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Divine Carousel - Zeitlos spectaculum

30/04/2017 19:58 CEST | Aktualisiert 30/04/2017 19:58 CEST

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ZEITLOS SPECTACULUM

Gastspiel der großen Revue Zeitlos -Divine Carousel in der Filmbühne am Steinplatz in Berlin

Künstler*innen: Nikita, Sugar, Alice Dee, Vanessa da Silva, Ruda Puda

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Ich bin der Meinung, diese Drag Queens sind charmant und gut „verpackt". Sie stellen Kunstfiguren dar. Wir Fotografen, Journalisten und Zuschauer haben was zu knipsen, zu schreiben und verfolgen das ganze immer mit einem Augenzwinkern und viel Selbstironie.

Es ist wie eine Sinfonie- nur nicht nach Noten, sondern mit den Sinnen der gewaltigen Darstellung von Figuren oder der Transformation jedes Einzelnen.

Voller Erwartung auf eine Show der Extraklasse reisten wir schon 1 Stunde eher an um auch gute Plätze zu ergattern. In Berlin muss man relativ pünktlich sein um nicht in einer dunklen Ecke hinter einer Säule Platz zu nehmen. Schließlich möchte man ja Hautnah alles miterleben.

Es war wider unserer Erwartung ganz anders. Ein wundervolles Bühnenrestaurant mit unzähligen schönen Fotografien aus einer Zeit als Charlie Chaplin noch unter uns weilte. Verschämt schaut er aus einer Lampe oder „unterhält sich mit Marlene Dietrich" natürlich von Wand zu Wand und Zarah Leander schaut verträumt durch die Gegend. Allein das bewundern all dieser schönen liebevoll arrangierten großen Künstlerbilder hätte noch 2 Stunden mehr Zeit gebraucht.

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Am Eingang wurden wir herzlichst begrüßt und zu einem Platz unserer Wahl gebracht. Kaum saßen wir, flitzten aufmerksame Serviererinnen an unseren Tisch um uns ja nicht dürstend sitzend zu lassen. So etwas ist man eigentlich in Berlin gar nicht mehr gewöhnt.

Normalerweise wird man erst einmal von oben bis unten gemustert inwieweit es sich lohnt zu bedienen oder sogar zu lächeln. Schließlich will man sich ja mit Wasser und Kaffee nicht unbedingt die Sohlen ablaufen.

Aber es war alles zu unserer Zufriedenheit und der Saal füllte sich bis auf den letzten Platz.

Schon konnten wir die eigentlichen Stars betrachten die sich unter das Publikum mischten. Ein Outfit schöner als das andere. Die Bühne wurde in zartes Licht getaucht und der Lärmpegel des ausverkauften Hauses erreichte tatsächlich Flughafenlautstärke.

Herrlich die unterschiedlichen Menschen zu beobachten und was erstaunlich war, kaum einer kam mit schlechter Laune. Das erlebt man ganz selten in Berlin. Ersteinmal motzen und mosern um dann festzustellen, so schlimm war es ja gar nicht. Hier schien es aber, als seien aus der ganzen Republik die Gäste angereist um die letzte Show der DIVINE CAROUSEL mitzuerleben.

Wie gesagt, die Erwartungen aller waren groß und es wurde niemand enttäuscht was sich da plötzlich auf der Bühne tat. Auch die Berliner Presse, namentlich BZ war voller Lobes und das ist fast schon ein Auszeichnung oder einen Grammy wert. Lob aus Berlin ist wie ein Ritterschlag.

Die 5 Hauptdarsteller oder in diesem Fall die HAUPTDARSTELLERINNEN waren in ihrer Performance nicht zu übertreffen und kaum jemand aus dem Publikum hielt es auf den Plätzen. Es wurde applaudiert und hinterher hatte ich Muskelkater in den Händen.

Das ist mir auch noch nie passiert. Aber man erlebt ja nicht alle Tage ein solches Spektakel.

Über Kunst lässt sich ja bekanntlich auf das trefflichste streiten, denn nicht jeder Künstler genießt das Wohlwollen eines kritischen Publikums. Machen wir an dieser Stelle mal eine Ausnahme. Alle 5 Darsteller (innen) gaben ihr BESTES was sie hatten. Ein Feuerwerk der Sinne, des Glamours, der Tanzakrobatik und großartiger Gesangseinlagen.

Als im zweiten Teil noch das bekannte Lied von Edith Piaf live vorgetragen wurde war kein Halten mehr im Publikum. Es wurde geklatscht und Rufe wie „Liberte de France" erschallten aus dem Publikum. Nun, es hatte wahrscheinlich auch damit zu tun, dass in Frankreich die berühmte Schicksalswahl stattfand.

Der vortragende Künstler hatte sich auch einen besonderen Gag einfallen lassen und kam mit einem beleuchteten Eiffelturm auf dem Kopf. Stimmgewaltig schmetterte er das Lied „Non, rien de rien, non, je ne regrette rien....", unübertroffen und Edith Piaf würde keinen Tadel daran finden.

Das Repertoire war ZEITLOS. Von 1920 bis zum heutigen Tag war alles dabei was musikalischen Erfolg gefeiert hatte. Perfekt vorgetragen mit ausgefallenen Kostümen und Varianten einer schrillen aber edlen Bekleidung. Männer die sich in Frauen verwandeln und so manche neidische Blicke der Damenwelt sind des Künstlers wahre Gage.

Aber was wären die Künstler ohne die zahlreichen Helfer hinter und unter der Bühne. Musik und Beleuchtung wohl abgestimmt und ohne Fehler. Ein Heer fleißiger Helfer machte diese Show zu einem großen Erfolg.

Wie soll man seinen Dank ausdrücken? Applaus ist der Künstler Gage und wohlverdienter Lohn. Den gab es und jeder Flugzeugstart wäre im Vergleich dazu ein leises Flüstern.

Freuen wir uns auf die nächste große Show im Herbst und lassen wir die Künstler und Crew weiter durch die Republik reisen, so das noch andere Städte in den Genuss dieser Kunst kommen und vielleicht senden sie ebenfalls ein Feuerwerk der Begeisterung. Auch wenn Berlin viele Kunst vereint, so ist doch Divine Carousel außergewöhnlich und immer wieder eine Eintrittskarte wert.

Thomas de Vachroi

25.04.2017

Filmbühne am Steinplatz:

Zitat: Das Kino wurde 1950 im Erdgeschoss des Wohnhauses an der Hardenbergstraße 12 eröffnet. Der Betreiber Ernst Remmling gründete 1953 die "Gilde deutscher Filmkunst"; die Filmbühne avancierte zum ersten Programmkino in Deutschland. 1980 kaufte der Filmemacher Ottokar Runze das Kino und baute es um. Die Zahl der Plätze wurde dabei von 266 auf 130 reduziert und ein Restaurant im Wintergarten angegliedert. Im Dezember 2003 wurde das Kino geschlossen. Vorübergehend zog danach 2004 bis zum Dezember 2005 das jüdische Theater Bahmah ein. Am 1.5.2006 eröffnete das Rock Style Entertainmenthaus . Zitatende.

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