gleichzeitig wird mit zunehmender Mobilisierung der eigene Mitarbeiter zum größten Sicherheitsrisiko. Denn diese müssen sich der erhöhten Verantwortung bewusst sein und darauf achten, dass beispielsweise das Endgerät nicht verloren geht und die Daten darin stets verschlüsselt sind. Auch die Nutzung von potenziell unsicheren Verbindungen, wie öffentliche Wireless LANs oder Mobilfunknetze bei gleichzeitigem freizügigem Umgang mit Informationen, etwa in sozialen Netzen oder mobilen Apps, birgt erhebliche Risiken. Jeder Nutzer muss sich dem stets bewusst sein und eine gewisse Sensibilität entwickeln. Klare Vorgaben seitens der Unternehmen sind hierbei unerlässlich.

Ständige Erreichbarkeit

Doch nicht nur auf der technischen Seite lauern Gefahren. Denn die ständige Verfügbarkeit der Arbeit kann den Stresspegel erhöhen. Dies gilt jedoch nicht nur für Arbeit in der Freizeit, sondern auch für die Nutzung des Privathandys bei der Arbeit. Gleichzeitig gibt es keine Gelegenheiten mehr, eine Aufgabe oder ein Problem in Ruhe zu durchdenken oder einen kreativen Gedanken zu fassen.

Viele Unternehmen haben dies erkannt und steuern dagegen, indem sie klare Nutzungszeiten vorgeben beziehungsweise die Arbeitsprozesse darauf einstellen.

Die Zukunft ist mobil

Mobile-Computing wird im Berufsleben bald allgegenwärtig sein. Der Einsatz in der Arbeitspraxis bietet viele Vorteile und noch mehr Möglichkeiten. Doch haben Unternehmen und besonders auch die Mitarbeiter die Pflicht, dies sinnvoll auszugestalten - auf technischer Seite, aber auch im Hinblick auf die Firmenkultur und geltende Arbeitsprozesse.

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