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Verhaltenskodex für Mitarbeiter: Wie man Fehlverhalten Vorbeugt

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Konflikte mit oder zwischen Angestellten können zeitaufwändig und nervenaufreibend sein - und sich negativ auf das gesamte Unternehmen auswirken. Für Sie als Arbeitgeber ist es daher wichtig, jegliches Konfliktpotenzial zu minimieren.

Um Vorbeugungsmaßnahmen einzuführen, muss man zunächst verstehen, worin die häufigsten Ursachen für unerwünschtes Mitarbeiterverhalten liegen: Fehlende Klarheit und Transparenz über die Erwartungen, Regeln und Richtlinien des Unternehmens sowie eine ungenügende oder ineffiziente Kommunikation und entweder gar keine oder eine unfaire Durchsetzung interner Regelungen. Die folgenden Maßnahmen helfen Ihnen dabei, diesen Ursachen zu begegnen.

I. Verhaltenskodex für Mitarbeiter: die Spielregeln Ihres Unternehmens
Hat Ihr Unternehmen einen Verhaltenskodex, also ein Papier, auf dem steht, welches Verhalten Sie von Ihren Mitarbeitern erwarten, ganz allgemein und in spezifischen Situationen? Falls nein, sollten Sie sich nicht wundern, dass Mitarbeiter ein unerwünschtes Benehmen an den Tag legen: Wie sollen sie Ihre Erwartungen kennen, wenn Sie ihnen nicht davon erzählt haben?

II. Spezifisch und verständlich
Wenn Sie einen Verhaltenskodex für Mitarbeiter haben, prüfen Sie diesen noch einmal darauf, ob jeder einzelne Punkt des Dokumentes spezifisch und leicht verständlich ist. Wenn ein Abschnitt eines dieser Kriterien nicht erfüllt, schreiben Sie ihn neu. Die Aussage „Der Verzehr von Alkohol auf dem Betriebsgelände ist nicht erwünscht. Verstöße können Konsequenzen nach sich ziehen." ist sehr vage, weil unklar ist, was mit „nicht erwünscht" gemeint ist, welche Konsequenzen ein Verstoß hat und ob es in Ordnung ist, während der Arbeitszeit zu trinken, solange man sich außerhalb des Betriebsgeländes befindet. Spezifisch und leicht verständlich wäre diese Regel so: „Trinken Sie während Ihrer Arbeitszeit keinen Alkohol. Sie erhalten bei einem ersten Verstoß eine Abmahnung, ein zweiter Verstoß kann bereits zur fristlosen Kündigung führen."

III. Leicht zugänglich und allen bekannt
Das beste Regelwerk ist nutzlos, wenn niemand weiß, wo man es finden kann. Stellen Sie daher sicher, dass jeder Mitarbeiter entweder eine eigene ausgedruckte Ausgabe hat oder zumindest weiß, wo er die Regeln finden kann, z. B. im hauseigenen Intranet. Zudem werden Ihre Regeln am ehesten verinnerlicht werden, wenn Sie diese zu einem integralen Teil jeder Einführungsphase für neue Mitarbeiter machen. Sie können dazu Workshops über den Verhaltenskodex organisieren, in denen die Kollegen Fragen stellen und konkrete Fälle diskutieren können, um besser nachvollziehen, warum es bestimmte Regeln gibt und was sie bedeuten. Wenn Sie einen Schritt weitergehen möchten, können Sie die Kenntnisnahme und Akzeptanz Ihres Verhaltenskodex Teil des Arbeitsvertrages machen. In diesem Fall müssen Sie Ihr Regelwerk neuen Mitarbeitern natürlich mit dem zu unterschreibenden Arbeitsvertrag zusenden.

IV. Wer verantwortet Ihren Verhaltenskodex? Die Akzeptanz und Wirkung Ihrer internen Regeln hängt auch davon ab, wie transparent sie verwaltet und durchgesetzt werden:
  • Es sollte eine offizielle Arbeitsgruppe geben, die für die Verfassung und Überarbeitung der Regeln verantwortlich ist.
  • Es sollte eine unternehmensweit bekannte Kontaktperson geben, an die sich Mitarbeiter wenden können, wenn sie Beschwerden, Fragen oder Verbesserungsvorschläge haben.
  • Und es sollte klar geregelt sein, wer für die Kommunikation wichtiger Regeländerungen zuständig ist.
  • Weitere Zuständigkeiten betreffen die Vorstellung des Verhaltenskodex vor neuen Mitarbeitern und natürlich die Dursetzung der Regeln und Leitung disziplinarischer Verfahren.
Sie müssen nicht nur all diese Zuständigkeitsfragen klären, sondern die Ergebnisse auch transparent Ihren Mitarbeitern kommunizieren.



Es mag intuitiv falsch klingen, dass ein klares und spezifisches Regelwerk gut für die Unternehmenskultur ist: Wir assoziieren Regeln oft mit Bürokratie, Strafen und der Beschneidung persönlicher Freiheiten. Ein fairer und vernünftiger Verhaltenskodex kann jedoch entscheidend zur Konfliktvermeidung beitragen, weil er Menschen dabei hilft, das vom unternehmen erwünschte Verhalten zu verstehen - und im Voraus zu wissen, womit sie bei Regelverstößen rechnen müssen.

Was sind Ihre Erfahrungen mit internen Regeln und Richtlinien? Gibt es bestimmte Fallstricke, die Sie erlebt haben? Oder bestimmte Praktiken, die sich als besonders erfolgreich erwiesen haben? Lassen Sie's uns wissen, direkt hier im Kommentarbereich!

Wenn Sie gerne mehr zum Thema Verhaltenskodex für Mitarbeiter lesen möchten, dann werfen Sie einen Blick in das eBook The Seven Deadly Sins of Employment: How to Avoid the Most Common Mistakes Made By Employers, erhältlich auf bookboon.com.