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Digitalisierung ja - aber vergesst die Betroffenen nicht!

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DIGITALISIERUNG
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Der Blog der Zukunft Personal hat zu einer interessanten Blogparade aufgerufen. Mit dem Titel "Digitalisierung ohne Ende - Wo bleiben die Mitarbeiter?" wurde aus meiner Sicht eine spannende Fragestellung aufgeworfen.

Egal, in welchen Foren man sich bewegt, egal ob auf XING, facebook, LinkedIn oder auch in vielen HR-Blogs - das Thema Digitalisierung mit seinen ganzen Buzzwords, wie Arbeiten 4.0, Collaboration, digital Workspace und so weiter scheint das künftige Allheilmittel für alle Probleme zu sein, die die HR-Welt derzeit beschäftigen. Und dabei ist es komplett egal, ob wir über Recruiting, Mitarbeiterentwicklung oder Arbeitsplatzgestaltung sprechen - überall hilft Digitalisierung und idealerweise mit vielen Fremdwörtern und hohen Zahlen (ist 4.0 nicht schon langsam out?). Manche Sätze muss man 2 - 3 mal lesen, um zumindest die Hälfte zu verstehen - aber vielleicht liegt es ja auch an mir?

Da werden uns immer wieder die amerikanischen Vorbilder vorgeführt, in denen die Mitarbeiter in coolen Gebäuden die Nap-Zone nutzen oder am besten sowieso am Strand sitzen und ihre Meetings mit online-Tools durchführen. Oder auch die StartUp's, die uns allen beweisen, dass man keine Führung braucht und die Mitarbeiter gegenseitig das Gehalt bestimmen und auch noch entscheiden, wer eingestellt wird - schöne neue Arbeitswelt.

Bei uns funktioniert das alles nicht - schuld sind mal wieder die Personaler, die scheinbar keine Ahnung von Digitalisierung haben und viel zu sehr administrativ unterwegs sind. Aber das ist eigentlich sowieso egal, denn künftig fallen ein Großteil unserer Jobs weg und werden sowieso von Robotern erledigt.

Doch wie oft werden diese Dinge auch einmal hinterfragt? Unser Wirtschaftssystem und die gesamte Gesellschaft funktioniert immer noch nach dem Prinzip, dass Firmen Geld verdienen müssen, um damit die Gehälter ihrer Mitarbeiter zu bezahlen. Und wenn wir nur mal nach diesem einfachen Prinzip die Themen durchleuchten, dann schaut das plötzlich ganz anders aus. Da gibt es zum Beispiel Unternehmen, die angeblich den Untergang der deutschen Autobauer bedeuten - aber jedes Jahr noch mehr Verlust machen - in schwindelerregender Höhe. Da gibt es viele StartUp's, die heute der große Renner sind, aber kaum die ersten 3 Jahre überleben. Und die sollen nun die großen Vorbilder sein?

Doch was bedeutet das nun? Nein, ich bin nicht gegen Digitalisierung oder neue Arbeitsformen, ganz im Gegenteil. Ich bin der Meinung, dass die Digitalisierung eine wichtige Rolle in der zukünftigen Arbeitswelt einnehmen und vieles verändern wird. Meist zum Guten, aber auch mit ein paar Wehwehchen. Wir werden alle nicht daran vorbeikommen und das ist auch gut so. Ich glaube aber auch, dass wir nicht sofort jedem Hype, den viele Berater und Studien heraufbeschwören, sofort kritiklos folgen müssen. Vor drei Jahren hatten wir das Thema „Generation Y", ein Thema, das wie selten ein Thema zuvor, die Medienwelt auch ausserhalb der Personalabteilungen beherrscht hat - und heute? Naja, es gibt noch ein oder zwei, die an dem Thema hängen - aber wer schlau ist, stürtzt sich jetzt auf die Digitalisierung.

Und wie beim letzten Hype auch, die Betroffen, sprich die Menschen werden nicht gefragt. Es wird digitalisiert auf Teufel komm raus, ob es Sinn macht oder nicht, Hauptsache wir sind digital. Doch diskutieren wir hier nicht wieder nur über einen Teil der Bevölkerung? Was macht der Friseur, der Krankenpfleger oder der Vertriebler künftig - natürlich alles digital! Und ich möchte mal die ersten Unternehmen erleben, die heute Millionen für Arbeitsplätze und Wohlfühlzonen ausgeben - wenn sie das erste Mal in eine wirtschaftliche Krise geraten und diese Themen als erste dem Kosteneinsparungsprogramm zum Opfer fallen. Dann sind die Mitarbeiter maximal frustriert, aber die Feelgood-Manager werden es dann mit Massagen und frischem Obst wieder in Ordnung bringen. Und am Ende waren es mal wieder die Führungskräfte - aber die gibt es ja nicht mehr ...

Also, Digitalisierung ja, aber behaltet auch den gesunden Menschenverstand im Blickfeld und die Menschen, die das alles ausbaden müssen - ob sie wollen oder nicht. Dann klappt's auch mit der modernen Arbeitswelt.

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