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So teuer wird Trump f├╝r uns

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
DONALD TRUMP
scarletsails via Getty Images
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Trump hat seiner Au├čenpolitik einen griffigen Slogan gegeben: "America first". Transatlantische Freundschaft ist f├╝r ihn kein Wert an sich - sie muss sich auch f├╝r die USA auszahlen. Im Wahlkampf hat er immer wieder auch dar├╝ber gesprochen, was das f├╝r die Beziehungen zu Deutschland bedeutet. Hier Trumps f├╝nf Ma├čnahmen, die am teuersten f├╝r uns werden:

1. Trump will 400.000 Arbeitspl├Ątze zur├╝ck in die USA holen

Trump sagte im Wahlkampf: "Billionen unserer Dollar und Millionen unserer Jobs sind ins Ausland gegangen. Ich bin in viele St├Ądte quer durchs ganze Land gekommen, in denen ein Drittel oder sogar die H├Ąlfte aller Jobs in der Industrie gestrichen wurden. Heute importieren wir G├╝ter im Wert von 800 Milliarden Dollar mehr als wir exportieren. So k├Ânnen wir nicht weitermachen. Das ist keine von der Natur verursachte Katastrophe, das ist eine von Politikern verursachte Katastrophe. So einfach ist das. Aber das kann wieder ausgebessert werden, und zwar schnell."

Das gr├Â├čte Handelsbilanzdefizit haben die USA mit China. Das zweitgr├Â├čte mit Deutschland: 74 Milliarden Dollar pro Jahr. Vor allem unsere Autos, Maschinen und Medikamente verkaufen sich gut auf der anderen Seite des Atlantik.

F├╝r die amerikanische Gesellschaft ist das aber ein schlechter Deal. Denn es bedeutet: Die US-B├╝rger zahlen f├╝r die Produkte, aber die Arbeitspl├Ątze entstehen bei uns in Deutschland. Und zwar in riesigem Ausma├č. Laut US-Regierung entstehen f├╝r jede Milliarde Dollar Export rund 6.000 Jobs. Das hei├čt: Als Folge einer liberalen Handelspolitik und dem Outsourcing von Jobs ins Ausland finanzieren die USA derzeit mehr als 400.000 Arbeitspl├Ątze in Deutschland. Und diese Jobs will Trump jetzt wieder zur├╝ckholen, durch Strafz├Âlle und die Neuverhandlung von Handelsabkommen. F├╝r uns bedeutet das: Abbau von Arbeitspl├Ątzen - und entsprechend weniger Steuereinnahmen.

2. Wir sollen f├╝r das US-Milit├Ąr zahlen

"Wir geben ein Verm├Âgen aus, um Deutschland zu verteidigen", sagte Trump in einem TV-Interview. Die USA zahlen 7,9 Milliarden Dollar pro Jahr f├╝r ihre Milit├Ąrpr├Ąsenz in Deutschland, so eine Untersuchung des US-Senats im Jahr 2013. Trump findet: Deutschland m├╝sse die Kosten f├╝r seinen Schutz selbst ├╝bernehmen. "Warum erstatten sie uns nichts? Warum zahlen sie nicht einen guten Teil der Kosten?" Wenn Deutschland dazu nicht bereit sei, m├╝sse er das Milit├Ąr eben aus Deutschland abziehen: "Wenn wir gehen m├╝ssen, dann m├╝ssen wir gehen."

Auch in einem anderen TV-Interview sagte er: "Wie lange und zu welchen Kosten werden wir noch Japan und Deutschland und viele andere L├Ąnder verteidigen? Derzeit bezahlen sie uns f├╝r diesen Schutz nicht ann├Ąhernd den Betrag, den wir aufwenden."

Und auch hier drohte er wieder: "Irgendwann werden die sich sonst selbst verteidigen m├╝ssen. W├╝rde ich das besser finden? Nicht unbedingt. Aber wir k├Ânnen uns das nicht leisten. Wir haben Schulden von 19 Billionen Dollar, bald 21 Billionen."

3. Wir sollen f├╝r Fl├╝chtlingslager in Syrien zahlen

Trump will Schutzzonen f├╝r Fl├╝chtlinge in Syrien einrichten. In einem Interview mit der New York Times sagte er: "Wir k├Ânnen die Leitung ├╝bernehmen, aber ich will nichts daf├╝r bezahlen, denn wir haben kein Geld. Unser Land hat kein Geld." Seine L├Âsung: "Ich w├╝rde die Golfstaaten und andere dazu bringen, das Geld daf├╝r auf den Tisch zu legen. Ich meine, Deutschland sollte Geld aufbringen."

Die Golfstaaten sollen zahlen, weil sie viel Geld haben und weil sie bisher kaum Fl├╝chtlinge aus ihrer eigenen Region aufgenommen haben. Deutschland soll zahlen, weil wir von den Schutzzonen stark profitieren. Schlie├člich w├╝rden die Fl├╝chtlinge dann in Syrien bleiben und nicht mehr nach hier kommen, wo sie laut Trump nur Probleme verursachen: "Schauen Sie sich an, was mit Deutschland passiert ist. Ich habe Freunde aus Deutschland, die dort nicht mehr zur├╝ckgehen wollen. Deutschland wird zerst├Ârt durch Merkels Naivit├Ąt oder Schlimmeres. Deutschland wird zu einem v├Âllig anderen Land und das wird zu Problemen in Deutschland f├╝hren. Die Deutschen werden nicht hinnehmen, was dort passiert. Es gibt Leute, die von dort auswandern. Es gibt kolossale Verbrechen dort."

Wie viel wir f├╝r die Schutzzonen in Syrien zahlen m├╝ssen, l├Ąsst sich schwer absch├Ątzen. Erstens muss die Infrastruktur f├╝r die Fl├╝chtlinge dort neu aufgebaut werden. Zweitens m├╝ssen die Menschen versorgt werden. Allein daf├╝r ben├Âtigt das UNHCR bei 4 Millionen Fl├╝chtlingen aus Syrien pro Jahr 4,5 Milliarden Dollar. Und drittens m├╝ssen die Schutzzonen vor Angriffen des IS und anderer Kriegsparteien in Syrien gesch├╝tzt werden.

4. Wir sollen f├╝r den Schutz der Ukraine zahlen

Bei einer TV-Debatte sagte Trump: "Wenn es um die Ukraine geht: Wir haben eine Gruppe von L├Ąndern einschlie├člich Deutschland - einem kolossalen wirtschaftlichen Riesen - also warum machen wir immer die ganze Arbeit? Ich bin voll und ganz f├╝r den Schutz der Ukraine, aber wir haben L├Ąnder rund um die Ukraine, die gar nichts machen. Die sagen zu uns: 'Macht weiter, macht weiter ihr Dummk├Âpfe, macht weiter und besch├╝tzt uns.' Wir m├╝ssen zur Vernunft kommen. Wir k├Ânnen nicht mehr der Weltpolizist sein. Wir sind mit 19 Billionen Dollar verschuldet, unser Land f├Ąhrt zur H├Âlle, unsere Infrastruktur f├Ąllt auseinander, unsere Stra├čen, unsere Br├╝cken, unsere Schulen, unsere Flugh├Ąfen. Wir m├╝ssen damit anfangen, Geld in unser Land zu investieren."

Die USA haben die Ukraine unter anderem mit Raketenabwehr und gepanzerten Humvee-Fahrzeugen ausger├╝stet. US-Soldaten helfen auch bei der Ausbildung der ukrainischen Armee. Die Kosten lagen allein laut einem Beschluss des US-Kongresses im Jahr 2014 bei einer Milliarde Dollar.

5. Wir sollen die Bundeswehr aufr├╝sten

Eigentlich hatten die NATO-Staaten vereinbart, dass jedes Land mindestens zwei Prozent der Wirtschaftsleistung f├╝r R├╝stung ausgibt. Aber die meisten L├Ąnder halten sich nicht daran, darunter auch Deutschland. Bisher hatte ein Versto├č gegen die Abmachung keinerlei Konsequenzen. Doch so wird es unter Trump nicht weitergehen.

Trump sagte: "Unsere Alliierten zahlen nicht ihren fairen Anteil, und dar├╝ber habe ich zuletzt eine Menge gesprochen. Unsere Alliierten m├╝ssen die finanziellen, politischen und menschlichen Kosten unserer kolossalen Sicherheitslasten mittragen. Aber viele von ihnen machen das einfach nicht. Sie glauben, dass die USA schwach sind und ihnen alles verzeihen. Sie f├╝hlen sich nicht verpflichtet, ihre Vereinbarungen mit uns einzuhalten. Nur vier der 28 ├╝brigen Mitgliedsstaaten der NATO geben zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes f├╝r Verteidigung aus. ├ťber die Jahre haben wir Billionen Dollar ausgegeben f├╝r Flugzeuge, Raketen, Schiffe, Ausr├╝stung - wir haben unser Milit├Ąr aufgebaut, um Europa und Asien stark zu verteidigen. Die L├Ąnder, die wir verteidigen, m├╝ssen die Kosten f├╝r diese Verteidigung tragen, andernfalls m├╝ssen wir darauf vorbereitet sein, dass sie sich selbst verteidigen. Es gibt keine Alternative."

Deutschland gibt derzeit 35 Milliarden Euro pro Jahr f├╝r Verteidigung aus, das entspricht 1,2 Prozent der Wirtschaftsleistung. Um auf die geforderten zwei Prozent zu kommen, m├╝sste Deutschland also jedes Jahr 23 Milliarden Euro zus├Ątzlich f├╝r die Bundeswehr ausgeben.

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