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Parteiengezänk, Machtkalkül, hohe Politik!

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FDP: Neufindung
Grüne: Kampf derSpitzenfunktionäre
SPD: Opposition

AfD: Streit um Macht und Posten und „Jagdeifer"

LINKE: die ewig Gestrigen

CDU/CSU: Gewitterdonner

Die SPD auf dem Tiefstand seit 100 Jahren, ist „keine" Volkspartei mehr, aber anscheinend klopfen sich alle auf die Schultern.

Bei Grünen, FDP, aufatmen. Bei AfD: Austritt, Eintritt, Wegtritt.
Und bei der SPD - OPPOSITION?
Bei der CSU probt man den Aufstand

Die neue Fraktionsvorsitzende der SPD, wie sollte es anders sein, ein Ringelrein einer Alleskönnerin und „Bundesparlamentssängerin".
Der Spitzenkandidat soll auch weiter „führen"- und Parteivorsitzender bleiben. Man reibt sich erstaunt die Augen, ist es nicht das schlechteste Ergebnis aller Zeiten? Trägt niemand die persönliche Verantwortung für solch einen Murks?

Was muss eigentlich geschehen bis die SPD mal Konsequenzen zieht? Vermutlich erst, wenn es ihr ähnlich ergeht wie der FDP 2013 und sie aus dem Parlament fliegt.
Mein Gott, was ist aus dieser einst stolzen Partei geworden! Niemand ist bereit Verantwortung zu übernehmen für ein so schlechtes Ergebnis. Gab es jemals einen größeren Abstand zwischen CDU/CSU und SPD? Stört das niemanden in der Führung der Partei? Gilt da nur das „weiter so"? Augen zu und durch?
Die SPD erlebt ein katastrophales Ergebnis, aber man geht schnell zur Tagesordnung über.
Die SPD braucht mindestens so dringend einen Neuanfang wie die Grünen.

Die Grünen haben Glück gehabt und keinen nennenswerten Verlust erlitten, sind aber weit von ihren besten Ergebnissen entfernt. Trotzdem wird da von einem Debakel gesprochen, alles soll runderneuert werden.

Über die Ursachen des Niedergangs der Sozialdemokraten, das Verbleiben im 20%-Ghetto, wird kaum geredet, die Verantwortlichen eher gelobt anstatt abgestraft. Es wird eher über Posten nachgedacht, wer wird was. Eine tolle politische Kultur für eine Partei in der früher mal über Inhalte gestritten wurde, es leidenschaftliche Debatten gab.
Damals kam die Partei noch deutlich über 30%, das Ziel waren über 40%. Heute freuen sie sich über 25%.

Aber es gibt auch Hoffnungsschimmer für die SPD Führung in Person von Olaf Scholz. Bodenständig, charismatisch und ebenso fest in seiner politischen Vorgehensweise.
Mit Olaf Scholz würde die SPD vielleicht wieder ein Ergebnis 30%+ im Bund schaffen. Davon könnte man ausgehen. Der Mann hat mindestens soviel Sachverstand wie Angela Merkel. Da würde es dem Wähler schwerer gemacht. Herr Scholz hat wohl aber keine Ambitionen und verliert sich lieber in Klein klein.

Knapp unter 25% ist eine schwierige Situation für die SPD. Niederlage bleibt eben Niederlage. Ich habe kaum Hoffnung und den Menschen wird es mittlerweile sehr schwer gemacht Entscheidungen zu fällen. Mit dem Wahljahr 2021 beginnt hoffentlich nicht der Untergang!

Nachdem aber auch die CDU/CSU schwere Verluste zu verzeichnen hat, spricht jetzt alles über neue Koalitionen im Bund und vielleicht auch bald wieder in Berlin. Schwarz - Gelb - Grün oder doch noch Schwarz -Rot? Wichtig für unser Land wäre, dass die Demokraten vereint und konstruktiv die Probleme des Landes angehen. Das ist das von den Wählern gewollte Ergebnis dieser Wahl. Es wird nicht einfach, die verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bekommen und einen vernünftigen Koalitionsvertrag zu schmieden. Für alle Beteiligten sollte aber auch klar sein, dass es notwendig ist, ohne Befindlichkeiten und Starallüren das Beste für unser Land und die Menschen zu erreichen.

Und nun kommt noch die AfD ins Rennen, eine Partei wo einem ganz schwummrig und schaurig wird, allein durch die widersinnigen Aussagen und Ansichten. Eine Partei die unser Land spaltet und konzeptionslos in den Ring steigt. Es sammeln sich die Reichsbürger und Nationalisten und die angeblich verlorenen Seelen zum Kampf gegen den Staat und seine Grundwerte. Selbst wenn demokratisch gewählt, so kann ich mich nicht damit anfreunden. Herr Gauland bläst zur "Jagd auf Angela Merkel". Diese verbalen Entgleisungen sind uns aus der vergangenen deutschen Geschichte noch sehr wohl bekannt und hinterlassen einen beißenden Geschmack auf das was da kommen wird.

Eine große Bereicherung ist der Wiedereinzug der FDP in den Bundestag. Es verbinden sich große Hoffnungen an die Partei, so ist überall zu hören. Warten wir es ab inwieweit sich die Hoffnungen der Bürger bestätigen. Christian Lindner ist ja für seine Hartnäckigkeit bekannt.

Wir brauchen wieder eine andere Politik und vielleicht ist es gar nicht so schlecht mit mehreren Partnern neue Konzeptionen der zukünftigen Politik zu entwickeln. Alle die notwendigen Aufgabenfelder sind eigentlich eine nationale Aufgabe und sollten nicht dazu verwendet werden, sich gegenseitig in der Öffentlichkeit zu diffamieren.

Problemfelder:

Bildung
Arbeitslosigkeit
Obdachlosigkeit
Wohnungsnot
Infrastruktur
Altersarmut
Kinderarmut
Leiharbeit
Sicherheit
Gerechtigkeit
Tarif und Lohngefüge
Zinspolitik
Ärztemangel in ländlichen Gebieten
Pflegenotstand
Rentenkonzeption
Auslandseinsätze
Entwicklungshilfe
Digitalisierung
Nahrungsmittelsicherheit
Energiepolitik/Umweltpolitik/Klimaschutz

usw.usf.

Und wenn die SPD, die LINKE, die Grünen und FDP sich dann unbedingt beim Euro, bei Kriegseinsätzen, bei Integration oder bei der Nato-Politik staatstragend geben will, dann kann sie das ja im Einzelfall auch tun, aber sie sollten sich den dringenden Aufgaben in unserem Land ebenso stellen und nicht herumlavieren. Sicher sollten Abgeordnete über alles Bescheid wissen und dazu auch sprechen können, aber Kenntnis zu haben, ist die eine Sache, darüber bis ins Detail sprechen zu können, eine weitaus andere! Man muss nicht über alles sprechen können, dafür gibt es weit fähigere Personen aus der Praxis - lasst diese Leute sprechen und unterstützt sie in ihren Bemühungen, Licht ins Dunkel zu bringen!

Wir brauchen die Kraft unserer demokratischen großen und kleinen Parteien. Es muss wieder ein Ruck durch die Gesellschaft gehen um größeren Schaden abzuwenden. Freiheit und Demokratie sind schwer erkämpfte Rechte und sie leichtfertig aufzugeben wäre der Untergang.

Politik und Demokratie sollten eine unmissverständliche Einheit bilden will man das Wohl der gesamten Gesellschaft tatsächlich und tagtäglich mit Leben erfüllen!

Auch ein Aufruf an die Bürger dieses Landes sollte nicht fehlen:

Bürger - engagiert euch wieder, sucht die Gespräche mit der Politik, lehnt euch nicht zurück. Überall suchen die Parteien dringend Nachwuchs. Es ist doch wichtig, das wir als Bürger für unsere Gesellschaft auch Verantwortung übernehmen.
Aber auch den Politikern in Stadt und Land sei gesagt; geht wieder hinaus auf die Straße, nehmt eure Bürgersprechstunden und Veranstaltungen war und lasst das Volk mit den Problemen nicht allein. Seid ehrlich wenn es notwendig ist, verschönert nichts und dichtet auch nichts hinzu.
Die Wahrheit bleibt immer noch der beste Partner, sei es in der Politik oder aber auch im realem Leben!

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Lesenswert:

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