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Agile Stabilit├Ąt transformiert WOL bei digitalem NewWork

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NEW WORK
ismagilov via Getty Images
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Na, alles verstanden? Wenn nicht - keine Sorge, die ├ťberschrift ist eine sinnlose Abfolge der derzeit diskutierten Schlagw├Ârter oder auch Buzzwords im Personalwesen. Und das sind alles Schlagw├Ârter, mit denen sich Personaler heute besch├Ąftigen (m├╝ssen). So zumindest, wenn es nach den vielen Beratern, Influenzern oder Preistr├Ągern der mittlerweile kaum noch zu ├╝berschauenden Auszeichnungen f├╝r Personaler geht. Und was ich noch gar nicht untergebracht habe sind Begriffe wie Digitalisierung, Transformation und nat├╝rlich die allseits geliebte Wolke im Internet - auch Cloud genannt. Und warum das Ganze? Um dem Personaler endlich wieder einen neuen Sinn zu geben und ihn vor der Ausrottung zu bewahren. Sch├Âne neue Welt!

Ich selbst bin nun schon seit mehr als 30 Jahren im Personalgesch├Ąft t├Ątig - und habe in der Zeit viele Trends kommen und gehen gesehen. Zentralisierung - Dezentralisierung - HR-Business Partner - F├╝hrungskr├Ąfte zu Unternehmern im Unternehmen machen - Flache Hierarchien - Shared Service Center - War of Talents um nur einige zu nennen. Was war das noch vor ein paar Jahren f├╝r eine Diskussion um die Generation Y - wieviel Artikel, Blogs, B├╝cher, Seminare, Veranstaltungen, Studien hat es zu dem Thema gegeben. Gef├╝hlt gab es schon keine anderen Menschen mehr.

Und heute? Heute ist es die Digitalisierung und deren Auswirkungen auf die gesamte Arbeitswelt. Die Digitalisierung wird alles, was wir heute tun komplett ├╝ber den Haufen werfen und nichts bleibt, wie es ist - so versuchen uns das zumindest eine Vielzahl an Beratern und Autoren weiss zu machen. Es vergeht kein Tag, an dem nicht eine neue Veranstaltung zu dem Thema angek├╝ndigt wird (sorry, ich meinte ein neuer Summit), ein neuer Preis ausgelobt wird oder eine neue Studie verk├╝ndet, wie es um uns und die Digitalisierung steht. Und sobald eine Studie erscheint, wird diese schonungslos als die Trendmeinung vorgestellt, auch wenn manchmal die Teilnehmerzahlen weit weg davon sind, eine Basis f├╝r eine vern├╝nftige Hochrechnung zu sein. Man ├╝berlege nur mal - es gibt Studien, an denen haben 200 Unternehmen teilgenommen - das sind bei 2,5 Millionen Unternehmen in Deutschland (nur KMU's) immerhin 0,008%!

Ist jetzt also alles ein absoluter Bl├Âdsinn? Nein, nat├╝rlich nicht, denn was sich in den letzten Jahren technologisch ver├Ąndert hat, sucht sicherlich seines gleichen. Es sind Technologien entstanden, von denen selbst Jules Verne noch keine Vorstellung hatte und diese Entwicklung wird sich sicherlich auch in den n├Ąchsten Jahren fortsetzen. Aber ist es jetzt richtig, s├Ąmtliches Tun dieser Entwicklung zu unterwerfen und nur noch alles von Robotern, Chatbots, automatischen Algorithmen durchf├╝hren zu lassen? Und ist es wirklich Job eines Personalers, dies alles im Unternehmen bedingungslos umzusetzen? Und gerade diese Bedingungslosigkeit ist das, was mich derzeit massiv st├Ârt. Dabei ist es notwendig, die ganze Thematik differenzierter zu betrachten.

Zum einen geht es um die Digitalisierung des gesamten Unternehmens, zum anderen um den Status der Digitalisierung der Personalarbeit selbst.

Betrachten wir doch einmal die Unternehmen an sich. Hier gibt es einige Vorbilder, die gerade in s├Ąmtlichen Postings, Artikeln, Awards als das gl├Ąnzende Beispiel pr├Ąsentiert werden. Doch wurde schon einmal analysiert, was deren Digitalisierung oder Transformation wirklich gebracht hat? Wie hat sich das am Ende in Umsatz und Ergebnis ausgewirkt? Welche Kosten sind denn dabei entstanden und ist denn wirklich die gesamte Belegschaft davon betroffen? Ich finde es sehr spannend, dass ├╝ber solche Themen nie gesprochen wird und wenn ich dann zum Beispiel immer lese, dass die deutsche Automobilwirtschaft am Ende ist und ein amerikanisches Elektroauto zeigt, wie es geht - dann soll diese Firma doch auch einmal zeigen, wie es geht, Geld zu verdienen. Oder wenn auf Veranstaltungen propagiert wird, Fehler zu feiern, diese zu pr├Ąsentieren und ruhig auch mal Geld in StartUp's zu verbrennen, dann frage ich mich auch, wo denn dieses Geld auf Dauer herkommen soll? Hatten wir solche Themen nicht auch schon mal zur Jahrtausendwende mit der ÔÇ×Internetblase"? Und schauen wir uns doch mal im Gegensatz dazu in anderen Branchen um - hier wird teilweise t├Ąglich darum gek├Ąmpft, das Unternehmen (und damit auch die Arbeitspl├Ątze) zu sichern und es wird jeder einzelne Euro diskutiert, der ausgegeben werden soll. Gehen wir in Branchen, wie zum Beispiel den sozialen Bereich, wo Geh├Ąlter bezahlt werden, die an der unteren Grenze liegen und auf der anderen Seite werden in Unternehmen neue Stellen geschaffen, die sich ÔÇ×Evangelisten" oder ÔÇ×Feel Good-Manager" nennen und keiner wei├č genau, was die eigentlich zum Unternehmenserfolg beitragen. Und jetzt soll die B├Ąckerei, das Bauunternehmen oder das Stahlbauunternehmen innerhalb von Wochen komplett digital transformiert werden? Das ist schon eine verr├╝ckte Welt.

Betrachten wir den Personalbereich selbst. Kaum ein anderer Bereich im Unternehmen ist so stark gepr├Ągt von Antr├Ągen, Genehmigungen, Schriftst├╝cken, Formularen oder Berichten. Und ich kenne keinen Personaler, der das nicht lieber heute als morgen ├Ąndern m├Âchte - auch wenn viele Berater oder Autoren immer vom technikresistenten Personalleiter schreiben oder sprechen. Vielmehr wird es ihm nicht immer leicht gemacht, seine Prozesse endlich mal digital abzubilden, da werden viele Stolpersteine in den Weg gelegt.

Bei der Digitalisierung ben├Âtigen Personalabteilungen auch entsprechende Budgets, aber die werden meist anders priorisiert. Dabei gibt es mittlerweile gen├╝gend Nachweise, dass sich schon die Einf├╝hrung einer digitalen Personalakte sehr schnell rechnet und kurzfristig zu einer laufenden Kosteneinsparung im Unternehmen f├╝hren kann. Noch massiver verh├Ąlt sich das bei Workflowsystemen oder Tools zur Erstellung von Dokumenten. Hier k├Ânnen Kosteneinsparungen realisiert werden, von denen manchen anderen Bereiche nur tr├Ąumen.

Ein weiteres Hindernis stellen manchmal Juristen oder Mitbestimmungsgremien dar. Juristen k├Ânnen sich auf Grund der nicht 100% sicheren Gesetzgrundlage nur selten zu einer absoluten Freigabe, dass auf alle papiergebundenen Dokumente verzichtet werden kann, hinrei├čen lassen und es gibt leider immer noch Mitbestimmungsgremien, die der Digitalisierung von Prozessen sehr ablehnend entgegen stehen - aber zum Gl├╝ck werden die immer weniger.

Zum dritten tun sich in Unternehmen Betroffene h├Ąufig schwer, Prozesse nur noch digital durchzuf├╝hren, beginnend beim Mitarbeiter und endend bei der obersten Gesch├Ąftsf├╝hrung. Da kommen ├ängste der absoluten Transparenz hoch oder Bef├╝rchtungen, dass die Systeme ausfallen oder nicht mehr zur Verf├╝gung stehen. Ja, Prozesse werden dadurch transparent - aber ist es nicht gerade die Transparenz, die zur Zeit zu Recht gefordert wird? Die Zeiten von Bittstellern bei der Personalabteilung sind zum Gl├╝ck vorbei, schlie├člich erziehen wir Mitarbeiter und F├╝hrungskr├Ąfte immer mehr zu m├╝ndigen Beteiligten an den Prozessen. Die Zeiten von Systemausf├Ąllen und tagelangem Warten geh├Âren der Vergangenheit an, wenn der richtige Dienstleister ausgesucht wird, denn Rechenzentren laufen mittlerweile 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche. ├ťbrigens - auch wenn manchen Anbieter digitale Prozesse aus der Cloud als etwas ganz Neues propagieren - lassen Sie sich davon nicht t├Ąuschen. Diese Systeme sind bei anderen bereits seit vielen Jahren erfolgreich im Einsatz - sie betreten bei der richtigen Anbieterauswahl damit kein Neuland, das betreten derzeit nur die Anbieter, die jetzt gerade neu auf den Zug der Digitalisierung aufspringen oder in diesem Umfeld bisher wenig zu bieten hatten.

Was ist nun mein Fazit?
H├Ârt auf, jedem neuen Trend oder jedem Buzzword bedingungslos hinterher zu laufen, aber besch├Ąftigt euch mit den Themen. ├ťberlegen Sie kritisch, was f├╝r Ihr Unternehmen Sinn macht und welche Themen der Digitalisierung oder Transformation Ihr Unternehmen auch wirklich voranbringen und unterscheiden Sie, welches Thema nur ein Hype ist oder doch eine langfristige Bedeutung f├╝r das Unternehmen hat. Wir werden alle nicht an der Digitalisierung vorbei kommen, sie ver├Ąndert unser Leben und unser Umfeld st├Ąrker als alle anderen Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte. Und seien Sie als Personaler manchmal etwas mutiger und setzen Sie auch einmal ihre eigenen Interessen durch.

Und jetzt werde ich doch einmal die ├ťberschrift in den sozialen Medien posten, mal sehen, welche Diskussion daraus entsteht ­čśë

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